Unfall mit zwei toten jungen Frauen in Rosenheim

Horrorunfall auf der Miesbacherstraße - Termine für neuen Prozess stehen fest

Unfall Miesbacher Straße Rosenheim
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Bei dem schrecklichen Unfall im November 2016 auf der Miesbacher Straße in Rosenheim kamen zwei junge Frauen ums Leben.

Auch über vier Jahre nach dem fürchterlichen Unfall auf der Miesbacher Straße, bei dem zwei junge Frauen vom Samerberg starben, kann immer noch kein juristischer Schlussstrich unter den Fall gezogen werden. Jetzt stehen die Termine für die neue Verhandlung fest.

Rosenheim - Die Termine für den neuen Prozess am Landgericht Traunstein um den schrecklichen Unfall auf der Miesbacher Straße im Jahr 2016, bei dem zwei junge Frauen vom Samerberg ihr Leben verloren, stehen fest. Die Erste Strafkammer mit Vorsitzender Richterin Heike Will rollt das Verfahren gegen den 27-jährigen Riederinger, der mit Schuld am Unfall gehabt haben soll, ab 27. Mai komplett von vorne auf. Der sechstägige Prozess wird am 1., 2., 8., 9. und 15. Juni fortgesetzt. Wieder werden zahlreiche Zeugen und Sachverständige angehört.

Urteil vom Bayerischen Obersten Landesgericht aufgehoben

Der Unfalltod der zwei jungen Frauen vom Samerberg im November 2016 erschütterte die Menschen in der Region Rosenheim. Das Bayerische Oberste Landesgericht in München hat im Sommer 2020 das Urteil gegen einen der beiden Verurteilten, den BMW-Fahrer aus Riedering, der zu einer Gefängnisstrafe ohne Bewährung verurteilt worden war, wegen eines Formfehlers aufgehoben und zur erneuten Verhandlung an das Landgericht Traunstein zurückverwiesen. Dort muss der Fall komplett neu aufgerollt werden - mit allen Zeugen und Sachverständigen. Das Urteil gegen den zweiten Angeklagten wurde vom Gericht bestätigt.

Während des Prozesses am Landgericht wurde gegen den Angeklagten aus Kolbermoor auch wegen eines illegalen Autorennens verhandelt. In dieser Zeit verließ der andere Angeklagte aus Riedering mit seinem Anwalt den Gerichtssaal. Das hatte der vorsitzende Richter auf Frage des Anwalts mit einer Handbewegung genehmigt. Dazu hätte es eines formellen Beschlusses bedurft, so die Auffassung der Richter am Bayerischen Obersten Landesgericht . Das sei aber nicht geschehen. Dieser Formfehler stelle einen sogenannten „absoluten Revisionsgrund“ dar, weswegen das Urteil aufzuheben sei. Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull aus Rosenheim, der Verteidiger des Angeklagten, dessen Urteil bestätigt wurde, bezeichnet die Entscheidung im Gespräch mit dem BR als „menschliche Katastrophe für die Angehörigen“.

Im Berufungsprozess um den tödlichen Unfall auf der Miesbacher Straße am Landgericht Traunstein wurden zwei BMW-Fahrer zu Haftstrafen verurteilt. Das Urteil gegen einen der Beiden wurde vom Obersten Landesgericht in München wegen eines Formfehlers aufgehoben.

Angeklagter bereits zwei Mal verurteilt

Bei dem Unfall am 20. November 2016 starben die damals 15-jährige Ramona D. und die 21-jährige Melanie R., beide vom Samerberg. Ramonas Schwester Lena überlebte den Crash mit schwersten Verletzungen. Der schlimme Unfall bewegt die Region bis heute. Damals war ein Ulmer mit seinem Golf frontal in den Wagen der Samerbergerinnen gefahren. Zwei BMWs mit den Fahrern aus Kolbermoor und Riedering hatten ihn, so lautete seine Version des Unfallgeschehens, bei seinem fatalen Überholversuch nicht mehr einscheren lassen. In erster Instanz vor dem Amtsgericht Rosenheim war er zu zwei Jahren auf Bewährung, die beiden BMW-Fahrer wegen fahrlässiger Tötung zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt worden.

Die BMW-Fahrer gingen daraufhin in Berufung, die jedoch im November vergangenen Jahres vom Landgericht Traunstein abgeschmettert wurde. Gegen den Mann aus Kolbermoor fiel das Urteil in zweiter Instanz sogar härter aus. Die Anwälte legten daraufhin Revision beim Bayerischen Obersten Landesgericht ein, dass das Urteil gegen den Riederinger aufhob. Jetzt geht der Fall im Mai zurück ans Landgericht Traunstein.

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