Pläne für die Pichlmayerstraße 

Vergrößerte Lidl-Filiale soll den Brückenberg entlasten 

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Die Lidl-Filiale (Kreis) in der Pichlmayerstraße soll doppelt so groß werden.

Rosenheim - Mehrere Anwohner hatten Bedenken gegen die Vergrößerungspläne von Lidl hervorgebracht, doch die Stadträte machten am Donnerstagabend den Weg frei. 

Nicht mehr konkurrenz- und zukunftsfähig sei die Lidl-Filiale in der Pichlmayerstraße aus dem Jahr 1997. Die Verkaufsfläche würde heutzutage nicht mehr ausreichen, so die fast einhellige Meinung im Statdentwicklungsausschuss. CSU-Fraktionschef und Einzelhandelsexperte Herbert Borrmann stimmte dem zu: "Edeka gibt im Lebensmittelbereich bei den Verkaufsflächen den Trend vor, Aldi und Lidl folgen. Das Geschäft ist nicht mehr zeitgemäß!" 

Verdoppelung der Verkaufsfläche

Zu dem selben Ergebnis kam auch ein Gutachten der CIMAMan präsentiere die Waren mittlerweile großzügiger. Außerdem wolle Lidl offenbar mehr auf Frischware setzen. 

Insgesamt soll das Geschäft von jetzt 1133 auf 2569 Quadratmeter mehr als verdoppelt werden. Die Verkaufsfläche wächst dabei von 730 auf 1480 Quadratmeter, so der Antrag. Der Parkplatz werde nicht erweitert, weil das Geschäft bislang schon viel mehr Stellplätze hatte, als benötigt wurden. 

Weniger Verkehr in Richtung Aicherpark?

Das könnte den innerstädtischen Verkehr über den Brückenberg entlasten, so die Hoffnung von Borrmann und der SPD-Stadträtin Gabriele Leicht. Für die Anwohner könnte ein modernisierter Lidl-Laden attraktiver werden, so dass es weniger Autofahrer in Richtung Aicherpark locke.

Kritischer sah es Peter Weigel von den Grünen. Wieso die Verkaufsfläche verdoppelt werden müsse, ob damit nicht die Kundenfrequenz und damit die Verkehrsbelastung in der Pichlmayerstraße stark zunehme, hinterfragte der Grünen-Stadtrat. 

Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer griff dieses Argument auf. Tatsächlich beklagen Anwohner besonders die hohe Lkw-Frequenz. Das Problem sei die zweigeteilte Interessenlage in der Straße: Auf der einen Seite Gewerbe, auf der anderen Wohngebiet. Man müsse überlegen, wie man den Anwohnern hier entgegenkommen kann. Etwa mit gesicherten Anliegerparkplätzen und vielleicht einen Nachtparkverbot für Lkw, so Bauer. 

Anwohner beklagen Lärmbelästigungen

Mehrere Anlieger hatten sich über die Lidl-Pläne beklagt. Michael Kettenstock, Leiter des Bauordnungsamtes, berichtete von rund 30 schriftlichen Beschwerden, die bei der Stadt eingingen. Jemand hatte offenbar ein Formblatt entworfen, das die Anwohner als Grundlage nahmen.

Kritikpunkte sind unter anderem nächtliche Warenanlieferungen und Geruchsbelästigungen durch die neue geplante Lidl-Bäckerei. Sonntags würden auf dem Parkplatz außerdem privates Fahrtraining stattfinden und die Einkaufswagen von Putzkräften gereinigt werden. 

Kettenstock ging auf diese Punkte ein und sagte strenge Auflagen zu. So solle etwa eine Schranke außerhalb der Betriebszeiten verhindern, dass Fremdparker auf das Gelände kommen oder mitten in der Nacht Ware angeliefert werde. 

"Alles andere wäre Bauchgefühl"

Ansonsten verwies Kettenstock auf das Schallschutzgutachten. Aus öffentlich-rechtlicher Perspektive habe man nichts zu beanstanden. Ebenso wie bei den Erweiterungsplänen 2006 und 2010, die jeweils genehmigt, aber von Lidl damals nicht durchgeführt wurden. "Alles andere wäre Bauchgefühl", so Kettenstock. 

Auch OB Bauer erinnerte das Gremium daran, dass man nur zu entscheiden habe, ob das Bauvorhaben rechtlich genehmigungsfähig sei - nicht über die Frage der Sinnhaftigkeit einer solchen Erweiterung

Der Ausschuss stimmte einstimmig zu. 

mg

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