Nachhaltigkeit statt Strohfeuer

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Eine hochkarätige Delegation unter Leitung des Dachauer Oberbürgermeisters Peter Bürgel (3. von rechts) ließ sich von Soziale Stadt-Projektleiterin Britta Schätzel (neben 2. Bürgermeister Anton Heindl) über das Rosenheimer Modell der Bürgerhäuser und weitere nachhaltige Projekte informieren

Rosenheim - 1000 erfolgreiche Projekte hat die Soziale Stadt Rosenheim in den letzten Jahren durchgeführt. Eine Dachauer Delegation informierte sich jetzt über den Rosenheimer Erfolg.

Dachaus Oberbürgermeister Peter Bürgel nahm persönlich am Treffen im Bürgerhaus Miteinander mit den Vertretern der Rosenheimer Sozialen Stadt und des Stadtrates, Rosenheims zweitem Bürgermeister Anton Heindl und Alois Gartner vom Stadtplanungsamt teil. Hintergrund für Bürgels Reise nach Rosenheim ist die Tatsache, dass in Dachau ein Bürgerhaus sinnvoll erweitert werden soll. Der Wunsch von Bürgel und dem Dachauer Stadtrat, der mit acht Mitgliedern nach Rosenheim gefahren war: „die öffentlichen Fördergelder in Maßnahmen zu stecken, die langfristige Projekte in Gang setzen.“ Welche Voraussetzungen dabei zu beachten sind, wollten die Dachauer von den Rosenheimern erfahren, deren Erfolgsmodell als Vorbild für die geplanten Aktivitäten in Dachau dient.

Strukturen schaffen und vernetzen - Denn in Rosenheim ging es in den vergangenen Jahre nach Angaben von Projektleiterin Britta Schätzel immer darum, Zuschüsse in Initiativen mit Langzeitwirkung zu stecken, bereits bestehende Angebote zu vernetzen und Strukturen zu schaffen, die dauerhaft Wirkung zeigen und Positives bewegen. Nachhaltigkeit statt Strohfeuereffekt: Dies könne jedoch nur erreicht werden, wenn es gelinge, die Bürger intensiv in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen, zeigte sich Britta Schätzel im Gespräch mit den Gästen aus Dachau überzeugt. Vorbildlich sei dies im Rahmen der Sozialen Stadt Rosenheim unter anderem im Miniladen in der Lessingstraße oder in den Fahrradwerkstätten, aber auch bei der Einführung der Quali- und Spielplatzpaten gelungen. Auch die Bürgerstiftung Rosenheim „Gemeinsam Chancen schaffen“ wird zur nachhaltigen Sicherung des Bürgerschaftlichen Engagements beitragen. Angeschoben habe diese Initiativen stets die Soziale Stadt, danach seien die Maßnahmen auf andere Träger übergegangen oder würden heute von den Ehrenamtlichen selber gestemmt.

Bürgerhäuser als Begegnungsstätten - Um Bürger zu motivieren, sich als Spielplatzpaten zu engagieren, in einem Miniladen an der Verkaufstheke zu stehen oder eine Hausaufgabenhilfe für Kinder aus zugewanderten Familien zu organisieren, sei es wichtig, ihnen ein Begegnungszentrum anzubieten. Hier könnte auch die Arbeit der Ehrenamtlichen koordiniert werden, betonte Christian Hlatky, Koordinator der Rosenheimer Bürgerhäuser. Stolz verwiesen er und Britta Schätzel auf die zwei bereits bestehenden Einrichtungen Lessingstraße und E-Werk-Stüberl. Nun sei noch die Realisierung des Bürgerhauses in Happing zu verwirklichen. Die Bedeutung einer solchen Begegnungsstätte unterstrichen auch Marianne Guggenbichler, die die Freiwilligenagentur Nord leitet, und Mikail Alkgül, erster Vorsitzender des Fördervereins Miteinander e.V.. Nach dem Motto „Bürger für Bürger“ würden die Vereinsmitglieder im Bürgerhaus Miteinander immer wieder Konzepte für die Attraktivitätssteigerung des Stadtteils und ein lebendiges Bürgerleben entwickeln, betonte er. Gemeinsam frühstücken, Tee trinken oder jahreszeitliche Feste feiern: Diese Angebote für ein Miteinander der Nationen und Generationen werden nach Hlatkys Angaben durch Bildungsprogramme mit Sprach- und Musikkursen oder Vorträgen ergänzt.

Hohe Akzeptanz - Die Nachhaltigkeit dieser Konzepte hat in Rosenheim auch den Stadtrat überzeugt, der mehrheitlich hinter der Sozialen Stadt und deren Konzepten steht, wie Stadtrat Karl-Heinz Brauner angesichts der Erfolge betonte. Die mit den Fördergeldern angeschobenen Initiativen oder Baumaßnahmen würden so nachwirken, dass die Fortsetzung nicht mehr in Frage gestellt werde. Auch die Akzeptanz in der Bevölkerung ist nach Erfahrungen von Projektleiterin Schätzel groß – sichtbar geworden unter anderem beim ersten Ehrenamtsabend auf Einladung der Sozialen Stadt, an dem 300 Bürger teilgenommen haben.

Pressemitteilung Soziale Stadt Rosenheim

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