Happing bekommt ein Bürgerhaus

+
Das Happinger Bürgerhaus ist schon lange in der Diskussion. So wie hier beim Internationalen Kindertag im April 2012.

Rosenheim - Die Stadt will in Sachen Bürgerhaus für Happing Nägel mit Köpfen machen. Sie entschied sich sogar für die teurere von zwei möglichen Varianten.

Im Haupt- und Finanzausschuss fiel jetzt ein Grundsatzbeschluss für das Projekt, das neben Bürgertreff und Stadtteilarbeit auch Proberäume für Stadtkapelle und Spielmannszug beherbergen soll. Damit geht eine jahrelange Hängepartie zu Ende, bei der es vor allem um die Frage möglicher Förderungen ging. Die Stadt nimmt für das Bürgerhaus 3,8 Millionen Euro in die Hand.

Soll die Kaltenmühle abgerissen oder saniert werden? Bekommen Musikkapelle und Spielmannszug im Happinger Bürgerhaus Proberäume? Das waren die beiden Knackpunkte, an denen sich lange Diskussionen mit der Regierung von Oberbayern als Förderbehörde entzündet haben.

Bereits 2008 hatte die Rosenheimer Wohnungsbaugesellschaft (GRWS) das Gelände an der Happinger Straße gekauft und der Stadtentwicklungsausschuss sich für den Bau des Bürgerhauses ausgesprochen. Es sollte nach dem E-Werk-Stüberl in der Endorferau und dem Bürgerhaus Lessingstraße den Schlussstein in der Stadtteilarbeit setzen.

Lesen sie dazu auch:

Dem Bürgerhaus steht nichts mehr im Wege

Bauwagen soll für Ruhe sorgen

Stillstand beim Projekt „Happinger Bürgerhaus“

Unterschriften für das Happinger Bürgerhaus

Ein Projekt dieser Größenordnung kann die Stadt nicht alleine stemmen. Grundsätzlich hatte die Regierung 2008 ihre Bereitschaft signalisiert, der Stadt unter die Arme zu greifen. Allerdings machte sie die Förderung mit Städtebaumitteln davon abhängig, dass die Kaltenmühle erhalten bleibt. Dies sicherte der Stadtrat schließlich mit einem Mehrheitsvotum zu, obwohl so manches Ratsmitglied das älteste weltliche Gebäude Rosenheims aufgrund seines maroden Zustands lieber abgerissen hätte.

Der zweite Einwand der Regierung ließ sich aber nicht aus der Welt schaffen. Denn das Bürgerhaus sollte nach den Vorstellungen des Stadtrats nicht nur Bürgersaal und Büroräume für die Stadtteilarbeit beherbergen, sondern auch der Rosenheimer Stadtkapelle und dem Spielmannszug ein Zuhause bieten. Beide Vereine haben eine jahrzehntelange Odyssee hinter sich, die sie von einem Provisorium zum nächsten führte. Nun sind sie für ihre Proben notdürftig imPanger Sportheim untergekommen. Die Hoffnung, imgeplanten Bürgerhaus eine Heimat zu finden, schien sich aber zu zerschlagen. Denn Räume für Musikgruppen, so beschied die Regierung von Oberbayern, könnten nicht gefördert werden.

Die GRWS hat nun noch einmal neu geplant und die beiden Lösungen mit und ohne "Musik" durchgerechnet. Die Variante mit Musikräumen fällt 1,4 Millionen Euro teurer aus. Für diesen Anteil gibt es keine Fördermittel.

Im Haupt- und Finanzausschuss wurde dieser Vorschlag dennoch einhellig begrüßt. "Wir brauchen das Bürgerhaus dort draußen", sagte Herbert Borrmann für die CSU. Gabi Leicht (SPD) stimmte ihm zu: "Das Bürgerhaus ist wichtig für Happing."

Die hohen Kosten will man in Kauf nehmen, um eine Lösung für die beiden Musikververeine zu finden. Von den rund 5,3 Millionen Euro Gesamtkosten wird die Stadt 3,8 Millionen Euro tragen. Knapp 380 000 Euro steuert die GRWS bei. Der Rest soll aus Fördermitteln bestritten werden.

Die Kaltenmühle wird saniert und als Jugendtreff genutzt. Im angebundenen Neubau werden im Erdgeschoss Bürgersaal und Räume für die Stadtteilarbeit untergebracht, im Obergeschoss sollen Stadtkapelle und Spielmannszug Saal und Übungsräume erhalten. Im Neubau sind insgesamt 950 Quadratmeter Nutzfläche vorgesehen.

Mit dem Grundsatzbeschluss wird die GRWS nun beauftragt, eine konkrete Entwurfsplanung zu erstellen. Sie ist Voraussetzung dafür, dass die Regierung von Oberbayern einen Förderantrag bearbeiten kann.

ku/Oberbayerisches Volksblatt

Kommentare