Leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit

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Die Arbeitlosenquote im Agenturbezirk Rosenheim

Rosenheim - Im August ist die Arbeitslosigkeit in der Region erwartungsgemäß leicht angestiegen, das hat allerdings vor allem saisonale Gründe.

„Mit Beginn der Sommerferien ist die Arbeitslosigkeit hier in der Region erwartungsgemäß angestiegen. Insgesamt meldeten sich 3350 Personen (320 mehr als im Vormonat) neu oder erneut arbeitslos, davon 470 Jugendliche unter 25 Jahren. Viele junge Menschen beendeten von Mitte Juli auf Mitte August ihre schulische oder betriebliche Ausbildung und meldeten sich erwerbslos. Dies führte letztendlich zu einem Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit auf 1090 (plus 200 gegenüber dem Vormonat). Die Zunahme der Arbeitslosigkeit hat daher in erster Linie saisonale Gründe und bewegt sich im jahreszeitlich üblichen Rahmen“, so Heinz Weis, stellvertretender Leiter der Agentur für Arbeit Rosenheim.

Weis weiter: „Leider ist es nach wie vor so, dass Betriebe zwar ausbilden, aber nicht allen ausgelernten Fachkräften anschließend eine Arbeitsstelle anbieten. Darüber hinaus kamen Jugendliche nach ihrem Studium oder rein schulischen Ausbildungsgängen auf uns zu, weil sie jetzt auf der Suche nach einem entsprechenden Arbeitsplatz sind. Arbeitgeber, die Fachkräftebedarf – in welcher Richtung auch immer – haben, möchte ich daher ermuntern: Geben Sie den jungen Leuten eine Chance, auch wenn sie keine Berufserfahrung haben und eventuell erst angelernt werden müssen.

Die Agentur für Arbeit investiert weiterhin in die berufliche Qualifizierung – und zwar sowohl der Beschäftigten, als auch der Arbeitslosen. Es gibt vielfältige Möglichkeiten, zum Beispiel aus dem europäischen Sozialfonds, aus dem Programm WeGebAU (Weiterbildung Geringqualifizierter und beschäftigter Älterer in Unternehmen), Förderung der beruflichen Weiterbildung, betriebliche Trainingsmaßnahmen, etc.“ Im August hat sich die Zahl der Arbeitslosen insgesamt auf 9490 (4 830 Männer und 4 660 Frauen) erhöht, das sind immer noch 900 weniger als im August letzen Jahres.

Weis dazu: „Wir haben damit den niedrigsten Stand seit acht Jahren, eine Ausnahme bildet lediglich der August des Jahres 2008. Es freut mich daher sehr, dass auch die Arbeitslosenquote nur minimal um 0,1 auf 3,5 Prozent (Vorjahr 3,9 Prozent) angestiegen ist. Denn in den Betrieben befinden sich viele Firmen- und/oder Personalchefs in Urlaub. Trotz der hohen Anzahl an Stellenmeldungen ist es daher während der Ferienzeit nur zu wenigen Neueinstellungen gekommen.

Für den Agenturbezirk Rosenheim, zu dem die kreisfreie Stadt Rosenheim, sowie die Landkreise Rosenheim, Miesbach und Bad Tölz-Wolfratshausen gehören, kann ich aber sagen, dass sich der Arbeitsmarkt weiterhin positiv entwickelt. Die Wirtschaftskrise ist zwar mit Sicherheit noch nicht gänzlich überwunden und die eine oder andere Firma agiert eher vorsichtig, aber die Zahl der offenen Stellen lässt uns auf eine weitere Belebung im Herbst hoffen. Auch bei der Zeitarbeit steht der Zeiger wieder auf Wachstum und Personalaufbau.

Die Kurzarbeit als Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung hat sich merklich entspannt. Es gehen deutlich weniger neue Anfragen und Anzeigen bei uns ein, gleichwohl sind natürlich immer noch einige Betriebe in Kurzarbeit.“ Trotz der Urlaubszeit entwickelte sich die Meldung offener Stellen für einen Monat August sehr erfreulich. 1130 Offerten gingen von Mitte Juli bis Mitte August neu ein, das sind zwar etwas weniger als im Juli, aber seit Jahresbeginn wurden uns insgesamt fast 35 Prozent mehr Stellen gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Weis dazu: „Am 16. August (statistischer Zähltag) hatten wir noch 2575 offene Stellenangebote in unserem Fachverfahren und viele davon auch in der JOBBÖRSE gespeichert. Die Mehrzahl ist sozialversicherungspflichtig, für sofort zu besetzen und als „unbefristet“ ausgeschrieben. Gesucht wird über alle Branchen hinweg, insbesondere jedoch im Dienstleistungsbereich sowie im Gesundheits- und Sozialwesen. Die Palette ist mittlerweile sehr vielfältig und wir spüren in dem einen oder anderen Bereich bereits deutliche Bewerberengpässe. Ein Teil der Firmen versucht den Kräftebedarf über Personaldienstleister, also Zeitarbeitsfirmen, abzudecken. 640 dieser Stellenangebote werden derzeit von Zeitarbeitsfirmen angeboten, im Vorjahr, also mitten in der Wirtschaftskrise waren es lediglich 345. Erfreulich ist, dass über diesen Weg auch wieder Helferstellen, sei es für die Produktion oder das Lager gesucht werden.“

In Bayern ist zwar Ferienzeit, aber auch die Ausbildungsstellenvermittlung läuft noch auf Hochtouren weiter. Im gesamten Agenturbezirk Rosenheim gibt es 580 offene Ausbildungsstellen, gleichzeitig suchen noch 390 Jugendliche eine Stelle und hoffen, dass ihnen ein Betrieb eine Chance gibt. Für den einen oder anderen unversorgten Bewerber ist womöglich die Zahlung eines Ausbildungsbonus möglich, oder vielleicht sollte anstatt des sofortigen Ausbildungsbeginns eine Einstiegsqualifizierung angedacht werden, oder es werden ausbildungsbegleitende Hilfen notwendig.

Sprechen Sie mit dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit Rosenheim, hier erhalten Sie detaillierte Auskünfte zu den einzelnen Fördermöglichkeiten. Tel.-Nr.: 0180 / 1664466

Der Arbeitsmarkt in den einzelnen Regionen des Agenturbezirkes Rosenheim:

In der Stadt Rosenheim ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat leicht um 80 auf 1810 Betroffene angestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte um 0,3 Prozentpunkte auf 5,8 Prozent. Von den 1810 Arbeitslosen werden 730 im SGB III–Bereich von der Agentur für Arbeit in Rosenheim betreut, das sind 40 mehr als im Vormonat. Die Zahl der durch die ARGE Rosenheim Stadt betreuten Kunden im SGB II–Bereich liegt bei 1080, das sind ebenfalls 40 mehr als im Vormonat.

Im Landkreis Rosenheim ist die Arbeitslosenquote im Vergleich zum Vormonat nur um 0,1 auf 3,2 Prozent gestiegen. Hier sind 4 050 erwerbslosen Personen gemeldet, 175 mehr als im Vormonat. Von den Beschäftigungslosen werden 2 250 Personen (SGB III-Kunden) durch zwei Teams in der Hauptagentur Rosenheim betreut, 150 mehr als im Vormonat. Die ARGE Landkreis Rosenheim (SGB II-Kunden) ist für 1 800 Frauen und Männer zuständig, 30 mehr als im Vormonat.

Der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen verzeichnet mit 1940 gemeldeten Arbeitslosen nur einen minimalen Anstieg der Arbeitslosigkeit um 10. Die Arbeitslosenquote bleibt daher – wie im Vormonat auch - bei 3,1 Prozent und ist die niedrigste im Agenturbezirk Rosenheim. Die Arbeitsagenturen in Bad Tölz und Wolfratshausen betreuen insgesamt 1120 Erwerbslose, 20 mehr wie im Vormonat. Die ARGE Bad Tölz-Wolfratshausen kümmert sich um 820 SGB II–Kunden, 10 weniger als im Juli.

Im Landkreis Miesbach ist die Arbeitslosenquote um 0,1 auf 3,5 Prozent angestiegen. Hier sind derzeit 1693 Personen erwerbslos gemeldet, 51 mehr als im Vormonat. 1014 Männer und Frauen werden von der Agentur für Arbeit in Holzkirchen betreut, 68 mehr als im letzten Monat. Die optierende Kommune verzeichnet gegenüber dem Vormonat ein Minus von 17 Betroffenen und betreut derzeit aktuell 679 gemeldete SGB II-Kunden.

Pressemeldung Agentur für Arbeit Rosenheim

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