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Wieso das Lebkuchenherz seit Jahrzehnten der Renner ist

„A Herzl fürs Madl und a Bussal fürn Burschen“: Zu Besuch bei der „Herz‘l Hütt‘n“

Team der „Herzl Hüttn“ auf dem Rosenheimer Herbstfest
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Das Team der „Herzl Hüttn“ auf dem Rosenheimer Herbstfest (von links): Lea Pfisterer, Antonia Steinecker, Roswitha Branicki und Slavka Lazarevic.

Bunt verziert, freche Sprüche und romantische Versal: Lebkuchenherzen dürfen auf keinem Volksfest fehlen. Wieso das Wiesn-Accessoire seit Jahrzehnten der Renner ist, hat uns Roswitha Branicki von der gleichnamigen „Herzl Hüttn“ verraten.

Rosenheim - „Lebkuchenherzen sind einfach was Liabs und gehören zum bayerischen Brauchtum. A Herzl fürs Madl und a Bussal fürn Burschen - so einfach das Konzept klingt, es geht immer auf“, erklärt Roswitha auf die Frage wieso die bunt verzierten Herzen bei Herbstfestbesuchern allen Alters so beliebt sind.

„Die meisten haben schon als Kind eins bekommen und geben diese Tradition an ihre eigenen Kinder weiter.“ Und Roswitha ist überzeugt: In Bayern funktionieren Lebkuchenherzen besser als im Rest des Bundeslandes.

„Herzl Hüttn“ nur auf dem Rosenheimer Herbstfest

Tausende Herzen stapeln sich in der „Herzl Hüttn“, die Roswitha mit Leidenschaft betreibt. „Meine Großeltern verkauften Lebkuchenherzen, da war ich als Kind schon fasziniert.

Die ersten Herzen bestanden nur aus dem Lebkuchen, waren wie ein Geschenk eingewickelt in Silberpapier und einer roten durchsichtigen Folie, auf dem dann der Spruch abgedruckt war. Häufige Beilage waren Tiere oder Püppchen. Ganz früher gab es auch Schokoladenherzen. Dass die Lebkuchen direkt mit bunten Sprüchen verziert werden gibt es erst seit den 90er Jahren, weiß die Standl-Besitzerin.

Als sich die Gelegenheit vor ungefähr 15 Jahren ergab, hat Roswitha nicht lange gezögert und betreibt seither ihren eigenen Stand - und ist damit nur auf dem Rosenheimer Herbstfest zu finden. Davor war sie mit einem Schießwagen auch auf dem Oktoberfest in München vertreten. Doch den führt ihr Sohn inzwischen weiter. „Ich wollte etwas gemütlicheres und bin bei meinen Herzen fündig geworden“, untermalt sie grinsend.

Die „Herzl Hüttn“ steht auf der Loretowiese direkt nebem dem der „Törggelenhütte Tatzlwurm“.

„Ich liebe dich“-Herz ist und bleibt der Renner

Es gibt vorgefertigte Herzen für die „beste Oma“ und den „tollsten Papa“, für „kleine Frechdachse“ und „Prinzessinnen“ - die Auswahl ist groß. Zusätzlich können die Lebkuchen auch individuell graviert werden. Dafür beschäftigt die Schaustellerin Konditorin Lea Pfisterer, die für Wunschsprüche zuständig ist.

„Ein gern gesehenes Geschenk sind Herzen für Hochzeiten oder Geburten, da zieren dann Name und Datum das Herz“, erklärt Roswitha. Zum Schulanfang erwartet sie kommende Woche einen Andrang für die Zwergerl, die eingeschult werden.

„Wir hatten auch schon einen Heiratsantrag auf einem Herz“, erinnert sich die gebürtige Rosenheimerin, die jetzt in Rott am Inn wohnt, an die ausgefallenen Wünsche der Kunden. Aber es gibt auch Grenzen: Zu freche oder unanständige Sprüche werden in der „Herzl Hüttn“ nicht graviert.

Und welcher Spruch kommt am besten an? Hier deutet Roswitha auf das Herz mit der Aufschrift „Ich liebe dich“. Denn: „Da lassen sich die Männer nicht lumpen und hängen gerne diese eindeutige Botschaft ihrer Freundin um.“

Aufheben, bis die Mehlkäfer kommen

Werden Lebkuchenherzen eher gegessen oder aufgehoben? Diese Frage kann Roswitha pauschal gar nicht beantworten.

„Die einen essen das Herz sofort - vor allem Kinder, wenn die Eltern zuvor sehr lange und mit viel Sorgfalt nach einem passenden Spruch gesucht haben. Andere wiederum bekommen im trauten Heim einen Ehrenplatz. Lagern kann man die Herzen so lange, bis die Mehlkäfer kommen - dann hat der Lebkuchen, der im Übrigen aus ganz gängigen und klassischen Zutaten besteht, aber schon ein paar Jahre auf dem Buckel“, betont sie augenzwinkernd.

mb

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