Corona-Lockdown mit Folgen in Rosenheim

Einzelhändler drohen auf ihrer Mode sitzen zu bleiben, weil Läden so lange zu waren

Jacken für die kalte Zeit: Bei Jack Wolfskin in Rosenheim bleiben die Wintersachen vorerst ungenutzt.
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Jacken für die kalte Zeit: Bei Jack Wolfskin in Rosenheim bleiben die Wintersachen vorerst ungenutzt.

Der Winter kommt, doch die Läden sind zu. Durch die verschärften Corona-Maßnahmen bleibt die bereits im Sommer bestellte Winterkollektion vorerst in den Rosenheimer Geschäften liegen. Die Inhaber verlieren langsam die Geduld und versuchen jetzt mit Rabatten ihre Kleidung zu verkaufen.

Rosenheim – Die Temperaturen sinken und der erste Schnee ist bereits gefallen. Für die Einzelhändler in Rosenheim eigentlich ein klares Zeichen ihre Wintermode anzupreisen. Doch durch die Verlängerung des Lockdowns bis mindestens zum 31. Januar bleiben die Inhaber derzeit auf ihrer Kollektion sitzen. Mit aus der Not geborenen Rabattaktionen wollen die Händler die drohenden Lagerprobleme eingrenzen. Während die Geduld beim Thema Wintermode langsam ein Ende hat, gilt beim Umtauschen von Weihnachtsgeschenken nach wie vor einheitlich eine gewisse Kulanz.

Umsatzverluste steigen täglich

Das Wort „katastrophal“ ist das einzige, was Udo Siebzehnrübl zur derzeitigen Situation einfällt. Der Geschäftsführer der Filialen Intersport Siebzehnrübl blickt mit großer Sorge auf sein Lager, das derzeit mit Wintersportkleidung vollgepackt ist. Rund zwei Millionen Euro Umsatzverlust erwartet er durch die unerwartete Schließung und ist derzeit ratlos, wie er seine Sachen noch loswerden soll. „Wenn wir im Februar wieder aufmachen, ist der Drops längst gelutscht. Die Leute wollen schließlich jetzt Skifahren gehen und nicht erst in ein paar Monaten.“

Mützen und Mehr: Auch der Rosenheimer Intersport Siebzehnrübl kann keine Winterware verkaufen.

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Dieser Umstand sorgt auch bei Stefan Glocker, dem Inhaber von Böck-Herrenmode und Marc O’Polo in der Rosenheimer Innenstadt für Probleme. Auch er sitzt auf mehr Winterware als üblich und will mit dem Verkauf keinesfalls bis zur nächsten Saison warten. „Wir werden direkt nach dem Ende des Lockdowns versuchen, unsere Kleidung in den Outlet-Stores mit vergünstigten Angeboten anzubieten“, sagt der Inhaber. Wie die anderen Händler habe er bereits vor einem halben Jahr die Bestellungen für den Dezember und den Januar aufgeben müssen und ahnte nicht, dass seine Geschäfte durchgehend geschlossen sein werden.

90 Prozent der Winterware noch in Rosenheimer Laden

Vor „einer Zeit mit vielen Fragezeichen“ steht auch Helmut Quitt, Inhaber des Jack Wolfskin Rosenheim. Lediglich zehn Prozent des üblichen Winterangebots habe er verkaufen können. Dass er wie viele andere mit dem sogenannten Click and Collect-System mehr verkaufen könne, ist für ihn Augenwischerei und lediglich ein Tropfen auf dem heißen Stein. Die Leute wollen schließlich kommen, um die Sachen auszuprobieren und nicht, um sie einfach abzuholen. Wie Glocker sieht Quitt große Probleme darin, die Ware bis zum kommenden Winter einlagern zu können, da ihn das vor große logistische Schwierigkeiten stellen würde. Der Inhaber wird daher versuchen, seine Klamotten sobald es wieder möglich ist zu einem vergünstigten Preis loszuwerden.

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Kulant zeigt man sich in den Rosenheimer Läden, wenn es um den Umtausch von Weihnachtsgeschenken geht. Wer vor der Schließung noch im Laden war, um sich für Weihnachten einzudecken, kann mit der Quittung in das jeweilige Geschäft gehen, um seine Einkäufe umzutauschen. Die Frist für dieses Angebot ist bei den meisten Rosenheimer Händlern auf 14 Werktage nach der Wiedereröffnung ausgelegt.

Sommerverkauf startet im März

Ob danach allerdings noch lange Zeit Winterware in den Schaufenstern hängt, bleibt allerdings erst einmal abzuwarten. „Normalerweise beginnen die Aktionen für den Sommer bereits im März. „Was bis dahin nicht weggeht, werden wir voraussichtlich auch nicht mehr verkaufen“, resümiert Geschäftsführer Siebzehnrübl. Ob der Februar also der Monat der großen Rabattverkäufe wird, hänge daher in erster Linie davon ab, welche neuen Corona-Maßnahmen nach dem 31. Januar von der Politik beschlossen werden.

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Einzelhändler klären auf: Das gilt für den Umtausch von Weinachtsgeschenken;

1. Der Umtausch oder die Rückgabe von Waren ist grundsätzlich keine Pflicht für die Einzelhändler.

2. Aus Kulanz ist es dennoch in den meisten Fällen möglich.

3. Die Frist dazu ist bei den meisten Rosenheimer Einzelhändlern auf 14 Werktage nach der Wiedereröffnung ausgelegt.

4. Für die Rückgabe oder den Umtausch ist der originale Kassenzettel mitzubringen.

5. Die Waren sollten immer beim selben Laden zurückgegeben werden, bei dem sie auch gekauft wurden.

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