Es ging um Asyl und Flüchtlinge

Drittes politische Tischgespräch in Rosenheim

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Rosenheim - Bereits zum dritten Mal veranstaltete das Dekanat Rosenheim zusammen mit der Diakonie Rosenheim ein Tischgespräch, zu dem in diesem Jahr 20 politische Mandatstragende gekommen sind.

Sowohl die Bundestagsabgeordnete Daniele Ludwig als auch die beiden Landtagsabgeordneten Klaus Stöttner und Otto Lederer sowie Landrat Wolfgang Berthaler nahmen sich, ebenso wie die Bürgermeister der Kommunen, die Zeit um sich über das Thema des gelingenden Zusammenlebens mit Flüchtlingen und Asylsuchenden mit Bleiberecht auszutauschen.

Dekanin Hanna Wirth und der Vorstandssprecher der Diakonie Peter Selensky machten in ihren einführenden Worten deutlich, dass ebenso wie die Ankunft der Flüchtlinge auch die Themen der zukünftigen gesellschaftlichen Gestaltung und die Integration in die Gesellschaft schon heute behandelt werden müssen. Die sozialen Probleme die nichts mit dem Thema Asly und Flucht zu tun haben, aber durch die Situation verstärkt werden, müssen dabei ebenso benannt und angepackt werden.

In der gemeinsamen Diskussion wurde schnell klar, dass die hauptsächlichen Probleme in den Bereichen sozialer Wohnungsbau, Bildung und Arbeit für die Menschen mit Migrationshintergrund sowie das fehlende Personal im Bereich der sozialen Arbeit sind.

Daniela Ludwig (MdB) formulierte "Politik beginnt mit dem betrachten der Wirklichkeit" und hat damit zum Ausdruck gebracht, dass eine Politik im luftleeren Raum keinen Sinn macht und das Bundesgesetze eben auch für alle Gebiete und nicht nur für Oberbayern Gültigkeit haben müssen. Städtebauförderung in unserer Region ist nicht ein Problem des Geldes sondern schlichtweg eine Problem der fehlenden Grundstücke. Bürgermeister Peter Kloo aus Kolbermoor schlug deshalb vor, durch eine Initiative zur Nutzung von bundeseigenem Eigentum, in diesem Bereich Entspannung zu schaffen. Aber auch die Bereitschaft privaten Baugrund für den sozialen Wohnungsbau anzubieten würde hier Entspannung bringen.

Die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer sieht die Bereitschaft zur Verständigung und gegenseitigen Akzeptanz, als eine wesentliche Grundlage für ein Miteinander. Dies muss sowohl durch Hauptamtliche als auch durch Ehrenamtliche die in der Betreuung engagiert sind, gefördert werden. Allerdings ist das nicht einfach, weil der Personalmangel bei den Hauptamtlichen auch darin begründet ist, dass zurzeit fachlich ausgebildete Mitarbeiter sehr schwer zu bekommen sind.

Sowohl die gute Zusammenarbeit auf lokaler Ebene zwischen den evangelischen Kirchengemeinden und den Kommunen als auch der große ehrenamtliche Einsatz in den örtlichen Helferkreisen fanden lobende Worte von allen Seiten. Gleichzeitig wurde die Bitte deutlich, in diesem Engagement nicht nachzulassen und auch von evangelischer Seite mit dem weiteren Ausbau von Bildungsangeboten für Flüchtlinge und Ehrenamtliche diesen Integrationsprozess weiter zu unterstützen.

Ein Austausch und eine Sammlung von Ideen und Modellen für Begegnung in den Kommunen wünschte sich Bürgermeister Matthias Jokisch aus Brannenburg zum Abschluss, damit gute Erfahrungen weitergegeben und die geringen Ressourcen effektiv genutzt werden können.

Pressemitteilung Evangelisch-Lutherisches Dekanat Rosenheim

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