Gewerbesteuer sprudelt

OVB
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Rosenheim ist gut durch die Krise gekommen. Das Steueraufkommen lag 2011 höher als 2007. Für 2012 wird ein weiterer Anstieg erwartet. Dargestellt sind hier Grundsteuer, Gewerbesteuer, Hundesteuer sowie Einkommensteuer und Umsatzsteuerbeteiligung.

Rosenheim - Die Wirtschaft in Rosenheim steht auf festen Füßen und einem breiten Fundament. Das zeigt sich beim Blick auf die gezahlte Gewerbesteuer.

Zwar haben sich in der Krise etliche Betriebe vorsichtshalber niedriger veranlagen lassen. Das tatsächliche Ergebnis war aber in vielen Fällen so gut, dass Nachzahlungen fällig wurden und die Stadt weitere erwartet.

Die Gewerbesteuer wird auf die Ertragskraft eines Gewerbebetriebes erhoben. Kämmerer Karl Zinsmeister erläuterte die gute Rosenheimer Situation in einer Pressekonferenz. Von 8400 Betrieben in Rosenheim sind 7000 nicht gewerbesteuerpflichtig, weil ihr Gewinn entweder unterhalb der Freigrenzen liegt oder wegen ihrer Rechtsform. Im vergangenen Jahr nahm die Stadt rund 41,6 Millionen Euro Gewerbesteuer ein. 276 Betriebe zahlten bis 1000 Euro, 783 bis 10.000, 276 bis 100.000 und 44 Betriebe mehr als 100.000 Euro. Bei den Vorauszahlungen für 2012 zeigt sich, dass 31 Betriebe zwei Drittel von 31 Millionen erbringen.

Dies ist nach den Worten von Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl eine gesunde Basis. "Besser viele Gewerbesteuerzahler, die nicht so viel zahlen, als einer, der alles dominiert und von dem die Kommune abhängig ist", meinte er. Zwar habe auch Rosenheim in der Krise einen Rückgang hinnehmen müssen. 2007 lag die Gewerbesteuer noch bei 42 Millionen Euro, 2010 nur noch bei 34 Millionen. Viele Betriebe hatten sich in dieser Zeit beim Finanzamt vorsichtshalber niedriger veranlagen lassen. Städte wie Schweinfurt mit ihrer alles beherrschenden Kugellagerindustrie oder Ingolstadt mit Audi hätten aber mit wesentlich stärkeren Einbrüchen zu kämpfen gehabt, sagte Bugl.

2011 kletterte die Gewerbesteuer mit gut 41 Millionen fast schon wieder auf den alten Stand. Das liegt auch an kräftigen Nachzahlungen, die die Betriebe leisten mussten, weil die Gewinne höher ausfielen als zunächst von ihnen eingeschätzt. Für 2012 wird eine weitere Steigerung erwartet.

Die Stadt konnte im vergangenen Jahr sogar 1,8 Millionen Euro Schulden tilgen und hätte den Schuldenstand weiter verringern können, wenn sie nicht für 3,4 Millionen Euro das Bahnhofsgelände gekauft hätte. Dieses soll so rasch wie möglich, in Parzellen aufgeteilt, an Investoren veräußert werden. Bei der Stadt rechnet man damit, dass diese Sonderverschuldung in drei bis vier Jahren wieder abgebaut sein dürfte.

Derzeit hat Rosenheim 79,4 Millionen Euro Schulden. Die Pro-Kopf-Verschuldung stieg auf 1294 Euro. Der Landesdurchschnitt beträgt 1194 Euro.

bi/Oberbayerisches Volksblatt

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