Rosenheim

Mehrmals betrunken am Steuer

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Symbolbild

Ums Haar hätte gekracht, als im November 2007 das Auto der zivilen Einsatzgruppe der Polizei vom Wagen eines Rosenheimer Handwerkers geschnitten worden war. Als die Beamten den Fahrer stellten, wurde schnell klar warum. Lallend und torkelnd stolperte der Mann aus seinem Auto. Dazu war er keineswegs bedrückt oder gar einsichtig.

Für die Polizisten hatte er nur Schimpfworte übrig, was diese nicht komisch fanden und den damals 43-Jährigen zur Blutentnahme mitnahmen. Ein Blutalkoholgehalt von 2,57 Promille wurde festgestellt und der Führerschein des Rosenheimers einbehalten. Das war er bereits gewohnt. Wie sich heraus stellte war die Fahrerlaubnis dem Angeklagten bereits zweimal entzogen worden.

Kopfschüttelnd stellte Richterin Barbara Heindl fest, dass der Angeklagte kaum drei Monate vorher den Führerschein wiedererlangt hatte. Zwar hatte der die Bewährungszeit aus dem zurückliegenden Trunkenheitsdelikt ohne Rückfall überstanden. Aber lange hatten dann die guten Vorsätze nicht gehalten.

 Der Angeklagte war reuig und geständig. Angeblich konnte er sich an den ganzen Vorfall nicht mehr erinnern. An diesem Gedächtnisverlust hegte das Gericht jedoch berechtigte Zweifel. Es gestand dem Angeklagten aber zu, dass es sich um eine Verdrängung des unangenehmen Geschehens handeln könne.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft beantragte wegen fahrlässiger Trunkenheit im Straßenverkehr in Tatmehrheit mit Beleidigung der Polizeibeamten eine Gesamtfreiheitsstrafe von neun Monaten, die sie auch nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt sehen wollte. Eine Sperre der Fahrerlaubnis sollte für drei Jahre erteilt werden.

Der Verteidiger, Rechtsanwalt Jakob Gerstmeier, verwies in seinem Plädoyer darauf, dass sein Mandant sich wegen der Beleidigungen umgehend entschuldigt habe, was die Beamten auch akzeptiert hätten. Des Weiteren legte er dar, dass der Sachverständige in seinem Gutachten eine erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit des Angeklagten bescheinigt habe. Das alles, zusammen mit dem Geständnis des Maurers, der Tatsache dass das Vergehen schon geraume Zeit zurück liege und dem Umstand, dass er die zurückliegende Bewährungszeit straflos überstanden hätte, solle mit einer Gesamtstrafe von sieben Monaten Gefängnis abgetan sein. Auch habe gezeigt, dass er eine Bewährungszeit annehme und durchhalten könne.

Die Richterin zeigte sich von den Argumenten des Verteidigers überzeugt und verurteilte den Rosenheimer zu sieben Monaten Haft mit letztmaliger Bewährung. Die legte sie allerdings auf vier Jahre an. In dieser Zeit, so wünschte sie dem Angeklagten, solle er lernen, sein Alkoholproblem in den Griff zu bekommen. Ansonsten würde ihn der Weg direkt ins Gefängnis führen. au

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