Rosenheimer Siegfried Fischbacher in tiefer Trauer

Roy Horn (✝75) stirbt an Covid-19 - David Copperfield: "Wunderbarer Künstler"

+
Die bekannten Magier Siegfried Fischbacher (links) und Roy Horn.

Las Vegas/Rosenheim - Durch ihre Auftritte mit Tigern und Löwen wurden die Magier Roy Horn und Siegfried Fischbacher, der aus Rosenheim stammt, weltberühmt. Jetzt ist einer der beiden tot: Roy starb am Freitag (Ortszeit) im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus.

Update, 17.36 Uhr: David Copperfield trauert um Kollegen

Der weltberühmte Magier David Copperfield trauert um seinen Magier-Kollegen Roy Horn. Auf Twitter bezeicnete er Horn als "wundervollen Künstler" und "Legende". Er lobte außerdem den großen Beitrag, den der Tiger-Magier für die Unterhaltungsindustrie in den Staaten geleistet habe.

Update, 15.37 Uhr: Steckte sich Roy Horn bei einem seiner Gärtner an?

Große Trauer herrscht nach dem Tod der Entertainer-Legende Roy Horn. Horn starb an den Folgen einer Infektion mit dem Coronavirus. Doch wo steckte sich der weltberühmte Magier an? 

„Möglicherweise hat er sich bei einem der Gärtner mit Corona angesteckt. Er trug zwar immer Mundschutz, aber vielleicht ist es trotzdem passiert“, so der gebürtige Rosenheimer Siegfried Fischbacher vergangene Woche zur Bild

Roy wollte mit einem "Zen-Garten" Siegfried eine Freude machen. Der Garten sollte die beiden an die glücklichen Jahre erinnern, die sie zusammen in Japan mit ihrer Tiger- und Zaubershow verbracht haben.

Update, 11.30 Uhr - Tiger blieb trotz Angriff sein "Freund und Bruder"

Uwe Ludwig Horn wurde am 3. Oktober 1944 geboren. Bereits seit frühester Kindheit flüchtete er sich immer wieder in eine Art "Tier-Traumwelt". Nach dem Abbruch der Schule heuerte er als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff an, wo er Fischbacher traf.

Zusammen tingelten sie mit Zauber- und Tiertricks durch kleinere Theater, bis ihnen in den Sechzigerjahren in Monaco der internationale Durchbruch gelang. 1967 kamen sie erstmals nach Las Vegas, ab 1970 waren sie dort drei Jahre im Stardust zu sehen. 1988 handelten sie mit dem Mirage-Hotel den bis dahin dicksten Millionen-Deal in der Geschichte der Kasinostadt aus. Mit einem explosiven Mix aus Zauberei und exotischen Tieren, darunter seltenen weißen Tigern, hielt das Duo in den Jahren 1989 bis 2003 Millionen Fans in Atem.

"Siegfried & Roy" - Bilder einer Weltkarriere

Roy Horn gestorben
Roy Horn gestorben © dpa
Magier Roy Horn wird 75
Magier Roy Horn wird 75 © dpa
Magier Roy Horn ist an Covid-19 erkrankt
Magier Roy Horn ist an Covid-19 erkrankt © dpa
Roy Horn gestorben
Roy Horn gestorben © dpa
Roy Horn gestorben
Roy Horn gestorben © dpa
Roy Horn gestorben
Roy Horn gestorben © dpa

Roys Liebe zu den Wildkatzen war ungebrochen, auch nach dem Angriff von "Mantecore" im Jahr 2003. Er gab dem weißen Tiger keine Schuld - im Gegenteil. Nach dem Tod der Raubkatze im Jahr 2014 schrieb der Dompteur auf Facebook, sein "geliebter 17 Jahre alter weißer Tiger, Freund und Bruder" sei gestorben. Mit einem letzten Zaubertrick hatte sich das Duo im März 2009 endgültig vom Showbusiness verabschiedet. Nur zehn Minuten dauerte die magische Show bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung im Hotel-Casino Bellagio. Damals war Horn immer noch sichtlich von dem tragischen Tiger-Angriff gezeichnet. Er war dabei lebensgefährlich verletzt worden. Von schwerem Blutverlust, Schlaganfällen und einer Gehirnoperation hatte er sich nie mehr vollständig erholt. Sein langjähriger Partner, der in Rosenheim geborene Siegfried Fischbacher, wurde nach dem Unglück zu seinem Betreuer ernannt.

Die öffentlichen Auftritte der beiden wurden anschließend noch seltener. Im Mai 2019 hatte das Duo noch Siegfrieds Heimat und den Tegernsee besucht. Horn machte dort eine Stammzellentherapie mit Eigenblut. "Wir hoffen, dass er sich durch die Therapie wieder besser bewegen kann", sagte Fischbacher damals der "Bild"-Zeitung. Am Freitag starb Horn nun an Covid-19.

Update, 9.10 Uhr - Siegfried dankt Ärzten für "heldenhaften Kampf"

Die Karriere von Siegfried und Roy in Las Vegas hatte einst im Oktober 2003 abrupt geendet, als ein Tiger Horn bei einer Vorstellung schwer verletzt hatte. Von dem schweren Blutverlust, Schlaganfällen und einer Gehirnoperation nach dem Unfall konnte sich Horn nie mehr vollständig erholen.

"Roy war sein ganzes Leben lang ein Kämpfer, auch in diesen letzten Tagen", erklärte Fischbacher, der den Ärzten und Krankenschwestern im Mountain View Hospital ausdrücklich dankte. Sie hätten "heldenhaft gegen das heimtückische Virus" gekämpft, wie die dpa nun berichtete.

Schon als Kind im Nachkriegsdeutschland hatte Horn seine Liebe zu exotischen Tiere entdeckt, darunter ein Gepard namens "Chico" im Bremer Zoo. Er heuerte als Steward auf einem Kreuzfahrtschiff an, wo er Fischbacher traf. Mit Zauber- und Tiertricks arbeitete sich das Duo nach oben. Mitte der 60er-Jahre kamen die beiden nach Las Vegas, gut zwei Jahrzehnte später handelten die "Meister der Illusion" mit dem "Mirage"-Hotel in der Casinostadt einen Millionen-Deal aus. Mit spektakulären Illusionen und exotischen Tieren, darunter die seltenen weißen Tiger, begeisterten die deutschen Entertainer Fans aus aller Welt.

Auch Superstar Arnold Schwarzenegger sprach sein Beileid aus. "(...) Niemand hatte ihr Talent und ihre Energie. (...) Ich habe Roys Zaubertricks und seine Stunts geliebt. Ich kann nicht glauben, dass er tot ist", twitterte Schwarzenegger unter anderem.

Die Erstmeldung:

Den Tod Horns hatte ein Kliniksprecher der Deutschen Presseagentur (dpa) in der Nacht auf Samstag bestätigt. Der in Nordenham bei Bremen geborene Dompteur und sein Partner Siegfried Fischbacher waren für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt.

"Heute hat die Welt einen der Großen der Magie verloren, aber ich habe meinen besten Freund verloren. Schon bei unser ersten Begegnung wusste ich, dass Roy und ich zusammen die Welt verändern würden. Es hätte keinen Siegfried ohne Roy und keinen Roy ohne Siegfried gegeben", wird der gebürtige Rosenheimer Fischbacher in einer ersten Mitteilung zitiert.

*Weitere Informationen folgen in Kürze!*

mw/dpa

Kommentare