Aufstellungsversammlung am Donnerstag

Das ist der Landratskandidat der ÖDP

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Josef Fortner(ÖDP) will Rosenheimer Landrat werden.
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Rosenheim - Die Vorbereitungen für die Kommunalwahl 2020 sind bereits in vollem Gange. Auch die ÖDP und die parteifreien Umweltschützer rüsten sich für den Wahlkampf und wählten am Donnerstagabend ihren Landratskandidaten und stellten die Kreistagsliste auf.

Seit Donnerstagabend, 28. November, sitzen nun auch die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) und die parteifreien Umweltschützer offiziell mit im Kommunalwahlkampfboot. Sie haben mit drei Enthaltungen den Kreisvorsitzenden Josef Fortner (59) aus Rohrdorf zu ihrem Landratskandidaten gewählt. Er trat bereits 2014 als Kandidat für das Amt an. 

Kandidaten aufstellen oder nicht?

Vor der Wahl wurde unter den Parteimitgliedern noch diskutiert, ob man denn nicht auf einen Landratskandidaten verzichten und Rainer Auer (ÜWG) als Landratskandidat unterstützen wolle. Diese Überlegung wurde jedoch relativ schnell wieder verworfen. Die Mehrheit war dafür, einen eigenen Landratskandidaten zu stellen.

Klimaschutz fördern

Fortner ist von Beruf Heizungsingenieur, verheiratet und Vater von zwei Kindern. Als langjähriges Bund-Naturschutz-Mitglied, Ortsvorsitzender des Rosenheimer Solarvereins und stellvertretender Vorsitzender des Vereins "Ausbau A8 - Bürger setzen Grenzen", möchte er sich vor allem für den Erhalt der Natur im Landkreis einsetzen. Klimaschutz ist ihm sehr wichtig und nimmt auch in seinem privaten Leben einen hohen Stellenwert ein. Aktuell ist Fortner Koordinator aller Parteien im Landkreis für den Artenschutz und seit 2014 Kreistagsmitglied. "Kommunalwahl ist für mich eine Klimaschutztwahl", sagt Fortner. "Das Klimaschutzziel von Paris wollen wir erreichen."

Fortner fordert auch eine Verkehrswende. Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis ist ihm daher ebenfalls ein großes Anliegen: "Ich bin für attraktive Preise im ÖPNV. Der Buspreis ist aktuell drei Mal so hoch, wie der Benzinpreis. Da fällt die Wahl natürlich immer auf das Günstigere", sagt Fortner. "Das ist absurd, da muss man was ändern." Er will sich für "Ein-Euro-Tickets je Fahrt" einsetzen, um die Geisterbusse voll zu bekommen und die Orte und Straßen zu entlasten.

Für die Energiewende sollte der Landkreis ein ökologisches, ganzheitliches und zukunftsorientiertes Energiekonzept erarbeiten sowie alle gesetzlichen Möglichkeiten zur Förderung bürgerlichen Engagements nutzen, forderte Fortner. Sein erklärtes Ziel: 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2035.

Besonders wichtig sei ihm, der permanenten Flächenversiegelung durch neue Gewerbegebiete, neue Straßenflächen und Autobahnausbau Einhalt zu gebieten.

Der ÖDP-Kandidat will bereits existierende örtliche Betriebe sowie die bäuerliche Landwirtschaft in einem umweltverträglichen Rahmen durch die Landkreispolitik unterstützen. 

Beim Wohnungsbau sieht Fortner den Landkreis und die Gemeinden in der Pflicht. Diese müssten seiner Meinung nach im öffentlichen und sozialen Wohnungsbau aktiver werden. Wirtschaftsförderung sei in unserem boomenden Landkreis eigentlich nicht nötig und Gewerbeansiedlungen sollten nur in Verbindung mit betrieblichem Wohnungsbau realisiert werden. 

"Nur in der ÖDP finde ich ein ganzheitliches politisches Konzept, wo sich widerspruchsfrei ökonomischer Fortschritt mit ökologischer, sozialer und familienfreundlicher Politik verbinden lässt", sagt Fortner zum Abschluss seiner Rede.

Aufstellung der Kreistagsliste

Die ersten zehn Kandidaten der ÖDP-Kreistagsliste wurden einzeln gewählt. Hierbei erhielt Landratskandidat Fortner den ersten Platz. Ihm folgt auf Platz zwei Ludwig Maier aus Soyen und auf Platz drei Kreisrat Sebastian Hamberger aus Riedering. 

**Die vollständige Kreistagsliste werden wir hier veröffentlichen, sobald sie vorliegt**

jb

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