BayWa-Wiese: Viel Kritik für Bauvorhaben

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Vertreter aus verschiedenen Vereinen und Verbänden aus Rosenheim und Rosenheim - Happing sowie Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion.

Happing - Das Bauvorhaben an der BayWa-Wiese stieß bei einem Treffen der SPD auf Skepsis. Besonders die voraussichtliche Verkehrsbelastung stand in der Kritik.

Auf Einladung des SPD-Ortsvereins Happing & Kastenau trafen sich Mitglieder der SPD-Stadtratsfraktion sowie Vertreter verschiedener Verbände zur Begehung am geplanten Bebauungsgebiet der BayWa-Wiese im Rosenheimer Stadtteil Happing.

Markus Dick, Ortsvereinsvorsitzender der SPD Happing & Kastenau, stellte zunächst das Projekt und die geplanten Verkehrsführungen vor. Zu- und Abfahrt zum Baugebiet sollen sowohl über die B15 als auch über die Happinger Strasse führen. Entstünde aber an der Bundesstrasse ein Unfallschwerpunkt, wollte man dies mit einem Kreisel im Baugebiet lösen und den Verkehr nur noch über die Happinger Strasse ausleiten. Dick merkte hierbei an, dass bereits zum jetzigen Zeitpunkt etwa 7.500 Fahrzeuge täglich die Kreuzung an der Happinger Strasse passierten. Das Ausleiten vom Gebiet der BayWa-Wiese aus würde das Verkehrsaufkommen damit deutlich erhöhen. Zunächst sprach man offiziell von 6.000 weiteren Fahrzeugen, später von 4.200. Warum das Planungsbüro nun von einer niedrigeren Zahl ausgehe, sei jedoch nicht bekannt. Ferner gebe es auch keinen öffentlichen Zugang zur Simulation des Verkehrsprojekts.

Nachteile für Stadtteil überwiegen

Auch eine zusätzliche Ampelanlage, die an der Happinger Strasse und damit in sehr kurzem Abstand zur Kreuzung stünde, würde den Verkehr zusätzlich verdichten. „Damit werden somit die direkten Anwohner, wie auch jene in den weiteren Ausleitungsgebieten wie Leitzachstrasse, Eichfeldstrasse und Kirchenweg stark belastet“, kritisierte Dick das Vorhaben. Dr. Hermann Biehler, Vorstandsmitglied des Rosenheimer Forums für Städtebau und Umweltfragen e. V. ergänzte, dass der Bauentwurf auf eine Nutzung abziele, die nichts Positives für den Stadtteil bringe, sondern vielmehr das Stadtteilzentrum an der Ecke Happinger Strasse – Traberhofstrasse gefährde. Außerdem ziehe das Projekt verstärkt Verkehrsteilnehmer von der Bundestrasse in den Stadtteil, was zu einer verstärkten Verkehrsbelastung innerhalb des Ortes führe.

Steffen Storandt, Vorsitzender des BUND Naturschutz in Rosenheim, merkte an, dass das Bauprojekt vielleicht für die Wirtschaft von Vorteil sei durch die Verkehrsbelastung, die verbauten Grünflächen und die Schädigung der vorhandenen Nahversorgung aber ein Nachteil sowohl für die Stadt als auch den einzelnen Bürger sei.

SPD deutlich gegen das geplante Bauvorhaben

In seiner Stellungnahme zum Bauvorhaben an der BayWa-Wiese unterstrich Robert Metzger, Stadtrat und Oberbürgermeisterkandidat der SPD Rosenheim, dass sich die SPD-Stadtratsfraktion entschieden gegen die jetzige Entwicklung des Bauvorhabens ausgesprochen hätte. Wie seine Vorredner sieht auch Metzger die Verkehrsplanung wenig in die Zukunft gerichtet. Dass im Bauvorhaben ein Nahversorger geplant sei, sieht Metzger als irreführend an. „Wir sollten hier besser von einem Großversorger sprechen. Nahversorger sind im Ortskern und von allen gut zu erreichen. Dies ist bei diesem Projekt sicher nicht der Fall“, so Metzger. Er kritisierte in diesem Zusammenhang auch, dass bei Planungen zu wenig Weitblick hinsichtlich einer immer älter werdenden Gesellschaft, aber auch hinsichtlich des ganzheitlichen Stadtbildes gezeigt werde. „Wir brauchen einen weiteren Nahversorger im Ortskern Happing, den alle Bewohner erreichen können“, unterstützte Kurt Müller die Äußerungen seines SPD-Stadtratskollegen.

Die Anwesenden waren sich einig, dass das Projekt, wie es im Moment geplant ist, eine Belastung für den Ortsteil Happing sei. Werner Leberfinger, Mitglied des Eigenheimvereins Happing, unterstrich diese bestehende Kritik abschließend mit den Worten: „Gewinnstreben darf nicht über der Lebensqualität der Happinger Bürger stehen!“

Pressemitteilung SPD-Ortsverein Happing & Kastenau

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