Seit Anfang April gab es 79 Unfälle mit Radfahrern

Fahrrad-Kontrollaktion in Rosenheim: Polizei hat eine große Bitte an die Radler 

Mit einer Radfahrer-Kontrollaktion hat die Polizei in Rosenheim auf die vielen Radunfällein der Stadt aufmerksam gemacht.
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Mit einer Radfahrer-Kontrollaktion hat die Polizei in Rosenheim auf die vielen Radunfälle aufmerksam gemacht.

Rosenheim - Die Rosenheimer Polizei hat mit einer Radfahrer-Kontrollaktion am Mittwochnachmittag auf die vielen Radunfälle in der Stadt aufmerksam gemacht. Gerade jetzt, wo „Radl-Hauptsaison“ ist.

„Ich fahre nur kurze Strecken, deshalb trage ich keinen Helm“ - so wie dieser junge Mann denken wohl viele Radfahrer. Bei der Radler-Kontrolle am Mittwoch in Rosenheim war es vor allem der fehlende Helm, der den Polizisten bei den Verkehrsteilnehmern auf zwei Rädern auffiel.

Seit April dieses Jahres hat es im Rosenheimer Stadtgebiet 79 Verkehrsunfälle gegeben, bei denen Radfahrer beteiligt waren. 80 Personen wurden dabei zum Teil schwer verletzt und eine ältere Dame verstarb. Viele der verletzten Radler hätten laut Polizei keinen Helm getragen. Das betraf 78 Prozent der schwerverletzten Radfahrer und 75 Prozent der leichter Verletzten. Die Beamten appellieren daher dringend an die Radler, dies zu ändern und führten zur Sensibilisierung deshalb am Mittwoch eine Kontrollaktion im Bereich der Prinzregentenstraße in Rosenheim durch.

Radfahrerkontrolle in Rosenheim - einige Fahrradfahrer aufgehalten

Innerhalb einer halben Stunde hielt Polizeiobermeisterin Maria Bohrer zusammen mit einem Kollegen fünf Fahrradfahrer auf. Verwarnungen mussten keine ausgesprochen werden, die Radler hatten allesamt ihre Fahrzeuge gut in Schuss. Einen Helm trug nur einer der kontrollierten Personen, ein Rennradfahrer aus Frankfurt. Alle anderen wies die Polizistin darauf hin, dass ein Helm mehr Sicherheit bringen würde. „Ich fahre nur kurze Strecken, deshalb trage ich keinen Helm", sagt ein junger Mann bei der Kontrolle.

Radfahrer zu 63 Prozent die Hauptverursacher der Unfälle in Rosenheim

Laut Polizei sind bei den Unfällen in Rosenheim die Altersgruppen zwischen 14 und 80 Jahren im Großen und Ganzen gleichmäßig verteilt. Die Unfälle passierten meist, weil die Fahrradfahrer zu schnell oder auf der falschen Fahrbahnseite fuhren oder die Vorfahrt nicht beachtet hatten. Laut Polizeistatistik waren zu 63 Prozent Radler die Hauptverursacher der Unfälle, Autofahrer waren zu 27 Prozent an Unfällen mit Radlern schuld. Jeweils vier Prozent der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern wurden von Lkw und Fußgängern verursacht. Ein Prozent verursachte der Linienbusverkehr und ebenfalls ein Prozent waren auf andere Umstände zurückzuführen.

Polizei appelliert an Radfahrer: Bitte tragt einen Helm

„Wenn Sie auf der Skipiste unterwegs sind, dann werden Sie ganz selten Leute sehen, die keinen Helm tragen. Da ist man schon quasi ein Außenstehender. Und deshalb gilt unser Appell: Bitte Leute, beim Fahrradfahren – auch wenn es keine gesetzliche Vorschrift ist – bittschön, tragt einen Helm!“ sagt Robert Maurer von der Rosenheimer Polizei und verweist dabei auf den Skisport, wo es mittlerweile zum guten Ton gehört, einen Helm zu tragen.

Unfälle mit E-Bikes

Nur eine kleine Rolle in der Rosenheimer Unfallstatistik spielen Pedelecs. Bei zwei der 79 Unfälle mit Radlern waren Elektrofahrräder beteiligt. Die Polizei hat hierzu eine Einschätzung warum das so ist: In Rosenheim werden vergleichsweise geringe Strecken mit Fahrrädern zurückgelegt und deshalb hauptsächlich das klassische Radl verwendet.

Trotzdem weist die Polizei darauf hin, dass die Gefahr, mit einem Pedelec tödlich zu verunglücken, gut dreimal so hoch ist wie mit einem konventionellen Fahrrad. Im gesamten Dienstbereich des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd kamen 2019 insgesamt 13 Fahrradfahrer ums Leben, fünf davon waren E-Bike-Fahrer. Das macht einen Anteil von 38,5 Prozent aus.

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