Brenner-Nordzulauf

DB-Projektleiter: „Verknüpfungsstelle im Tunnel scheint schwer vorstellbar“

DB-Gesamptprojektleiter Matthias Neumaier erläutert den Trassenverlauf des Brenner-Nordzulaufs
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DB-Gesamptprojektleiter Matthias Neumaier erläutert den Trassenverlauf

Rosenheim - Am 24. Juli endete die Frist für das Raumordnungsverfahren zum Brenner-Nordzulauf. Die Deutsche Bahn gab am Dienstagvormittag einen Ausblick auf Planungen und den Dialog im zweiten Halbjahr und nahm auch auf einen Vorschlag aus der Region Bezug.

„Wir sehen den Ergebnissen der Raumordnung erwartungsvoll entgegen. Damit beginnt die entscheidende Phase der Trassenauswahl“, sagt DB-Gesamtprojektleiter Matthias Neumaier zu Beginn des Pressegespräches am Dienstagvormittag in Rosenheim. Nach Ablauf der Frist für die Stellungnahmen zum Raumordnungsverfahren des Brenner-Nordzulaufs richtet die Deutsche nun den Blick auf die Trassenauswahl. Hier fließen die Ergebnisse aus dem Verfahren mit ein.

Trassenauswahlverfahren zum Brenner-Nordzulauf schreitet voran

Bereits Anfang 2021 soll die Vorzugstrasse vorliegen. „Wir haben umfangreiche Stellungnahmen bekommen, unter anderem auch von den Kommunen“, so Neumaier weiter. „Hier handelt es sich für uns aber um politische Stellungnahmen.“ Die große Menge an Stellungnahmen sei für die Bahn nicht unüblich. Auch bei den Themeninhalten sei laut Projektleiter nichts Überraschendes dabei gewesen. Die Regierung von Oberbayern prüft aktuell die Stellungnahmen und wertet diese voraussichtlich bis Ende des Jahres aus. Dann werden die Planer der Bahn dazu auch Stellung beziehen. „Es geht um das Wie. Die Frage, ob die Neubaustrecke gebaut wird, ist nicht Teil der Raumordnung“, erläutert Neumaier.

Relevant für die Raumordnung seien Größe, Standort und Auswirkungen eines Vorhabens. Kriterien sind beispielsweise der Flächenverbrauch und Belange wie Siedlungsstruktur, Naturschutz, Raumentwicklung oder das Landschaftsbild. All diese Kriterien sind auch Bestandteile des Kriterienkatalogs.

Vorschlag aus der Region: Verknüpfungsstelle im Tunnel bei Niederaudorf

Laut den Planern enthalten vier der fünf Grobtrassen bereits Vorschläge aus der Region. So beispielsweise die Idee der Interessensgemeinschaft Inntal 2040 und der Gemeinde Oberaudorf, die südliche Verknüpfungsstelle in den Berg zu verlegen. Bei diesem Vorschlag aus der Bürgerschaft müsse lediglich der Trassenverlauf im Bereich zwischen Oberaudorf und Flintsbach am Inn angepasst werden, um die Verknüpfungsstelle im Berg herzustellen.

„Wir begrüßen Vorschläge aus der Region. Ein Austausch mit den Verantwortlichen hat stattgefunden“, so Neumaier weiter. „Wir prüfen diesen Vorschlag aktuell, eine Realisierung scheint aber schwer vorstellbar.“ Als Gründe führt Neumaier beispielsweise das Begegnungsverbot im Tunnel an. „Wir müssen die Regularien des Brandschutzes einhalten und sehen hier ein Genehmigungsrisiko.“ Grundsätzlich sei das ein guter Vorschlag, man müsse alle sich aufdrängenden Varianten betrachten.

Dialog spielt weiterhin eine zentrale Rolle bei der Planung

„Wir richten den Blick nach März/ April 2021, wenn wir die Trassenauswahl abschließen“, sagt Neumaier. Bis dahin sollen in diesem Jahr noch zwei Forenrunden stattfinden. Hauptthema wird ein Einblick in die Planung. Zudem möchten die Bahnen den Kriterienkatalog und dessen Einsatz zur Auswahl der Vorzugstrasse nochmals erläutern. „Der Dialog ist mir ein Anliegen und spielt weiterhin eine zentrale Rolle.“

jb

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