Andreas März (CSU) im Interview

Diese Ziele forciert Rosenheims neuer Oberbürgermeister für seine Heimat

Andreas März wurde zum neuen Oberbürgermeister von Rosenheim gewählt
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Andreas März wurde zum neuen Oberbürgermeister von Rosenheim gewählt

Rosenheim - Nun steht es offiziell fest: Andreas März (CSU) ist neuer Oberbürgermeister von Rosenheim. Er setzte sich bei der Stichwahl gegen Franz Opperer (Grüne) durch. rosenheim24.de haben mit ihm über die Wahl und seine Pläne als neuer Rathauschef gesprochen.

Das höchste Amt in der Stadt Rosenheim bleibt in Händen eines CSU-Politikers. Nachdem die langjährige Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer 2020 nicht mehr angetreten ist, wird nun ihr Partei-Kollege Andreas März die Geschicke der Stadt lenken. März s etzte seinen Führungsanspruch in der Stichwahl am 29.03.2020 durch. Er holte sich 61,5 Prozent der Stimmen. Sein Gegner, Franz Opperer von den Grünen, erreichte 38,5 Prozent der Stimmen.

Andreas März im Interview:

rosenheim24.de: Wie haben Sie die Wahl gestern erlebt und wo haben Sie den Wahlabend verbracht?

März: Ich war gestern zuhause mit meiner Familie, weil natürlich auch empfohlen wird, soziale Kontakte auf das Nötigste zu reduzieren. Wir haben die Wahl gemeinsam im Internet verfolgt. Ich war schon sehr angespannt. Wie dann die ersten sieben, acht Wahlbezirke ausgezählt waren und es sich dann grob so 60 zu 40 abgezeichnet hat, da habe ich mir dann schon gedacht 'ja, das geht in die richtige Richtung'."

rosenheim24.de: Welche Lücke hinterlassen Sie in Ihrem aktuellen Beruf und wie ist die Nachfolge geregelt?

März: Das ist alles geregelt. Zwei sehr gute Freunde von mir übernehmen den Vertrieb der bisherigen Produkte. Insofern ist das alles in guten Händen und ich kann mich einer neuen Aufgabe zuwenden. 

rosenheim24.de: Welche Herausforderungen gibt es durch das Coronavirus in Rosenheim und was können Sie als Bürgermeister machen?

März: Die Situation bei uns in der Region ist angespannt. Wir sind ein Hochrisikogebiet. Es ist aber auch so, dass bei uns viel getestet wird, deshalb haben wir hohe Fallzahlen. Die Situation am Klinikum ist auch angespannt. Auch die Verunsicherung in der Bevölkerung ist groß. Die größte Handhabe hat der Bund und das Land Bayern, was die Beschaffung der Schutzausrüstung betrifft. Wir können als Stadt immer wieder mit Nachdruck an die Bürger appellieren, sich an die Ausgangsbeschränkungen zu halten. 

Wir vor Ort sind unseren heimischen Unternehmen dadurch entgegengekommen, dass Gewerbesteuervorauszahlungen gestundet wurden und dass die Möglichkeit besteht, kommunale Abgaben zu stunden. Seiten des Bundes ist wohl auch ein Moratorium herausgekommen, wo man Abschlagszahlungen für Strom, Wasser oder Gas aussetzen oder auf ein Minimum reduzieren kann. Da müssen wir schauen, was das für Auswirkungen auf die städtischen Energieversorger hat. 

rosenheim24.de: Welches Thema abseits von Corona ist das, was Sie als erstes in Rosenheim anpacken werden?

März: Natürlich das Thema Finanzen. Und das Tagesgeschäft und Baugesuche gehen natürlich auch weiter. Das hängt jetzt tatsächlich alles von der finanziellen Situation ab. Da muss man sich in den nächsten Wochen einfach einen Überblick verschaffen, was das für Auswirkungen auf den städtischen Haushalt und das Investitionsprogramm hat und auch auf mein eigenes Wahlprogramm, wo wir einige Projekte in Aussicht gestellt haben. Es ist jetzt wichtig, dass die Gesundheitssysteme weiter funktionieren und auch die Versorgung. Dann ist wichtig, dass wir die Menschen beruhigen, dass sie sich an die Verfügungen halten und dass die heimische Wirtschaft unterstützt wird. Was in unseren Möglichkeiten steht, das schöpfen wir aus, damit wir mit zwei blauen Augen aus dieser Krise herauskommen.

rosenheim24.de: Was schätzen Sie an Ihrer Vorgängerin Gabriele Bauer?

März: Was sie hervorragend gemacht hat, ist ihre soziale Kompetenz, nach außen wie nach innen. Ich finde, dass die Verwaltung sehr gut funktioniert. Sie hat wirklich dafür gesorgt, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt da ist nachhaltig stark ist. Das sieht man jetzt an diesen ganzen Hilfsmaßnahmen, die auf freiwilliger Basis funktionieren. Dass das Vereinsleben aufgeblüht ist, dass das Kulturleben vielfältig und umfangreich ist und aber auch dass sie es geschafft hat, Rosenheim als wirklich starken Wirtschaftsstandort zu etablieren und sich ein Krisenfester Branchenmix angesiedelt hat. Das hat sie alles mit Hilfe ihrer sozialen Kompetenz geschafft, das schätze ich sehr.

rosenheim24.de: Wie werden Sie die Zeit bis zum offiziellen Amtsantritt am 1. Mai verbringen?

März: Man wird schon ein bisschen eingearbeitet. Es besteht die Möglichkeit in den Dezernentenrunden und bei internen Gesprächsrunden mit dabei zu sein. Dadurch, dass jetzt viele öffentliche Termine abgesagt sind, habe ich jetzt vier Wochen Zeit mir das "in Ruhe" anzusehen. Ruhe ist natürlich momentan nicht. Es geht halt jetzt einfach weiter. Ich bin jetzt regelmäßig im Rathaus und schaue mir an, wie das alles funktioniert.

Gratulation zum Wahlsieg von seiner Vorgängerin

Auch die noch amtierende Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) gratulierte März nach seiner Wahl: "Ich freue mich sehr. Es ist ein unglaubliches Ergebnis unter diesen Vorgaben. Ein unglaublich demokratisches Signal der Bürger, für das man wirklich nur herzlichen Dank sagen kann."

jb

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