Gemeinsam gegen die Sucht

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Schüler

Rosenheim - Das "Präventionsprojekt an Schulen" startet im Oktober. In Workshops können Schüler sich mit dem Thema Sucht auseinander setzten.

„Präventionsprojekt an Schulen“, dessen Schirmherrschaft von Oberbürgermeisterin Bauer und Landrat Neiderhell übernommen wird, ermöglicht es Schülern, sich in einem Präventionsworkshop mit ihrer derzeitigen Lebenswelt zu beschäftigen.

„Die Themen sind vielfältig, Alkohol und Drogen spielen ebenso eine Rolle wie die neuen Medien, Computerspiele, Essstörungen oder Männerbilder“, erklärt Benjamin Grünbichler, Geschäftsführer der Rosenheimer Suchtberatungsstelle Neon. Diese verwirklicht das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Lehrkräften, der Polizei und der Selbsthilfeorganisation Kreuzbund.

„Es ist mir ein großes Anliegen, dass sich junge Menschen ihre Gesundheit bewahren und nicht in eine Sucht abrutschen“, so Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Gemeinsam mit Landrat Josef Neiderhell hat sie die Schirmherrschaft für das Projekt übernommen

Die Plattform Schule eigne sich in dreierlei Hinsicht für die Präventionsarbeit: Die Schüler könnten frühzeitig erreicht werden und lernten das regionale Beratungsangebot kennen, so Grünbichler. Die direkte Zusammenarbeit mit den Lehrkräften und Jugendsozialarbeiter an den Schulen ermögliche zudem im Bedarfsfall schnelle Hilfe und Unterstützung von Betroffenen oder deren Angehörigen.

Beim Elternabend würden die Erziehungsberechtigten dazu angeregt, mit ihren Kindern ins Gespräch zu kommen, um problematisches Verhalten frühzeitig zu erkennen und anzusprechen, so Grünbichler weiter.

Das Projekt eignet sich besonders für komplette Jahrgangsstufen (vorzugsweise 7-9), insbesondere jedoch für die 7. Klassen. „Der Großteil der Schüler dieser Jahrgangstufe hat in der Regel kein problematisches Konsumverhalten, aber bereits Kontakt beziehungsweise erste Erfahrungen mit Substanzen wie Nikotin, Alkohol oder Cannabis“, erläutert Grünbichler.

Auch die Nutzung sozialer Netzwerke und Computerspiele seien für die Mehrheit alltäglich. Ebenfalls von hoher Relevanz für die pubertierenden Schüler seien die Themen „Körperwahrnehmung“, „Männerbilder“ und „Umgang mit Kummer“.

Auftaktveranstaltung zum „Präventionsprojekt an Schulen“ war der Arbeitskreis Schule und Sucht Mitte Oktober in den Räumen der AOK Rosenheim. Lehrkräfte aller Schultypen und die Suchtfachkräfte von Neon vernetzten sich, um die Qualität der Suchtprävention an den Schulen zu verbessern. Dabei ging es nicht nur um die aktuellen Konsumtrends der Jugendlichen, sondern auch um das Kiffen an Schulen und mögliche Gegenmaßnahmen.

Damit alle Schulen im Landkreis Rosenheim am „Präventionsprojekt an Schulen“ teilnehmen können, beteiligen sich neben Stadt und Landkreis Rosenheim auch die AOK in Rosenheim und die VR-Bank Rosenheim-Chiemsee eG an der Projektfinanzierung. Präventive Arbeit zielt einerseits auf den Erwerb individueller Konsum- und Risikokompetenz ab, andererseits auf das Verhindern von Krankheitsentstehung.

"Wir wünschen uns, dass sich so viele Jugendliche wie möglich mit der Thematik Sucht auseinandersetzen und sich für ein bewusstes, gesundes Leben entscheiden", so Gerhard Schöndorfer, Direktor der AOK in Rosenheim. „Aus dem gleichen Verantwortungsbewusstsein für die Region möchten auch wir uns für eine gesunde Entwicklung junger Menschen einsetzen“, so der Vorstandssprecher der VR-Bank Rosenheim Chiemsee eG, Konrad Irtel. Dies werde – neben dem Bewusstmachen von Gefahren und Risiken – vor allem dadurch erreicht, dass man Betroffene animiert, sich mit der eigenen Person und Lebenssituation, den eigenen Bedürfnissen, Wünschen und bereits gemachten Erfahrungen auseinanderzusetzen.

Interessierte Schulen wenden sich an:

Neon – Prävention und Suchthilfe Rosenheim, info@neon-rosenheim.de; oder unter der Telefonnummer 08031-4005890

Pressemeldung Neon

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