Experte gibt Auskunft

Sturm in der Region: Profitieren Windkraftanlagen davon? 

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Bereiten Orkanböen den Windkraftanlagen Probleme? Oder produzieren sie sogar mehr Strom?
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Rosenheim/Mühldorf – Überschwemmungen, umgestürzte Bäume und Verkehrsbehinderungen: Sturmtief Petra sorgte in den vergangenen Tagen für ungemütliches Wetter mit Windgeschwindigkeiten bis zu 110 km/h in Mühldorf. Sind jedoch Windkraftanlagen der Nutznießer starker Orkanböen?

Am Dienstag, 4. Februar, zeigte die Wetterstation in Mühldorf gegen 5 Uhr morgens den größten Ausschlag bei der Windgeschwindigkeit an. Orkanböen mit bis zu 110 km/h sorgten in den vergangenen Tagenfür zahlreiche Feuerwehreinsätze, vor allem wegen umgestürzter Bäume. Doch profitiert auch jemand von diesem Unwetter? Sorgen beispielsweise höhere Windgeschwindigkeiten für eine höhere Stromproduktion bei Windkraftanlagen?

„Wir sind über ein Sturmtief nicht erfreut. Am liebsten wäre uns ein gleichbleibender Wind. Eine ideale Geschwindigkeit liegt zwischen zehn und elf Metern pro Sekunde, also umgerechnet circa 40 km/h. Das werden wir allerdings nie erreichen. Das wäre unsere Wunschvorstellung“, so ein Mitarbeiter aus der Windbranche mit Sitz in Rosenheim gegenüber innsalzach24.de.

Man könne das pauschal auch nicht genau sagen, da es je nach Typ und Konstruktion zu Unterschieden kommt. „Ab einer gewissen Geschwindigkeit hat jede Anlage allerdings eine maximale Leistung“, so der Mitarbeiter. Das bedeutet, dass Windräder ab einer gewissen Geschwindigkeit auch nicht mehr Strom produzieren. Und diese liegt mit circa 40 Stundenkilometern deutlich unterhalb der Messwerte der Wetterstation in Mühldorf.

Die Mindestgeschwindigkeit für das Drehen eines Rotors liege übrigens zwischen sieben und neun Stundenkilometern. Allerdings würde dabei nicht immer Strom produziert werden.

Bis zu 250 km/h für Betrieb möglich

Für die Anlagen selbst würde es keine Probleme darstellen, wenn der Wind zu stark ist: „Je nach Typ haben die Windräder eine Überlebensgeschwindigkeit von schätzungsweise bis zu 70 m/s.“ Das sind umgerechnet knapp 250 km/h, mit denen eine Anlage laufen könnte.

Allerdings hätten alle Windkraftanlagen einen automatischen Abschaltmodus, der ab einer Geschwindigkeit von circa 90 km/h, in einen sicheren Modus fährt. „Zum einen ist das der Statik geschuldet. Zum anderen steht ein reibungsloser Ablauf im Vordergrund. Wenn ein Auto 200 km/h fahren kann, ist es auch klar, dass der Verschleiß bei dieser Geschwindigkeit größer ist“, so der Mitarbeiter.

Sollte der Wind also zu schnell sein, verlieren die Betreiber von Windkraftanlagen also auch Geld, weil sich die Windräder ausschalten und keinen Strom produzieren. Wetterexperte Jörg Kachelmann warnt bereits vor der nächsten Sturmfront: „Kommende Woche wird wohl die Sturmwoche.“ Die Böen sollen mitunter Windgeschwindigkeiten von 90 bis 140 km/h erreichen. Die Windkraftanlagen nehmen sich dann wohl auch wieder eine Auszeit. 

jz

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