Mensch ist das gefährlichste Tier

OVB
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Berufsjäger Lorenz Thum zeigte den Schülern der Astrid-Lindgren-Schule, wie sie mit offenen Augen durch den Wald gehen und die Natur dabei genießen können. Foto re

Rosenheim - Mit offenen Augen durch den Wald zu gehen, die Natur dabei genießen, aber auch achten und schützen: Das zeigte Berufsjäger Lorenz Thum einigen Schülern der Astrid-Lindgren-Grundschule.

Die Kinder gingen voller Erwartungen und mit vielen Fragen rund um das Thema Wald an einen "echten Jäger" in das "Klassenzimmer Natur", in diesem Fall den Keferwald am Stadtrand von Rosenheim.

"Welcher Baum kann am ältesten werden?" - "Wie kann man das Alter von Bäumen bestimmen?" - "Wie oft fressen Rehe?" "Warum sind Sie Jäger geworden?" - "Warum schießt man eigentlich Tiere?": Auf viele solcher Fragen gab es eine passende Antwort. "300 Jahre wächst er, 300 Jahre steht er, 300 Jahre vergeht er", erklärte Thum beispielsweise, wie alt eine Eiche werden kann. "Wenn man den Umfang eines Baumes in Zentimetern misst und ihn durch 2,5 teilt, so weiß man sein ungefähres Alter", erklärte der Jäger eine gute Alternative zum Zählen der Jahresringe.

Morgens und abends könne man Rehe auf Lichtungen am besten beobachten, berichtete Thum. Kaum einer wisse aber, dass Rehe alle vier Stunden fressen. Man kann also viel öfter Rehe beobachten, vorausgesetzt man ist schön leise. Leider verhalten sich viele Menschen im Wald oft nicht ruhig genug, verlassen die Wege oder leinen ihre Hunde nicht an.

Auch die Zerstörungswut der Waldbesucher habe zugenommen. "Beschädigte Bäume und Pflanzen, wüste Beschimpfungen, sogar angesägte Leitersprossen am Jägerstand", all das müsse ein Jäger laut Thum fast täglich erleben. "Der Mensch ist das gefährlichste Tier!"

Diesen Satz werden sich die Schüler merken, da war sich die Klasse 3a einig. "Hege und Pflege, die Natur zu achten und zu schützen, aber auch für das Gleichgewicht im Kreislauf Wald zu sorgen", das ist der Grund, warum Lorenz Thum so gerne Jäger ist. "Er hat uns die Natur ein Stück näher gebracht", meinte eine Schülerin am Ende dieses Vormittags im Klassenzimmer Wald, stellvertretend für alle Kinder der 3a.

Oberbayerisches Volksblatt

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