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Schöffengericht Rosenheim

Graffiti in Rosenheim: 26 Jahre alter Mann kommt nach Geständnis mit Bewährungsstrafe davon

Eines der Grafitti des Verurteilten an einer Feuerschutztür in Rosenheim.
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Eines der Grafitti des Verurteilten an einer Feuerschutztür in Rosenheim.

Ein 26-jähriger Medizintechniker, der wegen Drogendelikten seine Haftstrafe auf Bewährung bereits seit vier Jahren ableistet, ist vor dem Schöffengericht Rosenheim einer Gefängnisstrafe entgangen. Der Grund war sein umfassendes Geständnis. Er musste sich wegen Sachbeschädigung durch Graffiti verantworten.

Rosenheim – „Es sollte Ihnen klar sein dass es sich hier wahrlich um eine ,Gnadenbewährung‘ handelt“, sagte die Vorsitzende Richterin Melanie Bartschat in ihrem Urteil. Sie verurteilte den Mann zu zwei Jahren Gefängnis auf Bewährung. Bei seiner Vorstrafensituation habe nur das umfassende Geständnis den Mann vor dem Gefängnis bewahrt.

Aufgrund von Drogendelikten steht der 26-Jährige bereits seit vier Jahren unter offener Bewährung. Trotzdem hatte er 2018 und 2019 im Internet Amphetamine, Ecstasy -Tabletten und Kokain bestellt. Anfang April dieses Jahres war er vom Landgericht Traunstein deshalb in zweiter Instanz zu 16 Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt worden.

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Vor dem Schöffengericht in Rosenheim stand er jetzt, weil er zwischen April 2019 und Juni 2020 insgesamt 34 Türen, Wände und Fassaden in Rosenheim mit Graffiti besprüht hatte. Die Flächen hatten die Eigentümer zu diesem Zweck nicht zur Verfügung gestellt. Für sie sind Reinigungskosten über insgesamt rund 24 000 Euro entstanden.

Mandant habe sich positiv verändert

In einem Rechtsgespräch während des Prozesses sagte der Verteidiger des Mannes, Rechtsanwalt Harald Baumgärtl aus Rosenheim, dass sein Mandant sich zwischenzeitig äußerst positiv verändert habe. Das habe auch das Landgericht Traunstein nur drei Wochen zuvor in seinem Urteil bestätigt, in dem es die 16-monatige Haftstrafe zu Bewährung ausgesetzt hatte.

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Er unterstrich, dass die Täterschaft seines Mandanten nicht ohne Weiteres nachzuweisen sei und dessen Geständnis somit einen hohen Wert habe. Baumgärtl schlug vor, eine mögliche Haftstrafe bezüglich der Graffiti ebenfalls zur Bewährung auszusetzen. Dem stimmen Staatsanwalt und Gericht im Rahmen einer Verständigung zu.

Nicht mehr in Drogenszene abgleiten

Verteidiger Baumgärtl forderte ein Jahr und acht Monate Haft, die zur Bewährung ausgesetzt werden sollten. Der Staatsanwalt – dessen Vorschlag das Gericht am Ende übernahm – beantragte eine Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren. Diese könne ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt werden. Außerdem verhängte das Gericht in seinem Urteil bestimmte Auflagen. Diese sollten verhindern, dass der Angeklagte erneut in die Drogenszene abgleite, hieß es im Prozess.

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