Leerstand in der Innenstadt

Mode-Kette kämpft mit Corona-Folgen: Pimkie macht in Rosenheim dicht

Die „Pimkie“-Filiale in der Münchener Straße in Rosenheim.
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Die „Pimkie“-Filiale in der Münchener Straße in Rosenheim wird seine Türen nach dem Lockdown nicht mehr öffnen.

Ein weiterer Schlag für die Rosenheimer Innenstadt: „Pimkie“ an der Münchener Straße wird seine Türen auch nach dem Lockdown nicht mehr öffnen. Bereits vergangenes Jahr hatte das vom Corona gebeutelte Modelabel Insolvenz angemeldet.

Update 28. Januar, 8 Uhr

Stadt will sich intensiv um Nachmieter für Leerstände kümmern

Kürzlich das Orsay, jetzt der Pimkie-Store an der Münchener Straße: In Rosenheim ist der Einzelhandel vom Corona-Lockdown gebeutelt, besonders die Modebranche erwischt es während Corona hart.

Rosenheims Citymanagerin Sabrina Obermoser zeigt sich betroffen von der jüngsten Schließungsnachricht: „Es wird ein Kraftakt werden, die Innenstadt wieder in Schwung zu bekommen.“ Kurz zuvor war bekannt geworden, dass die französische Modekette Pimkie in Deutschland 31 von 75 Standorten schließt, darunter ihre Filiale in Rosenheim. Katrin Schröder von der Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke, beteiligt am Sanierungskonzept, bestätigte, dass die Kündigung für den 28. Februar dem Vermieter zugestellt worden sei. Eine der wichtigsten Straßen in Rosenheim droht auszubluten. In der Nachbarschaft, ebenfalls an der Münchener Straße, schloss kürzlich die Filiale der Modekette Orsay, auch Karstadt Sports gehört der Vergangenheit an.

„Das ist eine Entwicklung, die sich durch alle Städte zieht“, sagt Rosenheims Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl. Immerhin aber siedelten sich in Rosenheim noch Geschäfte an. Tatsächlich darf die Ansiedlung der Buchhandlung Rupprecht in einem Gebäude an der exponierten Ecke zur Prinzregentenstraße, in dem einst K & L Ruppert zu finden gewesen war, als Lichtblick gesehen werden. Die Stadt suche „intensiv“ das Gespräch mit den Eigentümern, speziell bei den Immobilien, in denen Geschäfte auf der Kippe stehen.

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Artikel vom 27. Januar, 17 Uhr

Mit dem zweiten Lockdown schloss auch das Modegeschäft „Pimkie“ an der Münchener Straße. Nun ist klar: Die Rosenheimer Filiale öffnet ihre Pforten auch nach Corona nicht mehr.

Mietvertrag für Rosenheim schon gekündigt

Wie Katrin Schröder von der Wirstschaftskanzlei Osborn Clarke bestätigte, hat die Framode GmbH, Betreiberin der deutschen „Pimkie“-Stores, den Mietvetrag für den 28. Februar gekündigt.

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Zuvor war bekannt geworden, dass 31 der 75 deutschen Filialen des französischen Modeunternehmens geschlossen und rund 100 Mitarbeiter entlassen werden. Dazu gehören laut Katrin Schröder auch die vier Mitarbeiter, die in Rosenheim beschäftigt sind.

Seit 1988 ist „Pimkie“ in Deutschland vertreten

„Pimkie“ wurde 1971 in Frankreich gegründet, seit 1988 ist die Marke auf dem deutschen Markt vertreten. „Pimkie“ bietet nach eigener Auskunft Damenmode, modische Accessoires und Schuhe – eine große Auswahl an Produkten für die „junge moderne Frau von heute“. Bei „Pimkie“ sind hiezulande derzeit noch gut 350 Mitarbeiter beschäftigt. Der Jahresumsatz belief sich im Geschäftsjahr 2019 auf knapp 50 Millionen Euro.

Corona verlagert den Handel ins Internet

„Pimkie“ hat nach eigenen Aussagen wie die Branche insgesamt schwer unter Corona zu leiden. Durch die Maßnahmen gegen die Pandemie habe sich der digitale Wettbewerb verschärft. Das Insolvenzverfahren war im November eröffnet worden, am 18. Januar stimmten die Gläubiger dem Sanierungsplan zu. Die Radikalkur soll den Erhalt von über 40 Filialen in Deutschland möglich machen. Michael Weiser

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