Gesundheitsministerin Huml zu Gast in Rosenheim

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Rosenheim - Wissen aus erster Hand: Gesundheitsministerin Melanie Huml berichtete im Restaurant "RIZZ" über die Herausforderungen und Schwerpunkte der Gesundheitspolitik.

Das Thema Gesundheitspolitik steht bei der Bevölkerung ganz oben: denn selten zuvor erlebten die Kreisverbände Rosenheim–Stadt und –Land der Frauen Union einen derartigen Zulauf bei einer Veranstaltung. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml berichtete bei der „Kulinarischen Kirchweih“ im voll besetzten Gewölbekeller des Restaurants „RIZZ“ über die Herausforderungen und Schwerpunkte der Gesundheitspolitik im Freistaat. Zu diesem Thema gehört auch ein Leben in Würde bis zuletzt, betonten Huml und die Rosenheimer CSU-Bundestagsabgeordnete Daniela Ludwig.

„Im Bundestag müssen wir uns idemnächst mit dem Thema Sterbehilfe befassen“

„Die Herausforderung ist, dass wir in unserer Gesundheitsregion unsere Kliniken so aufstellen müssen, dass sie auch in Zukunft die Patienten versorgen und eine gute Notfallversorgung vorhalten können“, sagte Ludwig. Kliniken und Gesundheitszentren in der Region hätten einen hohen Standard und seien Vorreiter in Sachen Qualität. „Im Bundestag müssen wir uns in den nächsten Monaten mit dem Thema Sterbehilfe befassen“, betonte die heimische Wahlkreisabgeordnete. „Ich meine, wir brauchen keine gewerbsmäßigen Vereine, die Giftcocktails verkaufen, damit die Menschen sterben. Ich möchte, dass das unter Strafe gestellt wird. Mir liegt eine würdige Begleitung von Schwerkranken am Lebensende am Herzen. Hier müssen wir insbesondere die Palliativmedizin und die Hospizbewegung stärken.“

Auch Melanie Huml sprach sich deutlich gegen Sterbehilfe aus. In den Niederlanden gebe es Sterbeteams, die nach Hause kommen. „Das lehne ich ab. Ich möchte bei uns nichts, was mit Sterbehilfe und Geschäftemacherei zu tun hat. Ich lehne auch einen ärztlich assistierten Suizid ab. Wir müssen Wert darauf legen, dass Menschen an der Hand eines anderen sterben, nicht durch die Hand eines anderen. Und wir müssen Patientenverfügungen respektieren und die Menschen gehen lassen.“

"Insbesondere die Versorgung mit Hausärzten ist wichtig"

Ein wichtiges Anliegen der Ministerin ist die Versorgung der Bevölkerung mit Haus- und Fachärzten. Der Region Rosenheim bescheinigte sie eine gute und ausreichende Versorgung. Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten hätten in Südbayern einen ausgezeichneten Ruf.

Insbesondere die Versorgung mit Hausärzten sei wichtig. Deshalb fördere die Staatsregierung die Ansiedlung junger Mediziner. Ein Student, der sich nach dem Studium für mindestens fünf Jahre als Hausarzt im ländlichen Raum verpflichtet, erhält eine Förderung von 300 Euro im Monat. Dadurch konnte die Staatsregierung bereits 64 künftige Hausärzte im ländlichen Raum gewinnen. Die Niederlassung von bereits praktizierenden Ärzten auf dem Land unterstützt die Staatsregierung mit 60.000 Euro. Diese Förderung nahmen bereits über 100 Ärzte in Anspruch.

Um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, setzt die Ministerin auch auf die Telemedizin. Videokonferenzen bei Tumorpatienten hätten sich längst bewährt. Dieser Bereich werde weiter ausgebaut.

"Eine Überarbeitung der Pflegebedürftigkeitsbegriffs ist überfällig"

Weiteres zentrales Thema ist für Huml die Pflege. Die Überarbeitung des Pflegebedürftigkeitsbegriffs sei überfällig. „Besonders Demenzkranke fallen immer noch zu oft durch das Raster. Sie müssen in Zukunft noch besser berücksichtigt werden.“ In der anschließenden Diskussion stellte sich Huml den Fragen des Publikums. Themen dabei waren die Bürokratie bei Ärzten, der Umfang der medizinischen Grundversorgung und die Förderung der Kliniken bei der Sanierung oder Erweiterung von Gebäuden.

Daniela Ludwig, MdB

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