Jugendliche begegnen Demenzkranken

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Das RKS-Seniorenwohnheim Küpferling

Rosenheim - Wie fühlen sich Demenzkranke? Wie schwierig ist es, mit einem Rollstuhl umzugehen? Das Projekt "Alzheimer & You" bringt Jugendlichen diese Themen näher.

Eine kleine Firmgruppe hatte sich am Freitagnachmittag Zeit genommen, um das RKS-Seniorenwohnheim Küpferling zu besuchen. Im Rahmen des Projektes "Alzheimer & You" wollten Jugendliche der Pfarreien Christkönig und St. Michael selbst Erfahrungen im Umgang mit demenzkranken Menschen sammeln.

Extra hierfür haben sich die Firmlinge im Vorfeld mit dem Thema eingehend beschäftigt. Auch wurden sie dabei von erfahrenem Helfern begleitet, die sie auf die ungewohnte Situation vorbereiteten.

Nach einer kurzen Begrüßung durch die Pflegeleiterin teilten sich die Firmlinge auf und kamen ins Gespräch mit den Bewohnern. Dass die jungen Leute zu Gast waren, lockerte die Stimmung dabei spürbar auf. Denn auch wenn das Heim häufiger Gruppen von Kindern und Jugendlichen begrüßen darf, ist der Besuch nicht alltäglich.

Doch die Unterhaltungen mit demenzkranken Menschen sind nicht einfach. Die Firmlinge beschrieben im Nachgespräch ihre Erfahrungen als durchaus "anstrengend" oder auch "schwierig". Auch die Gedankensprünge ihrer Gesprächsparter waren hin und wieder etwas irritierend. Eine wertvolle und interessante Erfahrunge war es jedoch für sie alle.

Auch auf andere Weise konnten sich die Firmlinge noch dem Schwierigkeiten nähern, mit denen viele Senioren im Heim konfrontiert sind. So durfte sich jeder einmal daran versuchen, im Rollstuhl einen Hindernisparcours zu bewältigen. Ganz so einfach, wie es vielfach aussieht, ist die Beherrschung des Geräts dann doch nicht. Der Freude tat das allerdings keinen Abbruch.

Birgit Schmidinger, die seit mehreren Jahren Gruppen junger Menschen in das Heim begleitet, hatte die Gruppe auf den oft schwierigen Kontakt mit Demenzkranken gezielt vorbereitet. Sie selbst ist als Seelsorgerin im Seniorenheim tätig und organisiert Besuche dieser Art bereits seit mehreren Jahren.

Sie weiß, dass die persönliche Erfahrung wichtig ist, um die Situation älterer Menschen zu verstehen. "Man muss es auch einfach einmal erleben, im Rollstuhl zu sitzen," sagt Schmidinger hierzu. Für sie lohnt es sich jedes Mal aufs neue, Jugendliche und Senioren zusammen zu bringen.

Die Meinung teilt auch Sozialministerin Christine Haderthauer, von der das Projekt im Jahr 2010 ausgezeichnet wurde. Es ist inzwischen Teil der Initiative "ganz jung. ganz alt. ganz ohr" des Bayerischen Sozialministeriums.

rm

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