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Rangiergleis am Bahnhof statt Raubling

Bundespolizei kontrolliert Güterzüge künftig in Rosenheim: Das sagt Meridian

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Rosenheim - Die Bundespolizei und die Deutsche Bahn AG haben eine gemeinsame Lösung gefunden, um Güterzüge grenznah zu kontrollieren. Durch ein Rangiergleis am Rosenheimer Bahnhof sind in Zukunft keine Streckensperrungen mehr notwendig.

Update Sonntag 9.37 Uhr: Pressemitteilung Meridian

Auf Anordnung der Bundespolizei wurden in den letzten Monaten, verstärkt seit Mai 2017, die vom Brenner kommenden Güterzüge bei Raubling gestoppt und hinsichtlich einreisender Migranten kontrolliert. Da die Kontrollen auf freier Strecke stattfanden, mussten sämtliche Züge des Meridian gestoppt werden. Die Kontrollen wurden oftmals mehrfach am Tag durchgeführt und dauerten teilweise bis zu zwei Stunden. Dies hatte zur Folge, dass die betroffenen Zugleistungen durch Busse ersetzt werden mussten. 

Als Betreiber bekam der Meridian nur den Tag der Kontrollen vorab mitgeteilt, aber nicht den einzelnen betroffenen Zug. So musste der Busnotverkehr häufig ad hoc bestellt werden, was zu Verzögerungen führte. Eine dauerhafte Bereitstellung von Bussen war wegen fehlender Buskapazitäten nicht an jedem Tag möglich. Seit Beginn der Güterzugkontrollen stand die Bayerische Oberlandbahn GmbH, die den Meridian betreibt, in intensiven Gesprächen mit der Bundespolizei und der Politik, um einerseits Leib und Leben der Migranten zu sichern, andererseits den Fahrgästen Fahrten mit dem Meridian nach Kufstein zu ermöglichen. Die jetzt getroffene Vereinbarung, die Kontrollen von Raubling auf ein Rangiergleis nach Rosenheim zu verlegen, sollte zu einer Normalisierung der Verkehre führen.

„Für unsere Fahrgäste und Mitarbeiter waren die letzten Monate eine sehr große Herausforderung. Die häufigen Zugausfälle und Verspätungen haben bei uns zu massiven Beschwerden geführt. Wir begrüßen daher die Verlegung der Kontrollen nach Rosenheim,“ so Dr. Bernd Rosenbusch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Bayerischen Oberlandbahn GmbH. „Wir sind froh, dass unsere Gespräche auf regionaler, Landes- und Bundesebene zu einer fahrgastfreundlichen Verlegung beigetragen haben.“

„Nach Monaten der Einschränkungen sollte die neue Lösung im Sinne der Meridian-Kunden im Inntal nun so schnell wie möglich und nicht, wie angekündigt, erst in den nächsten Monaten umgesetzt werden,“ so Rosenbusch weiter.

Pressemitteilung Meridian

Vorbericht

Regelmäßig hatten in den vergangenen Monaten Migranten sich selbst höchster Lebensgefahr ausgesetzt, 

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indem sie auf Güterzügen über den Brenner in Richtung Deutschland gefahren sind. Rund 570 solche höchst riskante Fahrten hat die Bundespolizei im Laufe dieses Jahres erfasst; seit Oktober 2016, als die ersten Fälle bekannt wurden, sind es nun insgesamt rund 840. 

Die Bundespolizei begegnete diesem Umstand durch Schwerpunktkontrollen an Güterzügen auf der Strecke zwischen Kiefersfelden und Raubling

Aus Sicherheitsgründen war die zweigleisige Strecke dabei für den übrigen Zugverkehr nicht oder eingeschränkt nutzbar, Verspätungen und Zugausfälle waren sowohl im Güter- wie auch im Nahverkehr die Folge.

Rangiergleis am Rosenheimer Bahnhof 

Gemeinsam hat nun die Bundespolizei mit der DB Netz AG eine Lösung entwickelt, um Güterzugkontrollen so zu gestalten, dass einerseits den Belangen der Sicherheit für Leib und Leben der Migranten, dem Zugbetrieb wie auch einem störungsfreien Fahrplan Rechnung getragen wird. 

In Rosenheim wird ein Rangiergleis nun mit Lichtanlagen als Kontrollstelle eingerichtet. Zum Schutz aller Beteiligten wird das Gleis durch eine Umzäunung von den übrigen Bahnanlagen getrennt. Innerhalb des nächsten Monats soll das Konzept umgesetzt sein, so die Planung.

Güterzugkontrollen sind absolut notwendig 

Der Leiter der Bundespolizeiinspektion Rosenheim, Polizeidirektor Reinhard Tomm, erklärt: „Für die Bundespolizei steht fest: Die Kontrollen der Güterzüge sind unbedingt notwendig, wir können nicht tatenlos zusehen, wenn Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen. Außerdem reisen die Migranten illegal ein. Einen Güterzug zu überprüfen, ist deutlich komplexer und zeitintensiver als etwa eine Lastwagenkontrolle. Deshalb sind wir froh über die zusammen mit der Deutschen Bahn gefundene Lösung, mit der die Folgen der unablässigen Kontrollen für den Bahnverkehr spürbar abgemildert werden.“

Zitat DB-Konzernbevollmächtigter Klaus-Dieter Josel: „Wir bedauern, dass Migranten offenbar so verzweifelt sind, dass sie mit einer illegalen Fahrt im Güterwagen ihr Leben riskieren. Umso wichtiger ist es, hier schnell und professionell eine Lösung für alle Beteiligten zu finden. So wird vor allem auch den Belangen unserer Kunden nach einem stabilen und verlässlichen Fahrplan Rechnung getragen.“

Auch MdB Daniela Ludwig zeigt sich erfreut

„Ich begrüße es sehr, dass Bundespolizei und DB Netz AG sich dahingehend geeinigt haben, dass in Rosenheim ein Rangiergleis mit Lichtanlagen als Kontrollstelle eingerichtet wird. Das Gleis wird durch eine Umzäunung von den übrigen Bahnanlagen getrennt. 

MdB Daniela Ludwig

Für eine solche Lösung habe ich mich in den vergangenen Wochen intensiv eingesetzt, denn die massiven Einschränkungen für den Personenverkehr waren absolut unhaltbar. Die neuen Kontrollen sollen innerhalb des nächsten Monats umgesetzt werden“, so Daniela Ludwig.

Es freut mich, dass der Zugbetrieb bald wieder ohne Störungen laufen kann und trotzdem gründliche Kontrollen stattfinden. Die Kontrollen sind unverzichtbar, denn bei der Einreise auf Güterzügen riskieren die Menschen ihr Leben. Außerdem findet dabei eine illegale Einreise statt. Durch die Kontrollen musste jedoch zuletzt wiederholt die Strecke zwischen Raubling und Rosenheim gesperrt werden. Sobald die jetzt gefundene Lösung umgesetzt ist, müssen Pendler und Reisende nicht mehr mit Verspätungen oder Zugausfällen rechnen“, so Ludwig.

Presseinformation Deutsche Bahn AG/Daniela Ludwig

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