Wiesnblaulicht - 1. Tag

Rosenheim - Jede Menge zu tun gab es für die Wiesnwache am ersten Herbstfesttag. Bereits vor dem offiziellen Start kam es im Flötzinger-Zelt zu einer handfesten Auseinenadersetzung!

Wie jedes Jahr startete das Rosenheimer Herbstfest am Samstag erwartungsgemäß wieder mit einem großen Besucherandrang in die „Fünfte Jahreszeit“. Die für das Festgelände extra eingerichtete Wiesnwache der Rosenheimer Polizei war zwar gut frequentiert, was angesichts des großen Besucherandranges aber durchaus normal ist.

Bereits vor dem offiziellen Wiesn-Anstich wurde das erste Wiesn-Verbot ausgesprochen. Ein 23-jähriger Aschauer hatte einen selbstmitgebrachten Träger Bier unter der Bank. Auf Aufforderung der Festzelt-Ordner gab er ihn nicht ab. Das Mitbringen von alkoholischen Getränken auf die Wiesn ist verboten. Als die Ordner den Kasten wegnehmen wollte, bewarf sie der 23-jährige mit einem Hendl und beleidigte sie. Daraufhin wurde er von den Ordnern festgehalten und von der Polizei aus dem Zelt geführt.

Mehrere Auseinandersetzungen und Streitigkeiten zwischen überwiegend alkoholisierten Besuchern waren zu schlichten und in einigen Fällen auch zur Anzeige zu bringen.

Ein 26-Jähriger warf nach einer heftigen Meinungsverschiedenheit mit einigen Proseccogläser nach seinem Kontrahenten, traf aber eine unbeteiligte Frau. Bei der Anzeigenaufnahme wollte er sich noch mit einer falschen Namensangabe aus der Affäre ziehen, womit er jedoch bei den Beamten nicht durch kam.

Die Fäuste fliegen ließen ein 40- und ein 26-Jähriger, nachdem der Ältere die Freundin des Jüngeren belästigt hatte. Zur Strafanzeige wegen Körperverletzung bekamen beide, wie auch der Glaswerfer, noch ein Wiesnverbot.

Zwei 16- und 22-jährige Südtiroler wollten offenbar ein besonderes 2 Souvenir mit nach Hause nehmen. Sie rissen kurz vor Mitternacht einen großen Dekorationsfußball mit 50 cm Durchmesser von der Fassade einer Schießbude. Um an den Ball zu kommen, musste der eine den anderen hochheben. Nicht bemerkt hatten die Männer, dass sie bereits von der Wiesnstreife beobachtet wurden. Der Ältere gab sofort Fersengeld, wurde aber gleich eingeholt. Jetzt haben sie auf der Heimreise statt dem extra großen Fußball eine Strafanzeige im Gepäck.

Als richtiger „Aufsprecher“ trat ein 25-Jähriger in der Wiesnwache auf. Dieser erschien dort zum Wiesnschluss und forderte von den Beamten extrem unfreundlich, seinen Bruder anzurufen. Nachdem seiner provokanten Forderung nicht nachgekommen wurde, beschimpfte er die Beamten auf unflätige Weise. Mit dem Versuch, nach einem Beamten zu schlagen, war das Maß schließlich voll. Er wurde in Gewahrsam genommen. Ein Wiesnverbot war die Folge.

Ähnlich unflätig benahm sich ein 27-jähriger Rosenheimer. Auch er sparte nicht mit derben Beleidigungen gegenüber den Beamten. Statt des bei der Kontrolle geforderten Ausweises übergab er ganz provokant zwei Geldscheine. Als er zur Identitätsprüfung mitgenommen werden sollte, wehre er sich vehement und verletzte dabei einen Beamten an Arm und Knie. Unter wüsten Beschimpfungen trugen den rabiaten Mann schließlich vier Polizisten weg. Seitens der Staatsanwaltschaft wurde eine Blutentnahme zur Prüfung auf Alkohol und Drogen angeordnet. Der Mann wanderte schließlich in die Arrestzelle. Außer den entsprechenden Strafanzeigen hatte sein Verhalten auch für ihn ein Wiesnverbot zur Folge.

Vom Sicherheitsdienst des Veranstalters wurde ein angetrunkener 15-Jähriger überprüft, dessen Glasinhalt sich als „hartes Getränk“ herausstellte. Die Überlasserin des Alkohols wurde nach dem Jugendschutzgesetz angezeigt. Nach telefonischer Rücksprache mit den Eltern, war der Wiesnbesuch für den 15-Jährigen gegen 19 Uhr schon wieder zu Ende. Er musste die Heimreise antreten.

Mit Hilfe der Videoüberwachung in der Innenstadt konnte eine Schlägerei in der Ruedorfferstraße festgestellt werden. Die sofort entsandten Einsatzkräfte konnten am Tatort noch Geschädigte und Zeugen antreffen und in unmittelbarer Nähe die drei Täter festnehmen. Sie erwartet eine Anzeige wegen vorsätzlicher Körperverletzung. Die Videoaufzeichnungen werden als Beweismittel im Strafverfahren dienen.

Pressemitteilung Polizeipräsidium Oberbayern

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