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Mitarbeiter im Rosenheimer Danone-Werk streiken erneut

Danone: „Wir haben ein Angebot einer fairen Abfindung für alle Mitarbeiter abgegeben

Streik im Rosenheimer Danone-Werk am Mittwoch, 3. Juni wegen geplanter Werksschließung
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Das Danone-Werk in Rosenheim soll 2021 geschlossen werden, wie der Konzern Anfang des Jahres bekanntgab. Daher findet dort am Donnerstag, den 3. September ein Streik statt.

Rosenheim - Erneuter Ausstand bei Danone: Am Donnerstag, den 3. September, setzen die Beschäftigten am Rosenheimer Standort des französischen Lebensmittelkonzerns ihren Streik fort. Damit soll der Druck auf die Geschäftsleitung erhöht werden, Gespräche über einen Sozialtarifvertrag des von der Schließung betroffenen Werks aufzunehmen. Danone hat sich bereits zu dem Streik geäußert.

Update, 12 Uhr: Stellungnahme von Danone zum erneuten Streik

Von Seiten Danones könne man den weiteren Warnstreik in keiner Weise nachvollziehen, so PressesprecherinLinda Schumacher. Bereits zu Beginn der Woche hatten die Mitarbeiter ihre Arbeit niedergelegt. „Er gefährdet den Dialog und damit die Lösung, die die Mitarbeiter in Rosenheim dringend einfordern“, so Schumacher. „Wir haben ein Angebot einer fairen Abfindung für alle Mitarbeiter abgegeben, die weit über den sonst üblichen Marktstandard hinaus geht – 1,16 Monatsgehälter x Jahre der Betriebszugehörigkeit.“ Dieses Angebot sei laut Pressesprecherin im August nochmal verbessert worden. „Aufgrund einer Vertraulichkeitsvereinbarung können wir im Moment noch keine Details zum neuen Angebot kommunizieren.“

Den Vorwurf, dass Danone nicht zu Qualifikationsmaßnahmen beitrage, könne die Firma ebenfalls nicht nachvollziehen. „Zurzeit wird beispielsweise ein großes Bewerbungstraining für alle Mitarbeiter im Werk Rosenheim angeboten. Darüber hinaus gibt es unser Angebot eine Transfergesellschaft zu gründen, die neben finanzieller Absicherung dafür sorgt, dass permanente Weiterbildungsmöglichkeiten wahrgenommen werden können.“ Zudem gehe es Danone nicht nur um Qualifikationsmaßnahmen, sondern auch darum, seine Mitarbeiter konkret dabei zu unterstützen, eine neue Beschäftigung in der Umgebung zu finden.

Pressemeldung der NGG zum Streik am Donnerstag im Wortlaut:

Erneuter Ausstand bei Danone: Am heutigen Donnerstag, den 3. September, setzen die Beschäftigten am Rosenheimer Standort des französischen Lebensmittelkonzerns ihren Streik fort. Damit soll der Druck auf die Geschäftsleitung erhöht werden, Gespräche über einen Sozialtarifvertrag des von der Schließung betroffenen Werks aufzunehmen. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) mit. „Sollte Danone sich weiterhin weigern, höhere Abfindungen und Weiterbildungsmöglichkeiten für die 160 Beschäftigten zu vereinbaren, könnte sich der Arbeitskampf in den nächsten Wochen noch ausweiten“, sagt Georg Schneider, Geschäftsführer der NGG-Region Rosenheim-Oberbayern. Auf einer Streik-Kundgebung am Freitag werden unter anderem auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und der Landeschef der NGG Bayern, Mustafa Öz, per Video zugeschaltet.

Bereits Anfang der Woche hatte die Belegschaft mit einem Streik das Werk weitgehend lahmgelegt. „Die Produktion konnte bislang kaum wieder hochgefahren werden, weil die Zufuhr von Frischmilch gestoppt war“, so Schneider. Mit dem bis zum Freitagabend geplanten abermaligen Ausstand dürfte es erneut zu erheblichen Ausfällen kommen.

Ziel ist ein umfassender Sozialtarifvertrag

Kernpunkt des Streits ist die Abfederung sozialer Härten im Zusammenhang mit der Werksschließung im Sommer kommenden Jahres. „Die Rosenheimer Geschäftsführung argumentiert, ein Sozialplan reiche aus, weil er für den ganzen Betrieb und nicht nur für Gewerkschaftsmitglieder gelte. Das ändert aber nichts daran, dass die Vorschläge völlig unzureichend sind. Die Belegschaft, die übrigens zur Gewerkschaft steht, erwartet einen umfassenden Sozialtarifvertrag“, erklärt Schneider. Zudem hätten die Arbeitnehmervertreter den Eindruck, dass die Arbeitgeberseite kein volles Mandat für die geforderten Verhandlungen habe.

Geringe Chance auf neue Stellen

93 der insgesamt 160 Beschäftigten im Werk seien älter als 50 Jahre. Sie hätten auf dem Rosenheimer Arbeitsmarkt angesichts der Corona-Krise aktuell kaum Chancen auf eine neue Stelle. „Hinzu kommt, dass lokale Arbeitgeber wie Karstadt Sport und der Metallbetrieb Ericsson ebenfalls den Abbau Hunderter Stellen angekündigt haben.“ Die Gewerkschaft NGG fordert Danone auf, Verhandlungen über einen Sozialtarifvertrag zu beginnen, um weitere Produktionsausfälle zu vermeiden.

Hintergrund: Der französische Lebensmittelkonzern hatte zu Jahresbeginn angekündigt, den Standort Rosenheim bis Juli 2021 zu schließen. Dort laufen überwiegend Hüttenkäse und Quark-Joghurt-Produkte vom Band. Seither streiten Gewerkschaft und Geschäftsleitung über die Folgen für die 160 Mitarbeiter. Nach Informationen der NGG steht das Werk trotz Corona wirtschaftlich gut da. Die Ernährungsbranche gilt seit Beginn der Pandemie als systemrelevant.

Pressemitteilung Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG)

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