Ein Toter und drei Verletzte bei Unfall bei Ingolstadt

Schlimme Bilder: Rosenheimer THWler waren in „blauem Knäuel“ eineinhalb Stunden eingeklemmt

THW Rosenheim Unfall A9 Ingolstadt
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In dem „blauen Knäuel“ waren die Einsatzkräfte des THW Rosenheim beim Unfall auf der A9 bei Ingolstadt eingeklemmt.

Ingolstadt/Rosenheim - Ein fürchterlicher Unfall hat sich am Donnerstagmittag, 11. Februar, auf der A9 (Nürnberg - München) bei Ingolstadt ereignet. Beteiligt war auch ein Lastwagen, der mit Kameraden des Technischen Hilfswerkes (THW) Rosenheim besetzt war. Ein Mensch starb, drei weitere wurden verletzt.

Update, 11.20 Uhr - Pressemitteilung THW Rosenheim

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Am Donnerstag, 11. Februar, ereignete sich auf der A9 bei Ingolstadt ein schwerer Verkehrsunfall. Zwei Helfer des Technischen Hilfswerks Rosenheim, die medizinische Schutzausrüstung wegen der Covid-Pandemie nach Bamberg transportiert hatten, gerieten bei der Rückfahrt in einen Stau. Nachdem sie den Lastwagen zum Stillstand brachten, fuhr ein weiterer Sattelzug ungebremst in das Einsatzfahrzeug der Helfer

Durch den Aufprall wurde das Fahrzeug der Rosenheimer auf den davor stehenden Lkw geschoben. Mehr als eineinhalb Stunden waren die THWler im Führerhaus eingeklemmt. Wie ein Sprecher der Berufsfeuerwehr Ingolstadt mitteilte, mussten zwei Sattelauflieger und tonnenschwere Papierrollen entfernt werden, um die beiden aus dem Fahrzeug zu befreien. Für die Feuerwehr Ingolstadt war es wohl nur einem Schutzengel zu verdanken, dass die beiden aus der völlig zertrümmerten Kabine lediglich mit Platz- und Schürfwunden sowie Prellungen befreit werden konnten. Beide wurden zu weiteren Untersuchungen in Kliniken im Raum Ingolstadt gebracht.

Das Technische Hilfswerk Rosenheim möchte in diesem Zusammenhang auch seine Anteilnahme mit den Angehörigen des Unfallverursachers zum Ausdruck bringen, da dieser am späten Donnerstagnachmittag seinen schweren Verletzungen erlegen ist.

Pressemitteilung THW Rosenheim

Die Erstmeldung:

Gegen 13.15 Uhr war es auf der Autobahn in Fahrtrichtung München auf Höhe Ingolstadt zu stockendem Verkehr gekommen. Lastwagen mussten deswegen im Bereich der Donaubrücke immer wieder anhalten. Dabei bemerkte ein 57-jähriger Lastwagen-Fahrer aus dem Raum Schweinfurt das vor im befindliche Stauende zu spät und fuhr nach Angaben von vor Ort nahezu ungebremst mit rund 80 km/h auf den vorausfahrenden Sattelzug auf.

Dieser war mit zwei Kameraden des Technischen Hilfswerkes Rosenheim besetzt, die sich auf der Rückfahrt aus Bamberg befanden, wo sie medizinische Schutzausrüstung ausgeliefert hatten. Der Rosenheimer Truck wurde bei dem Aufprall völlig demoliert und auch noch gegen zwei weitere Lastwagen geschoben. Insgesamt verkeilten sich somit vier Lastwagen ineinander. Beim THW-Sattelzug wurde unter anderem das Führerhaus abgerissen.

Während der Unfallverursacher mit schwersten Verletzungen in ein Krankenhaus kam, wo er wenig später verstarb, hatten die Rosenheimer Kameraden mehrere Schutzengel. Sie kamen letztlich mit leichteren Verletzungen davon. „Unsere Helfer wurden durch den Aufprall im Führerhaus eingeklemmt und konnten erst nach rund eineinhalb Stunden befreit werden. (...) Nach anfänglich völlig unklarer Lage hat uns die Nachricht erreicht, dass unsere Jungs vermutlich nur leicht verletzt wurden und zu weiteren Untersuchungen bis morgen (Anm. der Red.: Freitag, 12. Februar) im Klinikum bleiben“, schrieb die Rosenheimer THW-Ortsgruppe auf ihrer Facebook-Seite. Außerdem wurde noch ein weiterer Lastwagenfahrer, ein 43-jähriger Rumäne, bei dem heftigen Unfall leicht verletzt.

Sachschaden wird auf 400.000 Euro geschätzt

Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz und übernahmen nach Ankunft sofort die Versorgung der Verletzten, nachdem zunächst elf Bundeswehr-Soldaten als Ersthelfer beherzt eingegriffen hatten. Im Einsatz waren 40 Mann der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr Ingolstadt mit acht Fahrzeugen, 20 Rettungskräfte mit vier Rettungswagen, ein Rettungshubschrauber sowie ein Notarzt. Zudem waren auch mehrere Abschleppfahrzeuge, die zuständige Autobahnmeisterei und Mitarbeiter des Wasserwirtschaftsamtes an der Unfallstelle im Einsatz.

Schwerer Lastwagen-Unfall auf A9 bei Ingolstadt

Fotos vom schweren Lkw-Unfall auf A9 bei Ingolstadt
Schwerer Lkw-Unfall auf der A9 bei Ingolstadt. © Vifogra
Fotos vom schweren Lkw-Unfall auf A9 bei Ingolstadt
Schwerer Lkw-Unfall auf der A9 bei Ingolstadt. © Vifogra
Fotos vom schweren Lkw-Unfall auf A9 bei Ingolstadt
Schwerer Lkw-Unfall auf der A9 bei Ingolstadt. © Vifogra
Fotos vom schweren Lkw-Unfall auf A9 bei Ingolstadt
Schwerer Lkw-Unfall auf der A9 bei Ingolstadt. © Vifogra
Fotos vom schweren Lkw-Unfall auf A9 bei Ingolstadt
Schwerer Lkw-Unfall auf der A9 bei Ingolstadt. © Vifogra

Die Autobahn musste nach dem Crash in Fahrtrichtung München stundenlang voll gesperrt werden und konnte erst in den Abendstunden wieder für den Verkehr freigegeben werden. Auf den Umleitungsstrecken kam es währenddessen ebenfalls zu teilweise erheblichen Verkehrsbehinderungen. Der Sachschaden beläuft sich ersten Schätzungen zufolge auf rund 400.000 Euro.

mw

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