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Interview mit dem Leiter Günter Schwarz

Wie schütze ich mich vor Gewalt? Weißer Ring veranstaltet erneut Aktionstag in Rosenheim

Rosenheim – Der Weiße Ring – Deutschlands größte Opferschutzorganisation – veranstaltet am Montag, 11. Oktober, in Rosenheim einen Aktionstag, an dem verschiedene Fachdienstleister zum Thema sexueller Missbrauch von Kindern informieren und ihre Hilfsangebote vorstellen.

Warum ist ein Aktionstag wie der am kommenden Montag so wichtig?

Günter Schwarz: „Es ist wichtig, die Öffentlichkeit zu informieren und für dieses Thema zu sensibilisieren. Wenn man daran denkt, dass nahezu täglich rund 50 Kinder Opfer sexueller Übergriffe werden, wird, so denke ich, die Notwendigkeit solcher präventiven Aktionen mehr als deutlich.“

Wer wird alles vor Ort sein?

Schwarz: „Definitiv vor Ort ist der Kinderschutzbund, die Polizei, Vertreter der Stadt und des Landkreises und natürlich der Weiße Ring.“

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Vom 12. bis 15. Oktober findet auch wieder das Präventionsprojekt „Pfoten weg“ statt, das dabei helfen soll, die Persönlichkeit von Kindern zu stärken.

Schwarz: „Wir werden mit Präventionsmaßnahmen kaum die Täter erreichen. Also müssen wir versuchen, unsere Kinder zu stärken, ihnen deutlich machen, dass sie nicht alleine sind, dass sie sich wehren dürfen, dass sie „Nein“ sagen dürfen. Die Finanzierung ist glücklicherweise durch den Lions Club Rosenheim und die OVB-Medienhausstiftung gesichert.“

Wie wird das Theaterstück von den Kindern angenommen?

Schwarz: „Das Theaterstück wird von den Kindern sehr gut angenommen. Es ist seit der ersten Staffel von „Pfoten weg“ 2019 bei vielen Kindern noch heute im Gespräch. Und auch bei Eltern, Lehrern und Erziehern kommt das Stück sehr gut an und erhält nur positive Kritiken.“

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Wie wichtig ist Prävention generell?

Schwarz: „Wir wissen alle, wie wichtig Opferschutz ist. Jeder kann sehr schnell zum Opfer einer Straftat werden und dann ist es gut, zu wissen, welche Rechte und Möglichkeiten man hat. Die Rückkehr zu einem weitgehend normalen Leben, wie es vor der Tat war, ist das Ziel. Und Prävention beim Weißen Ring hat den Anspruch, die Opferwerdung möglichst zu verhindern oder zumindest die Folgen zu minimieren. Prävention ist der beste Opferschutz.“

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Wie hat die Corona-Krise die Arbeit Ihres Vereins erschwert?

Schwarz: „Durch die Kontaktbeschränkungen war es leider nicht immer möglich, mit den Opfern persönlich in Kontakt zu treten und so mussten alle Gespräche und Beratungen telefonisch und der Schriftwechsel postalisch erfolgen. Aber gerade ein persönlicher Kontakt nach einer Straftat ist oftmals sehr hilfreich für die betroffenen Opfer.“

Günter Schwarz, Leiter der Rosenheimer Außenstelle des „Weißen Rings“, freut sich auf den Aktionstag am kommenden Montag.

Hat die Pandemie zu einem Anstieg bei der häuslichen beziehungsweise sexuellen Gewalt gegeben?

Schwarz: „In meiner Außenstelle haben wir keinen expliziten Anstieg von häuslicher Gewalt feststellen können. Ich denke aber, dass die Dunkelziffer doch gestiegen sein wird, da durch die Kontaktbeschränkungen und das Homeoffice die Betroffenen Frauen ständig unter „Beobachtung“ ihrer Partner und somit nicht mehr allein waren. Dadurch fanden sie wohl kaum Möglichkeiten, zur Polizei zu gehen oder sich sonst Hilfe zu holen. Ähnliches gilt meiner Ansicht nacht auch für Fälle des sexuellen Missbrauchs.“

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Was kann jeder Einzelne tun, um seinen Beitrag zur Prävention zu leisten?

Schwarz: „Aufmerksam sein, nicht wegschauen und solche Maßnahmen wie den Aktionstag unterstützen, indem man hingeht und sich über das Thema informiert.“

Der Aktionstag findet am Montag, 11. Oktober,ab 17.30 Uhr im Künstlerhof statt. Der Eintritt ist frei, Anmeldung ist nicht erforderlich.

Rubriklistenbild: © Maurizio Gambarini/dpa

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