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Müllproblem in Corona-Zeiten

Masken verschmutzen Rosenheim – Stadt und Bund Naturschutz sehen Umwelt-Problem

In Rosenheim liegen immer mehr Masken auf Gehwegen und öffentlichen Plätzen. Die OVB-Heimatzeitungen haben bei der Stadt und beim Bund Naturschutz nachgefragt, wie sie das Problem beurteilen.

Rosenheim – Maske auf, schnell in den Supermarkt und wieder raus, Maske absetzen, rein in die Jackentasche. Vor dem nächsten Laden verschwindet die Hand wieder in der Tasche. Sie sucht, findet nichts, nur Leere, keine Maske. Eine Situation, die derzeit viele Menschen erleben. Das Ergebnis: Ob auf Gehwegen, Marktplätzen oder in Parks, überall liegen Masken am Boden.

Achtlos weggeworfen oder verloren

„Wie jeder Abfall wird dieser von Einzelnen leider nicht immer ordnungsgemäß entsorgt“, sagt Sabine Lemm, stellvertretende Pressesprecherin der Stadt Rosenheim über die Masken. Im gesamten Stadtgebiet sei zu beobachten, dass die Einwegprodukte achtlos weggeworfen oder verloren werden.

Peter Kasperczyk, Vorsitzender der Rosenheimer Kreisgruppe des Bund Naturschutz, glaubt, dass mehr als die Hälfte der Menschen ihre Masken nicht vorsätzlich wegwerfen, sondern verlieren. Dennoch sei die Verschmutzung ein grundsätzliches Thema im Umgang mit der Natur und öffentlichen Plätzen. „Für mich ist das ein Zeichen der allgemeinen Vermüllung“, sagt Kasperczyk über das aktuelle Maskenproblem.

Bürger müssen eigenverantwortlich handeln

Auch Sprecherin Lemm glaubt, dass sich das Müllproblem trotz aller Bemühungen um Umwelterziehung an den Schulen in den vergangenen Jahren sogar verschärft habe. „Jedes einzelne Stück Abfall ist Abfall zu viel und zeugt leider von fehlendem Umweltbewusstsein“, sagt sie.

Um Umweltverschmutzung zu vermeiden, versuche das Umwelt- und Grünflächenamt das Bewusstsein der Bürger für Abfallentsorgung und Recycling im Rahmen der Umweltbildung und Abfallberatung zu erhöhen. Die Eigenverantwortung der Bürger könne trotzdem nicht sinnvoll durch Verwaltungshandeln ersetzt werden.

Umweltverschmutzung sei kein Kavaliersdelikt

Wie ein größeres Bewusstsein für die Umweltverschmutzung geschaffen werden kann, weiß auch Peter Kasperczyk nicht. Es gebe zwar Aktionen wie „Rama-Dama“ des Umwelt- und Grünflächenamtes, bei dem Schul- und Kindergartenkinder jedes Jahr Müll sammeln. Wichtig sei aber, dass die Stadt selbst auf Sauberkeit im öffentlichen Raum achte.

„Denn wo wenig Müll ist, kommt weniger Müll dazu“, sagt der Vorsitzende. Er finde es sinnvoll, wenn die Stadt an besonders verschmutzten Plätzen Angestellte platziert, die Menschen darauf hinweisen, wenn sie Müll hinterlassen, denn das sei kein Kavaliersdelikt. In Japan gebe es beispielsweise Strafen für Personen, die Straßen verschmutzen. „Das ist traurig, aber vielleicht wird so das Selbstverständnis höher“, meint Kasperczyk.

Masken in Beutel packen und entsorgen

Obwohl verlorene und weggeworfene Masken die Innenstadt prägen, sei der Anteil am gesamten Abfallaufkommen nach Auskunft der Stadt noch gering. Auch zusätzliche Reinigungskosten seien deswegen bisher nicht entstanden. Mithilfe von Kehrmaschinen oder per Hand werden sie von der Straßenreinigung aufgesammelt und entsorgt.

Wenn Bürger die Masken zu Hause beseitigen, empfiehlt die Stadt diese aus hygienischen Gründen in Beutel zu verpacken und in den Restmüll zu werfen. Dieser werde dann verbrannt.

Neue Müllbehälter im Mangfallpark

Neben den Masken verschmutzen auch Einwegverpackungen von Restaurants die Stadt. Aufgrund der hohen Inzidenz waren die Gastronomen lange Zeit allein auf das To-Go-Geschäft angewiesen. „Das ist ein viel größeres Problem als die Masken“, sagt Kasperczyk. Auch die Freien Wähler/UP haben das Problem erkannt und deshalb zusätzliche Mülleimer gefordert.

Die Stadt ist der Aufforderung nachgekommen und hat 20 zusätzliche Müllbehälter im Mangfallpark aufgestellt. Die neuen Abfalleimer sind aus Holz und fassen 240 Liter. So können nun auch sperrige To-Go-Verpackungen wie Pizzakartons entsorgt werden. Ab 2023 müssen Gastronomen ihren Kunden neben Einwegverpackungen auch eine Mehrwegvariante anbieten. Das hat der Bundestag mit einer Änderung des Verpackungsgesetzes beschlossen. (re)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa | Bernd Weissbrod (Symbolbild)

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