Flut von To-Go-Verpackungen

Mülleimer in Rosenheim quellen über: Kommt zur Corona-Pandemie nun noch eine Rattenplage?

Die Eimer quellen über: Zu viele Verpackungen sprengen die Kapazitäten am Max-Josefs-Platz.
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Die Eimer quellen über: Zu viele Verpackungen sprengen die Kapazitäten am Max-Josefs-Platz.

Rosenheim – Die vielen To-Go-Verpackungen lassen im Rosenheimer Stadtgebiet mancherorts die Mülleimer überquellen. Bürger befürchten nun, dass es dadurch zu einer Rattenplage kommen könnte. Der städtische Baubetriebshof will die Entwicklung beobachten.

Plastik und Pappe stapelt sich in den Mülleimern der Rosenheimer Innenstadt. Durch die To-Go-Verpackungen der Gastronomie entsteht ein erhöhtes und unkontrollierte Entsorgen von Abfall. In Kombination mit den Angeboten der vereinzelt zugelassenen Christkindlmarktstände quellen die Mülleimer gerade auf den Hauptplätzen über. Der Rosenheimer Baubetriebshof kennt die Problematik, will allerdings erst einmal abwarten.

Große Pappkartons als größtes Problem

„Die besondere Müllsituation in der Zeit, in der normalerweise der Christkindlmarkt stattfindet, ist uns bekannt. Allerdings ist die Situation durch die Angebote zum Mitnehmen nicht mit den Vorjahren vergleichbar“, berichtet der Geschäftsführer des städtischen Baubetriebshofes, Werner Oekler. Das größte Problem sieht er vor allem in den großen Pappkartons, beispielsweise von Pizzerien. Diese seien sowohl mengenmäßig ein Problem und verstopfen zudem sehr schnell die Einwerföffnungen.

Kaffee– und Plastikbecher: Auch auf der Münchnerstraße wird der Mülleimer zum Abstellplatz.

Die Folge sind überfüllte Mülleimer, die Rosenheimer Bürgern wie Eberhard Scholz Sorgen bereiten. Er fürchtet, dass das Image der Stadt bleibenden Schaden nehmen kann. „Wenn das so weiter geht, haben wir zusätzlich zu Corona-Pandemie auch noch eine Rattenplage“, schimpft der Rosenheimer. Damit es so weit nicht kommt, hat der Baubetriebshof bereits die Entleerungsmaßnahmen erhöht. Wie bereits zum ersten Lockdown wird seit November unter der Woche zweimal täglich geleert. Außerdem wird mit dem Tiefbauamt die Aufstellung zusätzlicher Abfalleimer geprüft.

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Durch die weiteren Corona-Verschärfungen der Bayerischen Staatsregierung geht die Stadt allerdings davon aus, dass sich das Problem mehr oder weniger von selbst lösen wird. „Da der Verkauf von Lebensmitteln sowieso eingeschränkt wurde, muss man die Entwicklung erst einmal beobachten“, berichtet Pressesprecher Christian Schwalm. Er rechnet damit, dass sich die Ausflüge in die Innenstadt reduzieren werden, da es dazu einen „triftigen Grund“ braucht.

Beim städtischen Baubetriebshof will man daher erst einmal abwarten und die Lage in den kommenden Tagen noch einmal neu bewerten. Bis dahin werden keine neuen Mülleimer aufgestellt, die vermehrten Leerungen sollen aber beibehalten werden.

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