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Kaltenmühle: Initiative aus dem Stadtrat

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Der südliche Innenraum der Mühle: Hier befand sich einst die technische Mühleneinrichtung, die vermutlich nach dem Erwerb der Mühle durch die Familie Oswald 1898 ausgebaut wurde. Früher waren in dem Raum drei Mahlgänge eingebaut, die mit der Wasserkraft des Kaltmühlbachs betrieben wurden. In dem ehemaligen Mühlenraum planen die Stadtteilvereine einen Café- und Veranstaltungsraum.

Rosenheim - Ob es auch sein Familienname war, der den SPD-Stadtrat Kurt Müller in der Stadtratssitzung dazu bewog, sein Engagement für die Kaltenmühle spontan unter Beweis zu stellen?

Nachdem Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ihren Überblick über den aktuellen Stand des Projekts mit dem beschwörenden Aufruf: "Geben Sie mit mir der Mühle eine Chance!" beendet hatte und anmerkte, jeder Happinger könne doch einen Stein spenden, verkündete Müller: "Ich bringe als ersten Baustein 500 Euro!" Bauer erklärte darauf: "Ich schließe mich an!". CSU-Stadtrat Andreas Bensegger vervollständigte das Stiftertrio.

Zum weiteren Vorgehen bei der nun samt 2350 Quadratmeter Grund im Eigentum der städtischen Baugesellschaft GRWS befindlichen Kaltenmühle in Happing hatte Bauer berichtet, zunächst würden Gespäche mit der Regierung von Oberbayern geführt, ob Gelder im Rahmen der Städtebauförderung aus dem Projekt "Soziale Stadt" fließen könnten. Die Mühle könne als "Kulturcafé" neben einem noch zu errichtenden Bürgerhaus für den Stadtteil dienen - ähnlich dem "E-Werk-Stüberl" in Oberwöhr. Aus Finanzgründen sei das Projekt wohl in mehrere Bauabschnitte aufzuteilen.

Bauer weiter: "Die Kaltenmühle ist neben dem früheren Oberbahnamt am Südtiroler Platz und dem alten Leichenhaus am Friedhof eines der Denkmale, um das wir uns kümmern müssen." Die Stadt erlege Bürgern, die ein denkmalgeschütztes Gebäude besitzen, Vorgaben auf und müsse diese bei einem eigenen Gebäude auch erfüllen.

Franz Weiland von der Wählerinitiative WIR hatte die Gründung eines Fördervereins angeregt. "Schauen Sie sich doch die Kollegin Dambach an, was die mit ihrem Förderverein für die Stadtbibliothek erreicht hat!" Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP sprach sich ebenfalls für den Erhalt der Mühle aus, verlangte aber eine Kostenprüfung.

"Es ist absurd, in einer Zeit knapper Mittel eine Million Euro da hineinzustecken", wandte sich Rudolf Hötzel samt seiner Republikaner-Fraktion gegen einen Erhalt. FW/UP-Stadtrat Franz Baumann sagte, die Miesbacher Straße sei so nah an das Gebäude gerückt, dass es besser abgebrochen und weiter weg im Grundstück wiedererrichtet werden sollte.

Dazu erklärte Baudezernent Helmut Cybulska, eine wesentliche Denkmaleigenschaft des Gebäudes sei der Originalstandort, anderenfalls gebe es keine Zuschüsse vom Landesdenkmalamt, mit dem auch noch gesprochen werden müsse.

Obwohl es sich bei diesem Tagesordnungspunkt um eine Bekanntgabe und keine Beschlussvorlage handelte, ließ die Oberbürgermeisterin, um ein Meinungsbild zu erhalten, über das von der Verwaltung vorgeschlagene weitere Vorgehen abstimmen. Es wurde mit 30 zu sechs Stimmen mehrheitlich befürwortet. Neben den Republikanern stimmten Franz Baumann und von der CSU Dr. Wolfgang Bergmüller und Franz Krones dagegen.

Laut der Verwaltungsvorlage sei es im Rahmen der Sozialen Stadt denkbar, dass Teilleistungen im Innenausbau und der Außengestaltung von Bürgern in Eigenleistung realisiert werden könnten, was die "identitätsstiftende Funktion des Gebäudes als Teil eines Stadtteilzentrums" verstärke und Kosten senke. Mit der Stadtteilvertretung und dem Eigenheimerverein stünden Partner dafür bereit.Stadtheimatpfleger Karl Mair erläuterte im Gespräch mit der Redaktion, die im Raum stehenden Sanierungskosten von 980000 Euro laut dem Büro Bergmann beinhalteten eine komplette neue Haustechnik und die Neben- und Honorarkosten von 720000 Euro. Die übrigen 260000 Euro habe die GRWS für die Außenanlagen (175000 Euro), für drei Parkplätze (13500) und Erschließung angesetzt. Dieses Szenario gehe aber davon aus, dass sich die gemeinsame Haustechnik nicht im geplanten Bürgerhaus befinde, sondern eigens neu geschaffen werden müsste.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

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