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Hund sprang direkt vor Fahrrad

Nach Hundeunfall mit dem Rad bleibt die Angst: Rosenheimerin appelliert an Hundebesitzer

Ein Leben ohne Fahrradfahren war für Brigitte Plank aus Oberwöhr lange Zeit unvorstellbar. Bis ihr vor einigen Wochen ein Hund vors Rad lief. Zwar sind ihre Verletzungen größtenteils verheilt, doch die Angst vor einem erneuten Unfall bleibt. Jetzt appelliert die Rosenheimerin an alle Verkehrsteilnehmer.

Rosenheim – Die Bilder von ihrem Unfall verfolgen Brigitte Plank an manchen Tagen bis in den Schlaf. Es sei ein ganz normaler Tag gewesen. Das Wetter war so gut, dass sie den Nachmittag gemeinsam mit ihrem Mann am Happinger See verbracht habe. Gegen 17.30 Uhr hätten sie sich auf den Rückweg gemacht. Über die Aisingerwies in Richtung Oberwöhr. „Am Straßenrand bei der Wiese an der Rilkestraße ist mir dann ein junges Pärchen mit einem Hund aufgefallen“, erinnert sich Plank. Sie habe sich nichts dabei gedacht, sei einfach weitergefahren. Ihr Mann vorneweg, sie hinterher.

Hund springt direkt vors Rad

Plötzlich sei der Hund – ein Golden Retriever – bellend losgerannt. Erst sei er ihrem Mann gefolgt, dann hätte er umgedreht. „Als ich versucht habe ihm auszuweichen, ist er mir direkt vors Rad gesprungen. Ich hatte keine Chance mehr zu bremsen“, sagt Plank. Das Vorderrad habe den Hund mitten in den Bauch getroffen.

Durch den Zusammenstoß stürzte Plank über den Lenker auf die frisch geteerte Straße. „Ich bin mit meinem Gesicht voran auf dem Boden gelandet“, sagt sie. Weil weder ihr Mann noch sie ein Telefon dabei gehabt hätten, riefen die herbeieilenden Hundebesitzer den Krankenwagen.

Blut, das ihr über das gesamte Gesicht läuft

Während sich das Pärchen immer wieder entschuldigt, liegt Brigitte Plank am Boden. Sie spricht von unsagbaren Schmerzen, von Blut, das ihr über das gesamte Gesicht lief und sie für kurze Zeit erblinden ließ. Nach der Erstversorgung durch die Mitarbeiter des Roten Kreuzes geht es weiter in die Notaufnahme nach Prien.

Dort diagnostizieren die Ärzte neben zahlreichen Prellungen, Schürfwunden und Stauchungen auch einen offenen Nasenbeinbruch. „Die Ärzte haben mir gesagt, dass ich viel Glück hatte“, sagt Plank. Denn wäre sie anders gefallen, hätte sie sich im schlimmsten Fall sogar das Genick brechen können.

Fünf Tage Aufenthalt im Krankenhaus

Nach fünf Tagen im Krankenhaus darf die Rosenheimerin schließlich nach Hause. Während die äußeren Verletzungen nach und nach verheilen, ist ihre Psyche weiterhin lädiert. „Ich habe unfassbare Angst wieder aufs Fahrrad zu steigen“, sagt sie. Es sei nicht nur die Furcht vor einem erneuten Sturz und dem Wiederverletztsein, was sie daran hindere, sondern das Gefühl, ausgeliefert zu sein. „Ich habe mich so chancenlos gefühlt, weil ich einen Unfall, an dem ich keine Schuld trug, nicht verhindern konnte“, sagt sie.

Vom Rad aufs Auto umgestiegen

Hinzu kommt, dass der Unfall sie „aus allem herausgerissen hat“ – aus der Freizeit, aber auch ihrer Arbeit bei der Caritas. So habe sie unter anderem sämtliche Einsätze der „Plauder-Bar“ – das mobile Fahrrad-Café der Caritas – absagen müssen.

„Für mich ist es sehr schlimm, dass ich als Radfahrerin, mich aktuell nicht traue aufs Fahrrad zu steigen“, sagt sie. Um Erledigungen zu machen, sei sie in den vergangenen Tagen aufs Auto umgestiegen. Doch auch hier hat sie mit Ängsten und Unsicherheiten zu kämpfen. „Ich will niemanden verletzen. Auch weil ich weiß, welche wahnsinnigen Schmerzen das sind“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich bin vorher schon vorsichtig gefahren, aber jetzt bin ich noch mal doppelt achtsam.“

Mehr aufeinander Acht geben

Und irgendwie würde sie sich genau dieses Verhalten auch von allen anderen Verkehrsteilnehmern wünschen. Jedenfalls ein bisschen. „Es ist einfach wichtig, dass man ein Bewusstsein dafür entwickelt, dass etwas passieren kann“, sagt sie. Sie appelliert an Radfahrer, eine besondere Vorsicht gegenüber Hunden zu haben. Mahnt, dass sich deren Besitzer darüber klar werden, welche Unfälle die Hunde verursachen können. „Das Bewusstsein muss einfach da sein, dass auch sitzende Hunde aus dem Nichts losrennen können“, sagt sie.

Wunsch nach gegenseitiger Rücksichtsnhame

Sie wünscht sich ein „Miteinander“, will eine gegenseitige Rücksichtnahme, damit in Zukunft Unfälle, wie der ihrige verhindert werden können. Auch wenn diese laut Polizeihauptkommissar Robert Maurer sowieso schon äußert selten vorkommen.

Doch schon einer sei laut Plank zu viel. In den Wochen seit dem Unfall hat sie jeden Tag daran gearbeitet, wieder zurück auf die Beine zu kommen. Und irgendwann wird sie auch wieder auf einem Fahrrad sitzen. Das weiß sie ganz sicher.

Rubriklistenbild: © Peter Kneffel/dpa

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