Fischküche in Rosenheim wird saniert

Sanierung zum Überbrücken der Zwangspause - Nicht jeder Wirt kann‘s sich leisten

Die Fischküche in Rosenheim wird saniert. So soll die Zwangspause durch Corona sinnvoll genutzt werden. Viele Gastwirte würden es den Wirtsleuten gerne gleichtun, doch das Geld dafür fehlt derzeit meist, wie die DEHOGA Bayern berichtet.
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Die Fischküche in Rosenheim wird saniert. So soll die Zwangspause durch Corona sinnvoll genutzt werden. Viele Gastwirte würden es den Wirtsleuten gerne gleichtun, doch das Geld dafür fehlt derzeit meist, wie die DEHOGA Bayern berichtet.

Wie nutzt man als Gastronom die Zwangspause durch Corona am besten? Zum Beispiel zum Sanieren, wie die Fischküche in Rosenheim. rosenheim24.de war vor Ort.

Rosenheim - „Ja Kreuzkrutzifix, jetzt steht der immer noch da!“, entfährt es einem der Bauarbeiter. Grund seiner Wut ist ein Audi. Silbern. Und dort vor dem Gasthaus Fischküche in der Rosenheimer Gillitzerstraße geparkt, wo eigentlich der Baustellenkran hin soll. „Wir hatten den Bereich eigentlich mit Warnbalken abgesperrt. Die wurden aber einfach zur Seite geräumt.“ Die Polizei kann auch nicht weiterhelfen. Denn der Bereich war bis dahin nur ein „beschränktes Halteverbot“, mehr als ein Strafzettel über 15 Euro ist daher nicht drin. Abschleppen ist nicht möglich.

Ein Audi macht Ärger: Bis das Fahrzeug umgeparkt ist, behindert es erstmal die Bauarbeiten an der Fischküche in der Gillitzerstraße in Rosenheim.

Bis das Fahrzeug umgeparkt wird, geht erstmal für den Kran nichts. Denn der müsste genau auf dem Fleck stehen, welchen das Auto mit Münchner Kennzeichen blockiert. Nur so kann er anschließend zwischen zwei Bäumen und einem Kabel, an dem noch Weihnachtsschmuck die Straße überspannt, hindurch manövrieren.

Zwangspause durch Corona soll genutzt werden: Rosenheimer Fischküche wird saniert

„Wir bauen unsere Küche um“, berichtet Wirt Michael Haldek gegenüber rosenheim24.de. „Wir kriegen eine komplett neue Einrichtung mit neuen Installationen. Auch die Lüftungsanlage wird erneuert. Dazu ist der Kran im Einsatz.“ Der unter Denkmalschutz stehende Schornstein werde ausgefräst und darin ein neuer Lüftungsschacht eingebaut. „Im ebenfalls unter Denkmalschutz stehenden Gastraum wird sich dagegen fast nichts verändern“, so Haldek weiter. „Wir werden allerdings die bestehenden Lampen durch Kronleuchter ersetzen, die das historische Gewölbe dann besser zur Geltung bringen.“

Bundesweit müssen aufgrund des Lockdowns seit November Gastronomiebetriebe für den normalen Betrieb schließen und dürfen nur noch Lieferdienste und „to go“ anbieten. Um seine Kundschaft zu halten, muss man dabei kreativ bleiben. Die Fischküche-Wirtsleute haben das schon mal mit einem Leberkas-Drive-In versucht. Dieser wurde sehr gut nachgefragt und auch der Kontakt zur Stammkundschaft konnte gehalten werden. Nun soll die Zwangspause noch für die aufwändige Sanierung der Küche genutzt werden.

Sanierung als sinnvolle Nutzung der Zwangspause? - Nicht jeder kann sich das leisten

Doch nicht jedem ist das möglich. „Viele Gastwirte würden jetzt natürlich gerne die Zwangspause für Sanierungen und Reparaturen nutzen“, berichtet Frank-Ulrich John, Geschäftsführer und Pressesprecher des Hotel- und Gaststättenverbands DEHOGA Bayern gegenüber rosenheim24.de. „Ich habe auch schon von einigen Kollegen gehört, die das jetzt tun. Doch leider ist das den meisten nicht möglich, da ihre Finanzreserven schon im ersten Lockdown aufgezehrt wurden.“ Da die versprochenen November-Hilfen weiter auf sich warten lassen, würde sich daran auch erstmal nichts ändern.

„Gottseidank finanziert in unserem Fall die Brauerei Flötzinger den Umbau“, berichtet auch Fischküchen-Wirt Michael Haldek. „Wenn die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sind und der derzeitige Lockdown vorüber ist, wollen wir dann mit einem etwas veränderten Konzept wieder weiter machen.“

hs

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