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Ein ziemlich teures Bürgerhaus

Happing - Die Happinger sollen auf dem sogenannten BayWa-Grundstück an der Miesbacher Happinger Straße ein Bürgerhaus bekommen. Das nun vorgelegte Raumprogramm ist jedoch so umfangreich, dass es unbezahlbar erscheint.

Deshalb argwöhnen Stadträte, die Rosenheimer Wohnbaugesellschaft (GRWS) wolle zur Gegenfinanzierung die von ihr ungeliebte historische Kaltenmühle schleifen. Der Stadtrat hatte sich für den Erhalt des denkmalgeschützten Gebäudes ausgesprochen, unter der Voraussetzung, dass dies wirtschaftlich vertretbar erscheint. Bisher gibt es aber noch keine konkreten Nutzungsvorschäge. Ein Einbeziehen in das Bürgerhaus ist nicht geplant. Ein großer Probenraum mit 170 Quadratmetern, zwei mittlere Probenräume mit je 28, zwei mit je 30 Quadratmetern zum Proben mit Schlagwerken, ein Jugendraum mit 70, ein Bürgersaal mit 100 Quadratmetern, Nebenräume, viele Räume für Sozialarbeiter: 15 Architekturbüros sollen im Rahmen eines Wettbewerbs 1145 Quadratmeter im Bürgerhaus unterbringen.

SPD-Stadtrat Andreas Lakowski multiplizierte diese Zahl mit angenommenen rund 3000 Euro Kosten pro Quadratmeter. Das macht über drei Millionen Euro für den Bau. "Das können wir uns überhaupt nicht leisten, dann müssen wir es auch nicht planen", kritisierte er. Den Bürgern von Happing erweise man mit einer solcher Vorgabe an die Architekten einen Bärendienst. Für ihn liegt auf der Hand, dass die GRWS versuchen wird, mit den hohen Kosten zu argumentieren, um im Gegenzug die Kaltenmühle abreißen zu können.

"Bürger fragen und dann nicht auf sie hören, das geht nicht"

Im Bürgerhaus sollen unter anderem die Stadtkapelle, der Spielmannszug und die Jugendkapelle endlich eine Heimat bekommen, die seit Jahren durch verschiedene Probenräume vagabundieren und "immer kurz vor dem Rausschmiss" stehen, wie es hieß. Für sie machte sich CSU-Stadtrat Josef Gasteiger stark. Es sei illusorisch, anzunehmen, solche Kapellen, könnten sich einen Probenraum teilen. Sie müssten auch ihre Instrumente stehenlassen können.

Das Haus ist außerdem als Jugendtreff und Treffpunkt für alle Generationen gedacht, das Sozialamt und verschiedene andere soziale Einrichtungen sollen gleichfalls vertreten sein.

CSU-Fraktionsvorsitzender Herbert Borrmann sprach von einem "sehr ambitionierten Raumprogramm". Ihm war besonders wichtig, dass das Wettbewerbsergebnis den Stadtrat nicht bindet. Veränderungen vorzunehmen dürfe zum Schluss kein Tabu sein - auch an der Größe.

Die GRWS hatte die Happinger Bürger an den Planungen beteiligt und deren Bedürfnisse in das Raumprogramm eingearbeitet. "Die Wünsche waren noch größer", berichtete Joachim Seethaler, technischer Leiter der GRWS. Sie habe Vertrauen in die Vorarbeit der GRWS, versicherte Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer. Wenn man die Bürgerwünsche nicht berücksichtigen wolle, hätte man sie auch gar nicht erst fragen müssen, lautete ihr Fazit. Wichtig sei nun, im Architektenwettbewerb die beste Lösung zu erarbeiten: "Wir werden uns das Ergebnis anschauen und schauen, ob wir uns das leisten können."

Förderprogramme würden allerdings ständig weiter beschnitten, deshalb sei Bescheidenheit durchaus angebracht. Für die SPD stimmte Andreas Lakowski gegen das Raumprogramm. Republikaner Hans Rass forderte den Abriss der Kaltenmühle. Seine Fraktion hat inzwischen einen offiziellen Antrag nachgeschoben. Der Republikaner schlägt anstelle der Kaltenmühle eine Rechtsabbiegespur von der Miesbacher in die Happinger Straße vor.

Oberbayerisches Volksblatt

Rubriklistenbild: © dpa

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