Streit um Funkmasten entbrannt

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Rosenheim - In und um Rosenheim sollen 20 Tetramasten für den digitalen Funk aufgestellt werden. Jetzt regt sich Widerstand. Denn: Wie gefährlich sind die Strahlen?

In Rosenheim und Umgebung sollen 20 Tetramasten aufgestellt werden. Mittels dieser Funkmasten wird der bisher noch analoge Funkverkehr der Polizei und Feuerwehr digitalisiert. Dadurch sollen Funkstörungen und Überlagerungen minimiert werden.

Aber die Tetramasten und die damit verbundene gepulste Hochfrequenztechnik stößt nicht bei allen auf Zustimmung. Siegfried Zwerenz, Vorsitzender der Initiative "Bürgerwelle e.V" in Tirschenreuth sieht die ganze Technik sehr kritisch. "Es ist belegt, das Tetra schon in geringen Dosen gesundheitliche Probleme hervorruft. Mit einer Frequenz von 380 - 400 Megaherz dringt  diese Strahlung noch stärker durch Wände als Handysignale."

Zwerenz führt zu diesem Thema auch belegte Studien an. "In England gibt es einige Untersuchungen dazu. Dem zufolge kam es in den Gebieten, wo diese Masten stehen, zu Gesundheitsstörungen wie Nasenbluten und Schlafbeeinträchtigungen."

Und auch für die Benutzer dieser Technik birgt die Strahlung ein Risiko. "Die Polizisten in England klagten auch häufig über gesundheitliche Probleme. Nur können die natürlich nicht so stark mosern. Deshalb ist darüber auch nicht so viel bekannt geworden."

Er plädiert dafür, die bisherige Analogtechnik weiter zu verbessern: "Bei der WM in Deutschland lief auch alles mit analoger Technik und das hat ja super funktioniert. Zwar ist auch die analoge Technik nicht ganz gesundheitsneutral, aber die Schäden sind wesentlich geringer."

Auch Johannes Schmidt, Baubiologe in Neubeuern, sieht ein Risiko im digitalen Funk. "Das Problem ist ja, dass die Folgen erst nach mehreren Jahren und Jahrzehnten sichtbar werden. Wenn den Leuten gleich die Haare ausfallen würden, dann hätte man einen Soforteffekt. Da das aber nicht der Fall ist, muss der gesunde Menschenverstand greifen. Und der sagt, dass durch diese Technik Schäden im biologischen System des Menschen angerichtet werden."

Der Rosenheimer Stadtbrandrat Hans Meyrl empfindet die neue Technik aber trotzdem als Verbesserung. "Mit dem neuen Sprachgebrauch können Daten und Statusmeldungen wesentlich besser übertragen werden."

Alfons Weinzierl vom Landesfeuerwehrverband sieht die Einführung des Digitalfunks sogar als dringend notwendig an. Er sagte bei einem Interview im BR: "Bei den Großschadenslagen, die wir immer wieder haben in Bayern, ist es unabdingbar, dass wir auf Digitalfunk umstellen." Er meinte: "Wenn mehrere Feuerwehren unterwegs sind, bringt die Kommunikation untereinander im Analogfunk einfach Probleme. Wir haben Funküberlagerungen und Probleme damit, dass die Alamierung vernünftig durchgeht."

Patrick Steinke

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