Festivalpässe ausverkauft

Hohe Schwarzmarktpreise sind "eine Frechheit"

Screenshot von der Seite Ebay Kleinanzeigen. Der Rekord am Montag: 320 Euro als Verhandlungsbasis für einen Festivalpass. 
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Screenshot von der Seite Ebay Kleinanzeigen. Der Rekord am Montag: 320 Euro als Verhandlungsbasis für zwei Festivalpässe.

Rosenheim - Innerhalb von wenigen Stunden war der Festivalpass an den Vorverkaufsstellen ausverkauft. Nun versuchen einige daraus ein Geschäft im Netz zu machen. 

Über Facebook machte uns eine Userin darauf aufmerksam, dass man derzeit über ebay Kleinanzeigen Festivalpässe fürs Sommerfestival 2017 für hohe Summen kaufen kann. Die Angebote richten sich offenbar an all jene, die noch auf den letzten Drücker nach einem besonderen Weihnachtsgeschenk suchen. 

Schon bei Morgendämmerung musste man sich hinten anstellen. Wer dafür keine Zeit hatte, konnte sein Glück nur über das Internet versuchen. 

Lediglich 120 Euro hat der Festivalpass für alle Konzerte im Vorverkauf gekostet, binnen weniger Stunden war jedoch das Kontingent von 5000 Karten am 2. Dezember schon ausverkauft. Maximal vier Karten konnte jeder Kunde kaufen. Lange Schlange bildeten sich vor den Vorverkaufsstellen schon am frühen Morgen. 

Nun werden einige Festivalpässe im Netz zu Wucherpreisen verkauft. "Das stinkt doch echt zum Himmel", empörte sich die Userin, die Angebote von bis zu 200 Euro pro Karte im Netz gesehen hat. Rekordhalter am Montag waren zwei Festivalkarten für 320 Euro, also 80 Euro über dem Vorverkaufspreis. Eine Preissteigerung um 33 Prozent innerhalb von wenigen Tagen! 

Personalisierte Tickets haben erhebliche Nachteile

Christian Ehinger vom Stadtmarketing Rosenheim ärgert das genauso: "Das ist eine Frechheit." 

Die Stadt habe als Veranstalter nicht die wenigen schwarze Schafe im Fokus, sondern die "99 Prozent ehrlichen Kunden". Natürlich könne man sämtliche Tickets nur noch personalisiert verkaufen - das hätte dann aber erhebliche Nachteile für die Kunden. 

Der Vorverkauf könnte dann nämlich nicht mehr über die Partner Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling und das OVB Medienhaus laufen, sondern über die Ticketshops. Der Kostenvorteil von mehr als 15 Prozent wäre dann weg, weil entsprechende Gebühren hinzukommen würden. "Außerdem ist gerade die Übertragbarkeit des Festivalpasses für die Kunden sehr attraktiv", erklärt Ehinger auf Anfrage von rosenheim24.de. 

"Wir wollen auch nicht alle Daten der Besucher haben, keine 'gläsernen Kunden'. Der Datenschutz ist uns sehr wichtig."

Ein Lossystem, das sich einige User wünschen um für mehr Fairness bei der Ausgabe der Festivalpässe zu sorgen, sei zwar "eine schöne Vorstellung", aber nicht machbar im gewünschten Preisrahmen. Letztlich müssten die Kunden die Mehrkosten tragen. "Das müsste dann auch alles notariell beglaubigt sein", so Ehinger. 

Mehr Ermäßigungen als bei anderen Veranstaltern

Die Vergünstigungen für die Kunden beim Rosenheimer Sommerfestival seien nicht vergleichbar mit den Preisen anderer Veranstalter. "Wir versuchen, so weit es irgendwie möglich ist, Ermäßigungen herauszuhandeln", erklärt Ehinger. So sei der Festivalpass 2017 satte 56 Prozent günstiger als der Erwerb aller Einzelkarten. "Das macht kein anderer Veranstalter!" 

Einzelkarten für Konzerte: Hier wird es knapp

Alle, die noch Einzeltickets für Konzerte kaufen möchten, sollten nicht zu lange warten. Besonders der Auftritt von ZZ Top am 22. Juli ist nahezu ausverkauft. Aber auch für die Konzerte von Mark Forster oder die Söhne Mannheims wurden schon viele Eintrittskarten als Weihnachtsgeschenke gekauft. Auf der Internetseite des Sommerfestivals kann man die Einzeltickets online kaufen. 

mg

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