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Wiederaufnahme der Änderung des Flächennutzungsplanes Mitterfeld

Mitterfeld: Bauernland zu Baugrund

Auf der markierten Fläche im Plan nördlich der Ebersberger Straße möchte ein Bauträger 40 Einfamilienhäuser, eine Kindertagesstätte sowie parallel zur Ebersberger Straße als Lärmschutz einen Riegelbau für studentisches Wohnen errichten. Repro re
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Auf der markierten Fläche im Plan nördlich der Ebersberger Straße möchte ein Bauträger 40 Einfamilienhäuser, eine Kindertagesstätte sowie parallel zur Ebersberger Straße als Lärmschutz einen Riegelbau für studentisches Wohnen errichten.

Rosenheim - Mit einer knappen 6:5-Entscheidung entschieden nun Stadträte eine mögliche Änderung des Flächennutzungsplans für den Ortseingang Mitterfeld einzuleiten.

Mit der knappen Mehrheit von 6:5 Stimmen befürwortete der Stadtentwicklungs- und Baugenehmigungsausschuss jetzt die Wiederaufnahme des Verfahrens zur 29. Änderung des Flächennutzungsplans für den Ortseingang Mitterfeld nördlich der Ebersberger Straße. Zu der Sitzung im kleinen Sitzungssaal waren etliche Bewohner der Siedlung Mitterfeld erschienen, die eine weitere "montone Bebauung" nördlich der Gleiwitzer Straße kritisch sehen. In Reaktion auf eine Postwurfsendung eines Bauträgers an die Bewohner der Siedlung Mitterfeld hatten diese ihre Bedenken in einem Schreiben an die Stadträte formuliert.

Die Stadträte Andreas Lakowski von der SPD, der das Vorhaben unterstützte sowie Bärbel Thum von der Wählerinitiative WIR, Anna Rutz von den Grünen und Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP, die das Vorhaben ablehnten, hatten bereits ihre Sichtweisen dargelegt, als Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer daran erinnerte, dass auf der Tagesordnung kein Baubeginn, sondern erst die Einleitung eines Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes stünde, die landwirtschaftliche Fläche zum Baugebiet umzuwidmen.

"Runder geht ja kaum" meint die OB

Hans Rass von den Republikanern betonte, dort sei schon viel landwirtschaftlicher Grund als Bauland ausgewiesen worden, nun stehe wieder eine große Fläche an. Zudem sei das keine "Abrundung" des Gebietes. "Runder geht ja kaum", meinte die OB dazu mit Blick auf die projizierte Karte.

Anna Rutz von den Grünnen erinnerte daran, dass in Deutschland täglich 90 Hektar Land versiegelt würden, worauf die Oberbürgermeisterin darlegte, dass kein Bauwerber dort plante, wenn ihm nicht ein Landwirt den Grund zur Verfügung stellte.

Herbert Borrmann, Fraktionsvorsitzender der CSU, äußerte Bedenken: "Wenn wir diese Abrundung genehmigen, kommt in ein paar Jahren die nächste auf uns zu." SPD-Stadtrat Lakowski rief in Erinnerung: "Wir gehen den Weg jetzt weiter, den wir wegen des geplanten Nahversorgungszentrums im November 2006 unterbrochen haben." "Genau so ist es", bekräftigte die Oberbürgermeisterin.

Der Stadtrat hatte im März 2010 grundsätzlich beschlossen, im Hinblick auf eine nachhaltige Siedlungsentwicklung und die Bestandspflege der Betriebe wie etwa des dortigen Supermarktes südlich der Ebersberger Straße zu unterstützen. Einen Monat später stellte der Rat fest, dass dort für die Weiterentwicklung ein Änderungsverfahren des Flächennutzungsplans nicht erforderlich sei; das könne auch mit Aufstellung eines Bebauungsplans gewährleistet werden und wurde dementsprechend beschlossen.

Dem Stadtplanungsamt liegen nun konkrete Planungen eines Bauträgers für eine Wohnbebauung der fraglichen Fläche vor. Er möchte dort 40 Einfamilienhäuser, eine Kindertagesstätte sowie parallel zur Ebersberger Straße als Lärmschutz einen riegelförmigen Bau für studentisches Wohnen errichten.

Wie das Stadtplanungsamt dazu erläuterte, waren diese Flächen schon früher als "maßvolle Erweiterung der Wohnbebauung Mitterfeld" benannt worden. Dabei seien zu prüfen: die Gebäudetypologie und Dichte in Anlehnung an die vorhandene Bebauung und ob die vorhandene Landsberger Straße den zu erwartenden Verkehr aufnehmen könne, ebenso die Anbindung an die Ebersberger Straße und die städtebauliche Qualität der Ortseinfahrt und der Ortsrandeingrünung.

Die aktuelle Planung werfe keine Bedenken hinsichtlich einer Beeinträchtigung der Grünlandzäsur zwischen den Siedlungsteilen Mitterfeld und Westerndorf St. Peter auf; eine weitere Entwicklung müsste im Rahmen der Konzeption "Rosenheim 2025" thematisiert werden, so das Stadtplanungsamt.

"Unsere Aufgabe ist, der Verwaltung eine Linie vorzugeben", fasste Borrmann zusammen, Lakowski stimmte dem zu. Georg Kaffl von der CSU mahnte, den Abstand zu Westerndorf St. Peter zu bewahren; Bärbel Thum und Anna Rutz erklärten, hier keine Ausweitung zu wollen.

Der Stadtrat hat am Mittwoch das Wort

Bei der Abstimmung sprache sich die Oberbürgermeisterin sowie die Stadträte Borrmann, Satzger, Lakowski und Müller für eine Wiederaufnahme des Verfahrens auf, die Stadträte Kaffl, Dr. Burkl, Rutz, Raß und Thum dagegen. Der Stadtrat entscheidet am morgigen Mittwoch darüber.

Das Gremium hatte bereits die Verwaltung beauftragt, die rechtlichen Aspekte zur Sicherung der Grünzäsur zwischen dem geplanten Nahversorgungszentrum an der Westerndorfer Straße und dem Siedlungsgebiet von Westerndorf St. Peter mit der Regierung von Oberbayern abzustimmen. Die Unterlagen wurden zum Jahreswechsel der Regierung von Oberbayern übergeben; am 5. Februar findet in München dazu eine gemeinsame Besprechung statt.

Die Leistungsfähigkeit der bisher favorisierten Verkehrslösung "Nord-Variante" wurde von den Fraktionen nochmals in Zweifel gezogen. Im Rahmen der ersten Bearbeitungsschritte des Verkehrsentwicklungsplanes Rosenheim hat sich der Verkehrsplaner Dr. Reinhold Baier daher vertieft mit der künftigen Verkehrssituation im Rosenheimer Norden beschäftigt. Die Ergebnisse werden im Februar vom Stadtrat mit den Verkehrsplanern diskutiert.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

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