Planspiele am Bahnhof

OVB
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Für das Gelände links der Gleise zwischen Brückenberg (unten im Bild) und Bahnhof soll Anfang nächsten Jahres das Baurecht feststehen. Rechts der Gleise ist noch alles offen - hier ein Luftbild vom Sommer 2010.

Rosenheim - Auf OVB-Nachfrage erklärte jetzt der städtische Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl, dass die Idee, dort ein neues Kultur- und Kongresszentrum zu bauen, zumindest sorgfältig untersucht werden sollte.

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Auf dem Bahngelände Nord sind die Planungen schon konkreter. Im Süden der Gleise hingegen, an der Enzensperger Straße, ist noch alles offen. Citymanager Günter Boncelet hatte kürzlich in einem Gespräch mit der Wirtschaft zur Vorbereitung des Stadtentwicklungskonzepts 2025 die Frage in den Raum gestellt, ob eine Einrichtung wie das Kuko unbedingt dort stehen muss, wo es jetzt steht oder ob ein solches Grundstück nicht für andere Zwecke besser nutzbar sei. Gleiches gelte für das Eisstadion. In beiden Einrichtungen stehen umfangreiche Sanierungen an, im Kuko über Jahre verteilt für mehr als geschätzte acht Millionen Euro. Untersuchungen zu Sanierungskosten der Tiefgarage laufen erst noch. Beim Eisstadion ist man bei der Berechnung der möglichen Kosten noch im Frühstadium. Dort stehen Brandschutzmaßnahmen an, zudem die Erneuerung des Kabinentrakts.

Es sei gut und richtig, solche Planspiele durchzuführen, sagte gestern Wirtschaftsdezernent Thomas Bugl in einer Pressekonferenz der Stadtverwaltung. Nur eine Gesamtplanung, die alle Kosten und Nutzen gegenüberstellt, biete eine Basis für die richtige Entscheidung, "wenn es um so große finanzielle Brocken geht".

Baudezernent Helmut Cybulska ergänzte, ein Stadion mit so steilen Rängen wie in Rosenheim dürfte man heutzutage gar nicht mehr bauen. Es sei notwendig, durch sogenannte "Wellenbrecher" noch mehr für die Sicherheit zu tun.

Auf dem nördlichen Gelände, zwischen Bahnhof und Brückenberg, nehmen die Planungen immer mehr Form an. Im Mai wird der städtebauliche Gestaltungswettbewerb für den Bahnhofsvorplatz ausgelobt. Der Erhalt des denkmalgeschützten Oberbahnamtes wird dabei Pflicht sein. Der alte Luftschutzbunker soll hingegen entfallen. Dies geht allerdings einher mit dem Verlust der großen Bäume, die im Bunker wurzeln.

Für die auch von der Stadt gekauften Grundstücke bis zum Brückenberg gibt es nach den Worten von Thomas Bugl großes Interesse. rund 100 Kontakte mit möglichen Investoren habe es seit dem Oktober 2011 schon gegeben. Sogar das zunächst als eher ungünstig gelegene Areal direkt am Brückenberg finde Interessenten.

Was das geplante Hotel angeht, lägen etliche Betreibervorschläge auf dem Tisch. Es zeichnet sich demnach ein Hotel mit 100 bis 130 Zimmern ab, zwischen "Low Budget", also eher einfach und preiswert, bis zu drei Sternen. Unter den Interessenten ist auch eine große Hotelkette. Bevor die Nutzungen im Bebauungsplan endgültig festgelegt werden, will die Stadt noch einmal auf weitere Hotelfachleute zugehen, um die Bedürfnisse genau abzufragen. "Damit wir das anbieten, was wirklich gebraucht wird", verdeutlichte Helmut Cybulska.

Die Pläne für das Bahnhofsareal:

Baufeld 2

Baufeld 3

Baufeld 4

Baufeld 5

Die Möglichkeit, auf dem Gelände auch ein Hochhaus zu errichten, hat sich im Lauf der Vorplanungen eher vom Brückenberg weg in die Richtung verlegt, wo Luitpold- und Münchener Straße zusammentreffen. Dort und am Anstieg zum Brückenberg werden in den nächsten Jahren die Straßenräume neu gestaltet, an der einen Stelle als Zufahrt zum Bahnhofsgelände, an der anderen, um den Brückenberg weiter zu ertüchtigen. Baudezernent Cybulska wies darauf hin, der Brückenberg werde wohl eine weitere Belastung erfahren, wenn der erste Teil der Westtangente zwischen Autobahn und der Schwaig fertiggestellt ist. An eine Verbreiterung der Brücke selbst sei nicht gedacht, denkbar sei eine Aufweitung des Anstiegs wie auf der anderen Seite zur Äußeren Münchener Straße hin.

Bei den später im Bebauungsplan festzuschreibenden Nutzungen könnte es erneut Verschiebungen geben. Die Verwaltung hält ein Aufweichen der starren Haltung gegenüber zusätzlichen Handelsflächen inzwischen für gerechtfertigt. Durch die im Süden der Gleise angelegten Park-und-Ride-Flächen wird im Norden wesentlich weniger Raum für Parkplätze benötigt.

Anfang 2013 soll das Baurecht auf dem Bahnhofsareal Nord feststehen. "Bei allem gilt: Erst einmal müssen alle Planungen in die Stadtratsgremien", betonte Thomas Bugl.

re/Oberbayerisches Volksblatt

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