Lösungssuche nach Supergau im Inntal

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Rosenheim - Das Verkehrschaos nach der ungewöhnlichen Serie an schweren Unfällen im Landkreis Rosenheim hat nicht nur die vielen betroffenen Autofahrer auf die Palme gebracht.

So standen gestern in den Rathäusern der Inntalgemeinde die Telefone nicht still, weil sich zig Anwohner über die derzeitigen Verkehrsbedingungen durch mehrere Baustellen beklagten. Vor diesem Hintergrund suchte gestern Landrat Josef Neiderhell mit zuständigen Behörden nach Lösungsansatz.

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Nach den chaotischen Zuständen auf der Inntalautobahn durch mehrere Lkw-Unfälle und den massiven Auswirkungen auf den Straßenverkehr im Inntal lud Landrat Josef Neiderhell zuständige Behördenvertreter gestern Vormittag zum Gespräch ins Landratsamt ein. Peter Böttinger von der Verkehrspolizei Rosenheim bezeichnete die Situation als außergewöhnlich. Zwei Lkw-Unfälle, die jeweils stundenlange Bergungsarbeiten zur Folge haben, seien eine zufällige Häufung, so Böttinger. Seiner Einschätzung nach führte die Autobahnbaustelle bis zum Montag nicht zu einer Vermehrung von Unfällen oder zusätzlichen Stauungen.

Dennoch: Seit gestern Morgen gilt im Baustellenberich auf der Inntal-Autobahn neben einem Überholverbot auch eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf Tempo 60 für Lkw, Busse und Gespanne. Die Ursache für die beiden Lkw-Unfälle waren laut Böttinger in einem Fall ein Reifenplatzer sowie im zweiten Fall Unachtsamkeit des Fahrers.

Dass die Lkw dabei umkippten lag nach Ansicht von Kreisbrandrat Sebastian Ruhsamer an den Betongleitwänden in diesem Bereich. Um die Zufahrt zur Baustelle zu ermöglichen, sind diese "Leiteinrichtunen" - sie trennen die Baustelle von den befahrbaren Fahrstreifen - nicht durchgängig. Zur Sicherheit sind am Anfang und am Ende der Gleitwände Rampen montiert. Die beiden verunglückten Lkw fuhren laut Ruhsamer auf diese Rampen auf und kippten um. Diese Gefahrenstellen werden jetzt mit Warnbaken und Leitkegel deutlicher gekennzeichnet.

Sollte trotzdem etwas passieren, dann können die Kanalbauarbeiten auf der Umleitungsstrecke von Kufstein über Erl nach Nußdorf im dortigen Ortsteil Überfilzen zum Problem werden, hieß es weiter. Der Verkehr werde dort einspurig an der Baustelle vorbeigeführt und mit einer Ampelanlage geregelt. Böttinger sagte zu, dass die Polizei im Falle eines Unfalls die Verkehrsregelung dort übernehmen werde, um unnötige Wartezeiten an der Ampel zu vermeiden.

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