Müller-Brot: Pächterin ist völlig aufgelöst

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Lydia Günzinger in ihrer Rosenheimer Müller-Filiale.

Rosenheim - 1250 Jobs sind nach dem Produktionsende von Müller-Brot in Gefahr. Auch für Lydia Günzinger, Filialleiterin in Rosenheim, geht es um die Existenz.

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Rosenheim24.de hat jetzt mit Lydia Günzinger, Leiterin einer Rosenheimer Müller-Brot-Filiale, gesprochen:

Was halten Sie von der Entscheidung?
Wir sind einfach nur traurig. Es macht keinen Spaß mehr, weil wir alle nicht wissen, wie es weiter geht. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Vermutlich will wirklich jemand das Unternehmen kaputt machen. Wir müssen einfach abwarten.
Was sagen die Kunden?
Das ist unterschiedlich. Oft müssen wir uns wirklich blöd anreden und beschimpfen lassen, aber manche finden es auch schade. Oft sagen die Kunden, dass wir weitermachen sollen.
Brot, Semmeln, Croissants - die Produkte können aber weiterhin bedenkenlos in den Filialen eingekauft werden?
Ja, natürlich. Die Produkte kommen momentan von Fremdanbietern. Dennoch haben wir derzeit mit massiven Umsatzeinbußen von bis zu 50 Prozent zu kämpfen. Das schwankt immer. Mal kaufen mehr ein, mal weniger.
Können Sie ihr Personal denn weiterhin beschäftigen?
Im Moment sind wir nur noch zu dritt und Gott sei Dank sind wir auch nicht von dem Insolvenzgehalt betroffen. Meine Kolleginnen sind meine zwei Juwelen. Sie sagen immmer: 'Ja, komm, wir stehen das jetzt durch!' Leider musste ich mich darum kümmern, dass sie ab April als Arbeitssuchend gemeldet sind, aber nach anderen Jobs sehen sie sich noch nicht um.
Haben Sie noch Hoffnung, dass die Arbeitsplätze und das Unternehmen erhalten bleiben?
Natürlich, sonst wäre ich ja nicht hier. Es ist einfach nur traurig, sehr traurig. Wir müssen einfach abwarten, sind aber zuversichtlich dass es weiter geht. Nur wahrscheinlich anders. Meine Familie macht mir Mut. Die steht hinter mir.

eh/red

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