Im milden Winter eiskalt reduziert

Rosenheim - Der Winter hat noch gar nicht richtig begonnen, da prangen in den Schaufenstern der Innenstadt schon wieder Schilder zum Winterschlussverkauf!

Letzte Weihnachtsgeschenke sind umgetauscht und der erste Schnee ist in Rosenheim gerade mal gefallen - und bereits wieder geschmolzen. Der Einzelhandel gönnt sich aber keine Pause: Schon prangen in den Schaufenstern der Innenstadt Schilder mit großen Prozentangaben, die deutlich reduzierte Preise zum Winterschlussverkauf versprechen.

In den Supermärkten sind die Schoko-Nikoläuse aus den Regalen geräumt und die neue Saison in Form von Schokoladen-Osterhasen scheint unmittelbar bevorzustehen. Dieser Umstand ist aber keinesfalls einmalig. Auch wenn es den Winterschlussverkauf (WSV) als solchen schon seit Jahren nicht mehr gibt, nutzt der Einzelhandel den Januar, um seine Lager zu räumen. Im bislang milden Winter 2011/2012 sind die Preise eiskalt reduziert.

"Kälter könnte es immer sein, wenn man Winterware verkaufen will", weiß Lea Teichmüller, Filialleiterin des C&A-Modegeschäftes in der Bahnhofstraße. Da man aufgrund der Wettbewerbsregelungen nicht mehr an den eigentlichen WSV-Zeitraum gebunden ist, habe man in ihrem Haus schon frühzeitig begonnen, Reduzierungen auszuzeichnen: "Wir waren mit die Ersten und haben diesen Zeitvorsprung genutzt." Teichmüller erklärt, dass die Rabatte sortimentsabhängig den Einkauf versüßen. Schnäppchen ließen sich viele machen: "Der Rotstift wurde bei allem angesetzt, was winterlich ist: von Skibekleidung über dicke Pullover bis hin zu den Accessoires."

Genug Auswahl aus einem bunten Sortiment hat man laut Inhaber Achim Wippermann derzeit auch beim Sporthaus Ankirchner. Das Wintergeschäft sei wegen der milden Witterung etwas zögerlich angelaufen, jetzt hofft der Geschäftsmann aber weiter auf Kälte. Wippermann: "Der letzte Samstag hat gezeigt, dass sich das Käuferverhalten indirekt proportional zu den Außentemperaturen verhält." Mit fallenden Temperaturen ziehe auch der Umsatz an.

"Preisnachlässe sorgen bereits für warme Füße", weiß Karl Reindl, Inhaber des gleichnamigen Schuhgeschäfts am Ludwigsplatz. Er ist mit dem Wintergeschäft trotz milden Wetters zufrieden, auch wenn der Zeitraum des klassischen WSV erst Ende des Monats starte. Der Jahresanfang lief für Reindl entspannter als 2011. Bei der extremen Witterung im Vorjahr hätten viele den Weg zum Einkauf gescheut. "Heuer haben wir eine höhere Kundenfrequenz, was sich auch in den Verkaufszahlen widerspiegelt." Weitere Rabatte wird es in seinem Schuhgeschäft keine mehr geben, das Abverkaufprogramm laufe bereits. Reindl: "Auf Angebote muss man bei uns nicht mehr warten - die sind schon da."

Frost hilft dem Handel sehr

Auch beim Kaufhaus Karstadt ist der Schlussverkauf in vollem Gange. "Jetzt hat der Januar das Gesicht gezeigt, das wir sehen wollen", freute sich Geschäftsführer Matthias Ecke gestern über frostige acht Grad am Morgen. "Die Kälte hilft, die Bestände zu reduzieren." Reduziert seien die Preise bei allen Winterwaren. "30 bis 50 Prozent gibt es auf Daunenjacken, Pullis und Wärmeschutz wie Handschuhe oder Mützen", so Ecke. Auch ein genaues Hinschauen sei ratsam, selten gefragte Größen gebe es teilweise sogar um 70 Prozent billiger. "Besondere Größen können sich besonders lohnen", meint Ecke, dass besonders zierliche Frauen oft noch Stücke finden können, die keiner anderen gepasst haben.

"Bei uns ist die Hölle los, wahrscheinlich auch noch die nächsten Tage", erklärte gestern Marianne Stadler. Und das, obwohl die Inhaberin der Boutique Beo ihre Rabattplanung sehr saisonbewusst gestaltet, also nicht so frühzeitig wie die Konkurrenz reduziert. Die kleinsten Preise sind Stadler zufolge erst in der zweiten Januarhälfte zu erwarten. "Unser ,Frühjahrsputz' hat schon Tradition: Dazu reisen die Kunden sogar von weit her an", erinnert die Geschäftsfrau daran, sich mit Karohemden und Trachtenwesten schon für die nächsten Feste zu rüsten.

Auch heuer werde alles abverkauft, um Platz für neue Ideen und neue Farben zu schaffen. "Mit der neuen Saison ist dann auch diesmal wieder alles neu."

cl/Oberbayerisches Volksblatt

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