Auch andere Verstöße kamen zum Vorschein

Corona-Kontrollen in Rosenheims Bars: Wir waren mit der Polizei auf Streife 

Das Bordell Herz Ass in Rosenheim
+
Die Polizei und das Ordnungsamt führten am Samstag in den Rosenheimer Bars und Bordellen Kontrollen durch. In dem Etablissement in der Innstraße beispielsweise gab es nichts zu beanstanden

Rosenheim - Verstöße gegen die Abstandsregeln, aber auch illegales Glücksspiel oder manipulierte Rauchmelder - am Samstag, 3. Oktober kontrollierte die Rosenheimer Polizei und das Ordnungsamt insgesamt 32 Gaststätten, Bars und Shisha-Bars. rosenheim24.de durfte mit auf Streife gehen. 

Samstagabend, 21 Uhr: Lagebesprechung bei der Rosenheimer Polizei. Etwa 45 Minuten bereiten sich rund 40 Polizistinnen und Polizisten und Vertreter des Ordnungsamtes auf die großangelegte gaststättenrechtliche Kontrolle vor, gehen den Einsatz durch, legen Schwerpunkte fest. Um 22 Uhr schwärmen die Streifen dann aus. Erster Kontrollschwerpunkt des Abends sind die fünf Shisha-Bars im Stadtgebiet. Wir dürfen eine Streife begleiten.

Gaststättenkontrollen in Rosenheim

Bei der ersten Shisha-Bar angekommen, herrscht dort schon reges Treiben. Die teilweise in zivil gekleideten Beamten und ein Vertreter des Ordnungsamtes überprüfen die unter anderem vorgeschriebenen Rauchmelder, ob die Abstände und Maskenpflicht eingehalten werden und ob die Besucherlisten ordnungsgemäß geführt werden. „Seit Freitag, 2. Oktober müssen wieder von allen Personen die Kontaktdaten aufgenommen werden“, erklärt Donat Steindlmüller vom Ordnungsamt der Stadt Rosenheim. Das haben die Betreiber der Shisha-Bar vorbildlich erfüllt. Auch sonst gibt es dort fast nichts zu beanstanden. „Nur die Abstände zwischen den Tischen sind zu gering, hier muss sich was ändern“, so Steindlmüller. Die Empfehlung vom Ordnungsamt: Trennwände zwischen den Tischen.

Nach rund einer halben Stunde Kontrolle geht es zur nächste Shisha-Bar. Hier geht es nicht ganz so korrekt zu. Der Betreiber hat die Batterie aus dem vorgeschriebenen Rauchmelder entfernt. „Das grenzt schon fast anm Körperverletzung“, sagt Polizeihauptkommisar Robert Maurer. Dafür wird der Betreiber zur Verantwortung gezogen werden. Die Betreiber solcher Lokale sind verpflichtet, Warngeräte anzubringen, auf denen Besucher den Kohlenmonoxid-Wert ablesen können. Der Grenzwert für Shisha-Bars liegt bei 30. In einer weiteren Shisha-Bar im Stadtgebiet werden die Abstände nicht eingehalten und es gibt keine Gästelisten. Auch hier werden die Betreiber zur Verantwortung gezogen werden. In den anderen beiden Bars gibt es keine Beanstandungen.

Nach der Shisha-Bar-Runde treffen sich die Beamten wieder auf der Polizeiwache und gehen den nächsten Einsatz in den Speiselokalen durch. 14 Gaststätten stehen auf dem Plan. Gleich bei der ersten läuft nicht alles so, wie es vorgeschrieben ist. Dicht an dicht drängen sich die Gäste im Lokal und am Tresen. Tresenausschank ist grundsätzlich nicht erlaubt. Auch dürfen keine Gäste im Lokal stehen, alle müssen an einem Tisch sitzen. Ansonsten gibt es nur in vier weiteren Lokalen kleinere Verstöße wie der Verkauf über den Tresen oder Verstöße gegen die Maskenpflicht. Es spielen beispielsweise mehrere Personen ohne Maske Dart und Kicker.

Polizei und Ordnungsamt kontrollieren den CO2-Melder in einer Rosenheimer Shisha-Bar

Illegales Glücksspiel im Hinterzimmer einer Bar

Auf dem Weg zu den Kontrollen in Bars und Schankwirtschaften der Stadt (insgesamt 13 Bars wurden überprüft), kommt der Funkspruch: „Illegales Glücksspiel im Hinterzimmer einer Bar.“ Dort angekommen sind schon einige Beamten vor Ort, die gerade vier Männer kontrollieren, die um einen Tisch in einem Nebenzimmer sitzen. Vor ihnen Geldscheine und Spielkarten. Sie werden sich für das illegale Glücksspiel verantworten müssen.

Ein Problem gibt es noch in einer weiteren Bar, was aber nichts mit den Hygienevorschriften zu tun hat. Das Lokal wird ohne Konzession geführt, nur mit einer vorläufigen Erlaubnis. Hier fehle laut Polizei nur noch ein Geldbetrag, der an die Stadt überwiesen werden muss, dann hat der Wirt die Konzession. Das sei aber bisher noch nicht passiert. Die Stadt gibt ihm einen zeitlichen Aufschub von ein paar Tagen zur Zahlung der Gebühren. In den anderen Bars gibt es nur kleinere Verstöße, wie das Nichteinhalten der Abstandsregelungen.

Kontrolle im Bordell

Letzte Station des Abends: Kontrolle in einem Bordell in der Innstraße. Hier läuft alles vorbildlich: Die Abstandsregelungen werden eingehalten, die Bar ist für den Ausschank gesperrt, alle Nachweise sind erbracht. Grundsätzlich ist der Bordellbetrieb in der Stadt Rosenheim wieder erlaubt. Die Betreiber müssen laut Ordnungsamt allerdings ein Hygienekonzept vorweisen. In Rosenheim beinhaltet das beispielsweise, dass die Prostituierten einen negativen Corona-Test vorlegen müssen, der nicht älter als 72 Stunden alt sein darf. Außerdem muss gewährleistet sein, dass es im Gebäude nicht zu Menschenansammlungen kommt.

Polizeihauptkommissar Robert Maurer abschließend: „Zusammenfassend war es eine schöne und gute Kontrolle. Die Verstöße waren in zwei, drei Lokalen zwar erheblich, die anderen Verstöße sind aber als gering anzusehen und die überwiegende Masse der Besucher sowie Lokalbetreiber hält sich an die Hygienevorschriften.“

jb 

Kommentare