Öffnung neu geregelt

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Rosenheim - Der städtische Friedhof wird in Zukunft von September bis März von von 7 bis 18 Uhr und von April bis August bis 20 Uhr geöffnet.

Damit beendet die Stadt den Wirrwarr bei den bisherigen Öffnungszeiten und setzt sich über Bedenken der Bayerischen Versicherungskammer hinweg.

Der winterliche Rosenheimer Friedhof:

Der winterliche Rosenheimer Friedhof

WIR-Stadtrat Franz Weiland hatte das Thema angesprochen. Dass die Friedhofsbesucher sich bisher auf vier unterschiedliche Öffnungszeiten einstellen mussten, war ein Teil seiner Kritik. Schwerwiegender war jedoch, dass in einem konkreten Fall zwei berufstätige Eltern das Grab ihres verstorbenen Kindes im Winter nicht besuchen können, weil die Friedhofstore von November bis Februar schon um 17 Uhr geschlossen werden. Die Stadt hatte zwar angeboten, ihnen einen Schlüssel für ein Seitentor zu überlassen, doch ganz allein im Dunkeln auf dem Friedhof zu sein, hielten die beiden auch nicht für die richtige Lösung.

Eine Nachfrage der Stadt bei der Bayerischen Versicherungskammer hatte allerdings ergeben, dass von dieser Seite Bedenken erhoben werden. Den Friedhof im Dunkeln offen zu halten, berge ein gewisses Risiko. Sollten Besucher stürzen und sich verletzen, müsse zwar immer eine Entscheidung im Einzelfall getroffen werden, doch sei die Haftungsfrage zu bedenken. Grundsätzlich könne sich die Stadt nicht mit einem Schild von der Haftung befreien.

CSU-Stadträtin Eleonore Dambach sah dies im Haupt- und Finanzausschuss skeptisch. Schon jetzt sei der Friedhof zu Zeiten geöffnet, wenn es noch oder schon dunkel ist. Daran habe sich bisher auch niemand gestört.

"Wenn es nach der Versicherung ginge, müsste bei Sonnenuntergang eine Ausgangssperre in Kraft treten", meinte Franz Lukas von dern Grünen. Wolfgang Bergmüller von der CSU mochte nicht glauben, dass ein Schild, mit dem die Stadt auf den Haftungsausschluss hinweist, keine rechtliche Wirkung haben soll - und eine gewisse Eigenverantwortung hätten die Menschen immer. Zudem werde ja niemand gezwungen, im Dunkeln auf den Friedhof zu gehen.

Für das Friedhofsdezernat wies Hermann Koch zudem darauf hin, dass die Steinmetze schon morgens um 7 Uhr auf den Friedhof möchten, um ihre Arbeit zu beginnen - im Sommer und im Winter.

Ein durchschlagendes Argument von Franz Weiland war, dass die städtischen Friedhöfe in Aising und Fürstätt schon immer durchgehend geöffnet sind und es damit bisher auch keine Probleme gegeben habe.

Bisher galten im städtischen Friedhof die Öffnungszeiten: November bis Februar von 7 bis 17 Uhr, März von 7 bis 18 Uhr, April bis August von 7 bis 20 Uhr, September und Oktober von 7 bis 19 Uhr.

Dass die neue Winteröffnungszeit wie die alte schon im September beginnt und damit der Friedhof um 18 Uhr geschlossen wird, hat einen ganz einfachen Grund: Nebenan ist dann das Herbstfest, und dessen Besucher sollen vom Friedhof möglichst ferngehalten werden.

Gegen die Stimme des CSU-Fraktionsvorsitzenden Herbert Borrmann stimmte der Ausschuss für die neuen Öffnungszeiten. Borrmann hält die Öffnung während der Dunkelheit für problematisch.

bi/Oberbayerisches Volksblatt

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