Todesdrohungen überschatten Prozess

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Archiv-Bild: Sicherheitsbeamte am Amtsgericht Rosenheim

Rosenheim - Über den eskalierten Polizeieinsatz in Schechen entscheidet bald das Amtsgericht Rosenheim. Aufgrund massiver Drohungen wird die Verhandlung von erhöhten Sicherheitsmaßnahmen begleitet.

Gravierende Todesdrohungen gegen mehrere Prozess-Beteiligte überschatten den Prozess gegen Familie E. aus Pfaffenhofen/Schechen. „Wir müssen das sehr ernst nehmen“, erklärt Oberstaatsanwalt Wilhelm Sing im Gespräch mit rosenheim24. Ein anonymer Briefschreiber hat mehrere Prozess-Beteiligte mit dem Tod bedroht. Die Staatsanwaltschaft hat die Kriminalpolizei mit den schwierigen Ermittlungen beauftragt.


Oberstaatsanwalt Wilhelm Sing

Aufgrund der Drohungen, dem großen öffentlichen Interesse und dem Vorfall am Dachauer Amtsgericht wird der Prozess von erhöhten Sicherheitsmaßnahmen begleitet werden. Es wurde auch die Verlegung an einen anderen Verhandlungsort erwogen, nach aktuellem Kenntnisstand wird aber mit hoher Wahrscheinlichkeit in Rosenheim verhandelt werden. Details über die Sicherheitsmaßnahmen wird das Amtsgericht in den kommenden Tagen veröffentlichen, es wird aber auf jeden Fall starke Kontrollen der Sicherheitsbeamten geben, erklärt Helga Pöschl-Lackner, Pressesprecherin des Amtsgerichtes Rosenheim, auf Anfrage von rosenheim24.

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Die Pfaffenhofener Familie (ein Pensionär und ehemaliger Polizist (66), seine Frau (62) sowie Tochter und Schwiegersohn) muss sich ab 17. Februar wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Der Fall sorgte aufgrund der Misshandlungs-Vorwürfe der Familie gegen die Polizei-Beamten in Bevölkerung, Medien und Politik für großes Aufsehen. Sollte Richter Ralf Burkhard der Darstellung der Staatsanwaltschaft zustimmen, droht ein Strafmaß von einer Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe.


red/Christian Schernthaner

"Polizei hat uns misshandelt"

Zwei Ehepaare aus Schechen beschuldigen Rosenheimer Polizei
Das Ehepaar Aloisia (62) und Josef E. (66) aus Pfaffenhofen/Schechen mit Tochter Sandra B.. Sie sagen: "Die Polizei hat uns brutal misshandelt." © cs/Ro24
Zwei Ehepaare aus Schechen beschuldigen Rosenheimer Polizei
Dieses Bild hat Aloisia E. von dem Zwischenfall in ihrem Hausflur aufgenommen. Sie sagt, ein Polizist in Uniform habe ihr kurz darauf die Kamera weggenommen und die Fotos gelöscht. Die Daten hätten jedoch später wieder hergestellt werden können. © privat
Der Polizeieinsatz im Haus von Familie E. in Schechen
Schwiegersohn Toni B. (36) wird an die Wand gedrückt  © Privat
Der Polizeieinsatz im Haus von Familie E. in Schechen
Zwei Polizisten halten Josef E. am Boden fest © Privat
Zwei Ehepaare aus Schechen beschuldigen Rosenheimer Polizei
Aloisia E. (62) leidet noch immer unter einer Verletzung, die sie bei dem Polizeieinsatz erlitten hat. © cs/Ro24
Zwei Ehepaare aus Schechen beschuldigen Rosenheimer Polizei
Das Mehrfamilienhaus der Familie E. in Pfaffenhofen/Schechen. Hier hat sich im November 2010 der Vorfall mit der Polizei zugetragen. © cs/Ro24
Zwei Ehepaare aus Schechen beschuldigen Rosenheimer Polizei
Schwarze Spuren an der Wand im Flur zeugen noch immer von dem Vorfall im November 2010. © cs/Ro24
Zwei Ehepaare aus Schechen beschuldigen Rosenheimer Polizei
In diesem Flur kam es zur Auseinandersetzung zwischen der Polizei und der Familie. © cs/Ro24
Zwei Ehepaare aus Schechen beschuldigen Rosenheimer Polizei
Aloisa E. zeigt im Flur Spuren des Zwischenfalls. © cs/Ro24
Zwei Ehepaare aus Schechen beschuldigen Rosenheimer Polizei
Aloisa E. zeigt im Flur Spuren des Zwischenfalls. © cs/Ro24

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