„Handeln für den Handel“

Klage gegen Dauer-Lockdown: Boutique Beo in Rosenheim kämpft für Öffnung des Einzelhandels

Haben sich bereits an anderen Imitativen beteiligt: (von links) Maria Reiter, Marianne Stadler-Kern und Sophie Lanzinger von der Boutique Beo.
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Haben sich bereits an anderen Imitativen beteiligt: (von links) Maria Reiter, Marianne Stadler-Kern und Sophie Lanzinger von der Boutique Beo.

Der Einzelhandel leidet unter der erneuten Verlängerung des Corona-Lockdowns. Mit der bundesweiten Initiative „Handeln für den Handel“ will die Branche jetzt gegen die Entscheidungen der Staatsregierung vorgehen. Mit dabei ist auch die Boutique Beo aus Rosenheim.

Rosenheim – Maria Reiter ist sauer. Das hört man der Vorsitzenden des Rosenheimer Einzelverbands und Inhaberin der Boutique Beo am Max-Josefs-Platz auch am Telefon an. Sie könne nicht verstehen, dass Friseure am 1. März wieder eröffnen dürfen, ihr Trachtengeschäft aber weiterhin geschlossen bleiben muss. Zumal man beim Friseur viel näher beieinander sitze als beispielsweise beim Anprobieren einer Jeans.

Maßnahmen sind unverhältnismäig

„Wir können die Unverhältnismäßigkeit der Maßnahmen nicht mehr nachvollziehen“, sagt Maria Reiter. Unter anderem auch deshalb weil sowohl sie als auch ihre Kollegen „funktionierende Hygienekonzepte“ ausgearbeitet hätten. „Die Entscheidungen unserer Regierung sind willkürlich und für uns nicht mehr tragbar.“

Gleichstellung des Einzelhandels

Aus diesem Grund habe sie beschlossen, sich der bundesweiten Initiative „Handeln für den Handel“ anzuschließen – gegründet von dem Label Riani.

Hintergrund der Aktion war der neuste Beschluss der Bundesregierung vom 10. Februar über eine weitere Verlängerung des Lockdowns für den Einzelhandel und die Öffnung von Friseuren. Bereits einen Tag später hatte das Label bekannt gegeben, gegen den Dauer-Lockdown und für die Gleichstellung des Einzelhandels mit Friseurbetrieben zu klagen.

Mehr als 100 Händler und Unternehmer dabei

Mittlerweile haben sich bereits mehr als 100 Händler und Unternehmer aus der Mode-Industrie der Initiative „Handeln für den Handel“ angeschlossen und wollen für die Öffnung und Gleichstellung des Einzelhandels kämpfen.

Teilnehmende Unternehmen sind unter anderem „Rich & Royal“, „Raffaello Rossi“, das Modehaus Jung in Augsburg und eben die Boutique Beo. Nicht als Nebenkläger, sondern vielmehr als „moralische Unterstützung“, wie Maria Reiter deutlich macht.

Wunsch nach einer greifbaren Perspektive

Sie hofft, dass durch die Initiative auf die Situation des Einzelhandels aufmerksam gemacht wird. „Wir brauchen eine greifbare Perspektive“, sagt sie und fügt hinzu: „Natürlich will ich am liebsten so schnell wie möglich wieder aufmachen.“

Bis es soweit ist, will sie weiterkämpfen. Für sich selbst, aber auch für die restlichen Einzelhändler. Damit ihre Geschäfte – genauso wie Friseure – zeitnah wieder eröffnen können.

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