Marktausbau an großer Linde

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Der rote Pfeil deutet auf die Krone des Naturdenkmals "Linde an der Ebersberger Straße" neben der Einfahrt zum Rewe-Markt. Die schwarzen Balken stellen den Umgriff des Bebauungsplans dar, die rote Line trennt die beiden Teilflächen.

Rosenheim - Längere Diskussionen gab es jetzt über die Planungen am Rewe-Markt an der Ebersberger Straße - sowohl im Bauausschuss als auch im Anschluss im Stadtrat. Grund: Die Gesamtverkaufsfläche soll verdoppelt werden! 

Der Stadtrat hatte im November die Änderung des Flächennutzungsplans "Ortseingang Mitterfeld südlich der Ebersberger Straße" zurückgestellt. Er betrifft zwei Teilflächen: Auf der einen befindet sich der Rewe-Markt samt Parkplatz, die angrenzende Fläche westlich ist unbebaut. Nachdem nun der Stadtrat beschlossen hat, ein neues Nahversorgungszentrum im Norden nicht mehr dort, sondern westlich der Westerndorfer Straße zu entwickeln, liegt der Stadt ein Antrag auf Ausbau des Marktes sowie Ansiedlung eines Getränkemarktes vor.

Grundsätzlich hatten sich beide Gremien bereits dafür ausgesprochen, die Weiterentwicklung des Handelsbetriebes aus städtebaulicher und versorgungsstruktureller Sicht zu unterstützen. Eine Verdoppelung der bestehenden Gesamtverkaufsfläche von 650 auf 1300 Quadratmeter erscheine möglich, so Robin Nolasco, der Leiter des Stadtplanungsamtes. In der übernächsten Sitzung würden konkretere Planungen vorgelegt.

SPD-Stadtrat Kurt Müller befand die Ausbaupläne als zu groß, Dr. Beate Burkl von den Freien Wählern/UP mahnte, mit dem Umfeld des Naturdenkmals am Einfahrtsbereich, der großen Linde, sorgsam umzugehen, insbesondere bei einer eventuellen Straßenverbreiterung für eine Linksabbiegerspur stadtauswärts. "Mit den freien Flächen sollten wir verantwortungsvoller umgehen", gab auch Peter Rutz von den Grünen zu bedenken.

Müller stellte schließlich den Antrag auf weitere Rückstellung des Bebauungsplans, den aber nur zwei weitere Ausschussmitglieder befürworteten. Einstimmig erfolgte darauf der Beschluss, den Bebauungsplan zur Sicherung und Erweiterung des bestehenden Handelsbetriebes aufzustellen, geltend für beide Teilflächen.

Der Plan führte bei der Verabschiedung in der jüngsten Stadtratssitzung zur Fortsetzung der Diskussion. Die SPD, so Fraktionsvorsitzende Gabi Leicht, wollte das westliche Grundstück nicht in den Bebauungsplan aufgenommen sehen, da sie dort eine Ausweitung bebauter Flächen auf das westliche Grundstück befürchtet. "Gerade haben wir ein großes Nahversorgungszentrum an der Westerndorfer Straße beschlossen, dann soll hier schon wieder eine große Fläche überplant werden. Für eine ,maßvolle Erweiterung' ist der Umgriff zu groß", meinte sie. Baudezernent Helmut Cybulska verneinte das. Man brauche diesen Umgriff, um variabler in der Gestaltung zu sein, zudem würden dort auch Ausgleichsflächen ausgewiesen. Es gehe auch um die Begrünung und Baumpflanzungen am Siedlungseingang

Dr. Thomas Huber von der CSU erkundigte sich, ob die beiden Bebauungsplanverfahren Nahversorgungszentrum und Rewe-Ausbau parallel verliefen. Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer erklärte, das sei bei entsprechend vorliegenden Beschlüssen zeitgleich möglich, zumal die Anträge der Bewerber bereits vorlägen.

Der SPD-Antrag von Kurt Müller im Stadtrat, den Umgriff zu verkleinern, wurde unterstützt von den Freien Wählern/UP, Grünen, WIR, ÖDP und Hans Raß von den Republikanern und scheiterte mit 20:21 Stimmen nur knapp. Gegen 14 Stimmen beschloss dann der Stadtrat mehrheitlich die Aufstellung des Bebauungsplanes in der vorliegenden Form.

hh/Oberbayerisches Volksblatt

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