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In der Inntalhalle

„Haben einen Wahnsinnsrespekt“: Das plant die neue Wirtsfamilie beim Rosenheimer Herbstfest

Das die neue Herbstfest-Wirtsfamilie Heinrichsberger für die Inntalhalle: vl. Rosemarie, Lorenz (vorne), Werner sen.,
Werner jun., Carolin
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Das die neue Herbstfest-Wirtsfamilie Heinrichsberger für die Inntalhalle: von links Rosemarie, Lorenz (beide vorne), Werner sen., Werner jun., Carolin

Weniger als 100 Tage Zeit - und Bedarf nach mindestens 300 Mitarbeitern? Die neue Wirtsfamilie in der Inntalhalle erzählt, wie sie das Herbstfest in Rosenheim zu einem Erlebnis machen will.

Rosenheim – Noch ist man erst mitten im Frühling. Und doch kann man schon jetzt sagen: Das Rosenheimer Herbstfest 2022 wird ein Besonderes werden. Allein deswegen, weil es das erste Herbstfest nach der zweijährigen Pandemie-Pause ist.

Aber auch deswegen, weil neue Wirtsleute ihre Premiere geben: Die Gastronomen-Familie Heinrichsberger bespielt für Auerbräu die Inntalhalle (wir berichteten). „Unsere Vorfreude ist groß“, sagt Werner Heinrichsberger junior (43) dem Reporter der OVB-Heimatzeitungen im Gasthaus Kampenwand in Aschau.

Mindestens genauso groß wie die Vorfreude dürfte das Arbeitspensum für den Aschauer Gastronom und die Familie werden. Rund eine Million Besucher zählt die Rosenheimer Wiesn zu normalen Zeiten. Nach Corona aber wird von normal kaum die Rede sein können. Die Volksfeste, die 2022 bereits stattfanden, zeigten: Die Menschen sind ausgehungert. „Es werden schon mehr Besucher werden“, schätzt auch Heinrichsberger Junior.

Heuer muss alles schnell gehen

Was die Wiesn für Auerbräu und seine Wirte noch schwieriger macht: Diesmal muss alles besonders schnell gehen. Nicht mal mehr hundert Tage vergehen, bis das größte Volksfest Südostoberbayerns beginnt. Und erst Anfang Mai hatten sich die Wege des langjährigen Wirts Andreas Schmidt und von Auerbräu getrennt. 14 Jahre mit zwölf guten Herbstfest-Auftritten hatte Schmidt hingelegt. Dann aber wollte sich Schmidt, so hieß es in der gemeinsam mit Auerbräu verbreiteten offiziellen Mitteilung, neuen Aufgaben zuwenden.

„Wir haben davon aus der Zeitung erfahren“, sagt Heinrichsberger. Als zwei Wochen später Auerbräu angerufen habe, hätten er und sein Vater nur kurz überlegt. Auch im Familienrat sei man sich bald einig gewesen. Denn: „Wie oft bekommt man so eine Chance?“

Eine Chance, die freilich mit viel Mühe und Wagnis verbunden ist. Die Heinrichsbergers werden einen Festbau mit insgesamt 7000 Sitzplätzen bewirten. Sie müssen dem Erwartungsdruck standhalten, der sich in zwei Jahren der Corona-Tristesse aufgebaut hat. Sie müssen ihren Gästen ein Fest für die gesamte Familie bereiten, also möglichst nicht mit Münchner Preisen. Und sie müssen gewaltig Personal rekrutieren. Für die Inntalhalle benötigte Vorgänger Andi Schmidt über 300 Mitarbeiter, von der Bedienung bis zur Küchenhilfe.

In der Region verwurzelt

„Bedienungen sind nicht das große Problem“, sagt Werner Heinrichsberger. „Da verdient man gut, viele haben sich schon gemeldet. Wir sind auf einem guten Weg.“ Schwieriger sei die Lage in der Küche. Man stehe in Verhandlungen mit einer Leiharbeitsfirma, berichtet der Aschauer Wirt. Auch von der alten Mannschaft hätten sich schon wieder einige gemeldet. Aber es bleibt weiterhin viel Verhandlungsbedarf für relativ wenige Tage. „Wir haben einen Wahnsinnsrespekt, auch wegen der kurzen Zeit“, sagt jedenfalls Heinrichsberger.

Die Heinrichsbergers sind eine in der Region verwurzelte Familie. Neben dem „Gasthof Kampenwand“ betreiben sie auch den „Goldenen Pflug“ in Frasdorf, dazu die Gastro am Freibad in Aschau. Bekannt sind sie auch als die Wirtsleute der Aschauer Festwoche und beim Aschauer Markt. Eine wichtige Voraussetzung in den Augen der Verantwortlichen bei Auerbräu war damit erfüllt: Der Wirt fürs Herbstfest muss aus der Region kommen.

Ein großes Familienteam wird es stemmen

Das heißt aber auch: Was die Eltern Werner und Rosemarie Heinrichsberger, Sohn Werner und Ehefrau Carolin Heinrichsberger, die Schwestern Tatjana und Rosemarie sowie Rosemaries Mann Thomas Dettendorfer in den kommenden Wochen und Monaten leisten müssen, gleicht von der Koordination und dem Arbeitsaufwand her dem Jonglieren mit Eisengewichten. Man wolle das „Kerngeschäft“ mit zwei Gasthöfen und 66 Gästebetten nicht vernachlässigen, sagt Werner Heinrichsberger, aber auch die Aschauer Auftritte werden in der Familie bleiben. „Wir werden uns aufteilen“, sagt der Junior.

Die zeitliche Überschneidung von Aschauer und Rosenheimer Großereignissen sei jedenfalls kein Problem – „wenn es beim Herbstfest mal läuft, hast du mit den ganzen Vorarbeiten eh das meiste hinter dir“, meint der 43-Jährige. „Das Schlimmste ist die Woche direkt davor.“

Vater Werner Heinrichsberger hält die Stellung in Aschau

Die Aufgabenteilung sieht unter anderem vor, dass Vater Heinrichsberger in Aschau die Stellung hält. Wie in Rosenheim auch setze man auf gute Küche, mit regionalen Produkten und Lieferanten aus der Umgebung, sagt der Vater. Dennoch, ist das zu stemmen, allein vom Arbeitspensum her? „Arbeit sind wir gewöhnt“, sagt Heinrichsberger Senior. „Die ging uns auch in der Corona-Zeit nie aus.“ Der Sohn weist auf die Stärken des Teams hin: Fleiß, Zusammenhalt und Organisationstalent.

Ein neuer Wirt, ein neues Herbstfest-Glück? Der jüngere Heinrichsberger will auf Qualität und Tradition setzen, auf Gemütlichkeit, keinesfalls soll’s eine Halligalli-Wiesn werden. Denn die familiärere Atmosphäre gehört für ihn einfach zum Charakter der fünften Jahreszeit in Rosenheim. „Das Herbstfest“, sinniert er. „das ist etwas ganz Besonderes.“

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