Nach baurechtlichen Gesichtspunkten hat der Bauausschuss gegen Nutzungsänderung nichts einzuwenden

"Kino zu Kirche" grimmig zugestimmt

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Kinderbetreuung in fensterlosen Räumen? Hier der Blick in einen der alten Kinosäle.

Rosenheim (OVB) - Die Destiny Church darf das ehemalige Capitol-Kino als Kirche und Gemeindezentrum nutzen. Der Bauausschuss stimmte der Nutzungsänderung zu, allerdings eher grimmig.

Ob der Plan der Freikirche wirklich umgesetzt werden kann, ist noch offen.

Baurechtlich sei die Sache nicht zu verhindern, bedauerte der CSU-Fraktionsvorsitzende Herbert Borrmann. Die Erkenntnisse, die er über die Freikirche habe, seien zwar nicht "sehr positiv". Dies sei aber nicht maßgeblich für die baurechtliche Bewertung. WIR-Stadträtin Bärbl Thum war sich mit Borrmann einig in der Einschätzung der Destiny Church und wollte wissen, ob beispielsweise die geplante Kinderbetreuung in fenserlosen Räumen überhaupt genehmigt werde. Dafür, so Michael Kettenstock, Leiter des Bauordnungsamtes, sei es sicher notwendig, "das eine oder andere Fenster einzubauen". Nachdem das Kino nicht unter Denkmalschutz steht, wäre dagegen nichts einzuwenden.

Ob der Besitzer, Karl-Wilhelm von Herder, unter dieser Bedingung verkauft, wird sich noch herausstellen müssen. Dessen Herzensanliegen war es bisher, das eigentliche Kinogebäude unverändert zu erhalten.

Kettenstock gab zu bedenken, dass mit dem möglichen Erwerb des Gebäudes in der Prinzregentenstraße durch die Freikirche zumindest ein architektonischer Zeitzeuge der 50er-Jahre erhalten bleibe. Der beantragte Abbruch und Wiederaufbau von Nebengebäuden sei noch mit den Nachbarn abzustimmen.

Andreas Lakowski und Kurt Müller von der SPD votierten gegen die Nutzungsänderung, obwohl es dafür keine rechtliche Grundlage gibt.

Die Rosenheimer Gemeinde wehrt sich gegen die Passage in unserem Bericht vom 22. Januar, Homosexualität werde von der Destiny Church als unnatürlich und abnormal abgelehnt. Pastor Liam Smith widerspricht dem auf der Homepage der Kirche nicht inhaltlich, sondern stellt fest, darüber sei er vom OVB im Gespräch nicht befragt worden. Er erklärt, jeder sei bei der Destiny Church willkommen.

Oberbayerisches Volksblatt

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