Schlag gegen mutmaßlichen Fahrraddieb aus Rosenheim

Anwalt kritisiert Vorgehen: "Haftbefehl völlig unverhältnismäßig"

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Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull aus Rosenheim sieht den Haftbefehl gegen seinen Mandanten als völlig unverhältnismäßig an.
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Rosenheim - Seit Jahresbeginn ist einer der Schwerpunkte der Rosenheimer Polizei die Bekämpfung des Phänomens „Fahrraddiebstahl“. Vergangene Woche konnte ein mutmaßlicher Täter ermittelt werden. In diesem Fall gibt es nun neue Entwicklungen.

Der Rosenheimer Polizei gelang erneut ein Schlag gegen organisierte Fahrraddiebe, wie die Beamten gegenüber rosenheim24.de mitteilten. Über 50 Tatverdächtige konnten bereits festgenommen werden. Ein weiterer mutmaßlicher Täter konnte nach Angaben der Polizei dank eines anonymen Zeugen ermittelt werden

Die Rosenheimer Beamten nahmen die Ermittlungen auf und beschlagnahmten eine Vielzahl von hochwertigen Rädern. Die Gesamtsumme des Diebesgutes wird von der Polizei auf mindestes 35.000 Euro geschätzt. Der mutmaßliche Täter befand sich zu dem Zeitpunkt auf einer Auslandsreise. Über die Staatsanwaltschaft Rosenheim wurde durch das Amtsgericht Rosenheim Haftbefehl erteilt.

Haftbefehl außer Vollzug gesetzt

Dieser Haftbefehl ist mittlerweile außer Vollzug gesetzt, wie die Staatsanwaltschaft Traunstein, Zweigstelle Rosenheim gegenüber rosenheim24.de bestätigte. "In diesem Fall hat Fluchtgefahr bestanden, die sich nachträglich nicht bestätigt hat, da der Tatverdächtige sich über seinen Verteidiger gemeldet hat", so ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gegenüber rosenheim24.de. 

Um einen Haftbefehl zu erlassen, sind bestimmte Voraussetzungen notwendig. Zunächst ist für den Erlass eines Haftbefehls ein dringender Tatverdacht erforderlich. Darüber hinaus muss ein sogenannter Haftgrund bestehen. Als Haftgründe sind im Gesetz Flucht, Fluchtgefahr, Verdunkelungsgefahr, Schwere der Tat und Wiederholungsgefahr genannt.

"Haftbefehl völlig unverhältnismäßig"

Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull, der den mutmaßlichen Fahrraddieb vertritt, sieht den Haftbefehl gegen seinen Mandanten als völlig unverhältnismäßig an. "Es hat von Anfang an keine Fluchtgefahr bestanden, da mein Mandant seit über 20 Jahren in Rosenheim ansässig und hier verwurzelt ist und auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt", so Koskull gegenüber rosenheim24.de.

Bilder von den sichergestellten Fahrrädern 

Erkennen Sie eines der Räder wieder?

Die Polizei hat Bilder der sichergestellten Räder veröffentlicht. "Die Räder waren zum Teil komplett manipuliert. Beispielsweise umlackiert, Gabeln und Sättel ausgetauscht", so der ermittelnde Beamte. Bei dem Diebesgut konnten auch drei Räder aus Diebstählen in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen dem mutmaßlichen Rosenheimer Täter zugeordnet werden.

jb

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