Jahresbilanz in Rosenheim

Das alles macht der "Mobile Werkzeugkoffer"

Rosenheim - Der "Mobile Werkzeugkoffer" zieht Bilanz: Menschen, die bei handwerklichen Aufgaben eine Hilfe benötigen und sich diese finanziell nicht leisten können, können ihn in Anspruch nehmen.

„Das Wasser kommt nicht mehr aus dem Hahn, können Sie das reparieren?“, solche oder ähnliche Anrufe gab es. Klingt harmlos für die im Projekt Tätigen, ist ja in kurzer Zeit erledigt, „Perlatoren abmachen in Essigessenz einweichen lassen und wieder einbauen“, das war es.

Ja. So lief es auch ab im „Fall 1“, im „Fall 2“ aber hat sich – und das ist kein Einzelfall – daraus ein durchaus größerer Auftrag entwickelt. Da ging es dann, als man vor Ort war, zusätzlich um den Aufbau eines Schrankes und Bettes, um ein Loch in der Spüle.

Die ehrenamtlich Engagierten haben diese Herausforderungen gut gemeistert – immer wieder die Balance zu halten zwischen dem kleinen Eingangsauftrag und dem tatsächlich erbrachten Leistungen.

2014: Die Idee und Entstehung

Kleine Reparaturen im Haushalt, kleine Pflegearbeiten in und am Haus und im Garten – all dies kann für hilfebedürftige Menschen ein großes Problem darstellen. Ein Handwerker ist für einen so kleinen Auftrag oft nicht zu bekommen.

Es geht zum Beispiel um das Anbringen einer Lampe, kleine Schönheitsreparaturen, den Einbau von Kindersicherungen, den Austausch von Perlatoren an Wasserhähnen. Genau hier bietet der „Werkzeugkoffer“ Hilfe an.

Die Einsätze sind kein Ersatz für handwerkliche Auftragsarbeiten. Dauereinsätze wie Rasenmähen nehmen die Verantwortlichen, ebenso wie Entsorgungs- und Entrümpelungsaktionen, nicht an.

Wer darf den "Werkzeugkoffer" in Anspruch nehmen?

Menschen, die hilfebedürftig sind, die bei kleinen handwerklichen Aufgaben eine Hilfe benötigen und die es sich finanziell nicht leisten können, zum Beispiel Senioren, Menschen mit Behinderungen, kranke Menschen, Mütter und Väter mit mehreren kleinen Kindern im Haushalt, jeweils in Stadt und Landkreis Rosenheim.

So geht es

In einem Telefonat mit der Einsatzstelle wird der Bedarf, der Umfang und das weitere Vorgehen abgeklärt. Eventuell wird auch gleich ein Termin vereinbart. Die freiwilligen Helfer kommen zu den Betroffenen und erledigen die vereinbarte Aufgabe, das Ziel ist erreicht.

2015 gab es 35 Anfragen (2014: 25), 26 (18) Aufträge sind daraus entstanden. Einsatzorte waren Rosenheim, Kolbermoor, Riedering, Raubling und Wasserburg.

In rund 101 Einsatzstunden wurden im letzten Jahr Lampen aufgehängt; Schränke und Vorhangstangen montiert; Regale aufgestellt, ein Bett repariert, Dichtungen ersetzt, Armaturen erneuert, eine Außenwasserleitung zu einem Hochbeet verlegt, ein Fernseher angeschlossen.

Als einmalige Aktion haben die Ehrenamtlichen in einem Fall eine Küche aufgebaut und Schränke in der neuen Wohnung aufgestellt. Gerade in diesem Fall hat sich sofort die Frage gestellt, „Was wäre denn passiert, bzw. nicht passiert – wenn es den Werkzeugkoffer nicht gäbe?“

Die Behörde, die den Umzug genehmigt und finanziert hatte, hat für die Einrichtung der neuen Wohnung, also das eigentliche bewohnbar machen keine Verpflichtung mehr gesehen – und das bei einer Frau, die auf den Rollstuhl angewiesen ist. Neben den Einsatzbesprechungen die meist telefonisch stattfanden, gab es mehrere Austauschtreffen aller im Projekt Tätigen.

Dank an die Engagierten und an OVB

Der Dank geht zum Einen an die ehrenamtlich Engagierten, zum Zweiten wieder an den Profi-Eder Baumarkt Bad Endorf, der mit einer weiteren Sachspende die Vervollkommnung der Werkzeugausstattung das Projektes unterstützt hat und zum Dritten an alle Kommunen und Kirchengemeinden, die die Werbeflyer vor Ort ausgelegt haben.

Auch dem OVB, das unentgeltlich mehrfach eine Anzeige geschaltet hat ein Dankeschön. Auch 2016 suchen wir für unsere Einsätze noch Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren wollen und handwerkliches Geschick haben. Sie können sich gerne bei uns melden.

Die Hilfeleistung des „Werkzeugkoffers“ ist kostenfrei. Über Spenden freuen sich die Engagierten.

Wo gibt es weitere Informationen?

Diakonisches Werk Rosenheim

Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit

Helmut Türk-Berkhan oder Marianne Dingler

Klepperstraße 18e

83026 Rosenheim

Telefon 08031/2351144 oder 2351140

Email: werkzeugkoffer@dwro.de.

Pressemeldung Diakonie Rosenheim Helmut Tuerk-Berkhan

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